3 Dachabdichtungen

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3.7 Dachbegrünung (#ddbau10527)

3.7.1 Allgemeines (#ddbau10528)

(1) Die Begrünung von Dächern mit Abdichtungen hat viele Vorteile. Neben positiven ökologischen und städtebaulichen Aspekten sprechen auch bautechnische und ökonomische Argumente für die Begrünung von Dächern. Diese gelten für Neubau und Instandsetzung.

(2) Positive Aspekte für die Bautechnik:

  • Sommerlicher und winterlicher Wärmeschutz
  • Energieeinsparung
  • Schallschutz
  • Verminderung der Beanspruchung der Abdichtung durch UV-Strahlung, hohe Temperaturdifferenzen und mechanische Einwirkungen
  • Reduzierung abwassertechnischer Anlagen (z. B. Verminderung der Abflussquerschnitte von Fallleitungen)

(3) Positive Aspekte für die Ökonomie:

  • Verlängerung der Nutzungsdauer des Gesamtaufbaus
  • Wertsteigerung des Gebäudes
  • Einsparung von Regenwassergebühren
  • finanzieller Ausgleich für versiegelte Flächen

(4) Positive Aspekte für die Ökologie:

  • Regenwasserrückhaltung (Entlastung des Kanalisationsnetzes insbesondere bei Starkregen)
  • Verbesserung des Kleinklimas durch, Staubbindung, Luftkühlung und Erhöhung der Luftfeuchtigkeit
  • Lebensraum für Flora und Fauna
  • CO2-Bindung
  • Urban Farming

(5) Positive Aspekte für Gestaltung/Städtebau

  • Verbesserung des Stadt- und Landschaftsbildes
  • Erholungsraum für Menschen in Ballungsgebieten, dadurch Mehrfachnutzen teurer Grundstücke
  • Naturhaftes Erleben von Grünflächen in städtischen Wohnlagen

3.7.2 Hinweise zur Planung und Ausführung von Dachbegrünungen (#ddbau10529)

(1) Dachbegrünungen erfordern eine rechtzeitige Abstimmung aller beteiligten Fachleute der Planungs- und Ausführungsseite, damit alle bauphysikalischen, konstruktiven und vegetationstechnischen Anforderungen unter Berücksichtigung erforderlicher Absturzsicherungsmaßnahmen in Einklang gebracht werden können. Ebenfalls müssen technische Vorrichtungen wie z. B. Wasseranschlüsse für die Bewässerung der Dachbegrünung geplant werden.

(2) Die fachgerechte Ausführung eines kompletten Dach- und Begrünungsaufbaus erfordert die Zusammenarbeit von Planer, Dachdecker, Bauwerksabdichter und Landschaftsgärtner. Dies ist durch darauf abgestimmte Bauablaufplanung, Ausschreibung und Vergabe der Leistungen sicherzustellen. Eindeutig gärtnerische Leistungen sollten, gerade im Hinblick auf die zahlreichen Gestaltungsmöglichkeiten, durch entsprechende Fachleute geplant und ausgeführt werden.

(3) Die Materialauswahl der Funktionsschichten des Begrünungsaufbaues (Schutzlagen, Drän- bzw. Wasserspeicherschicht, Filterschicht, Vegetationstragschicht, Bepflanzung) ist vom individuellen Begrünungsziel abhängig.

(4) Bestehende Dachaufbauten sind vor einer nachträglichen Begrünung auf ihre baukonstruktiven und bauphysikalischen Voraussetzungen bzw. ihre Funktionseigenschaften, wie z. B. Durchwurzelungsschutz, zu überprüfen. Im Zweifelsfall ist immer der Einbau einer durchwurzelungsfesten Abdichtungsschicht zu empfehlen.

(5) Das geplante Erscheinungsbild der Vegetation kann sich durch nicht beeinflussbare objektspezifische Gegebenheiten während der Nutzung verändern. Unabhängig davon ist eine Entwicklungs- und Unterhaltungspflege, sowie Wartungsarbeiten an den technischen Einrichtungen ausdrücklich zu empfehlen.


3.7.3 Arten der Dachbegrünung (#ddbau10530)

Dachbegrünungen unterscheiden sich in Abhängigkeit von der Nutzung sowie der bautechnischen Gegebenheiten in drei Begrünungsarten. Dabei verlaufen die Übergänge zwischen den Begrünungsarten fließend.


3.7.3.1 Extensivbegrünungen (#ddbau10531)

(1) Extensivbegrünungen sind Vegetationsformen, die sich weitgehend selbst erhalten und weiterentwickeln. Sie erfordern daher meist nur einen geringen Pflegeaufwand. Es werden Pflanzen mit besonderer Anpassung an extreme Standortbedingungen wie Moose, Sedum, Kräuter und Gräser verwendet.

(2) Charakteristisch für Extensivbegrünungen sind eine verhältnismäßig einfache Herstellung, geringe Aufbauhöhe und geringes Gewicht. Daher ist diese Begrünungsart insbesondere auch für Bestandsgebäude geeignet. Extensivbegrünungen sind in der Regel mit geringem Aufwand und kostengünstig herstellbar.


3.7.3.2 Einfache Intensivbegrünungen (#ddbau10532)

Einfache Intensivbegrünungen sind als Begrünungen mit Gräsern, Stauden und kleinen Gehölzen ausgebildet. Die Pflanzen stellen höhere Anforderungen an die Vegetationstragschicht sowie an Wasser- und Nährstoffversorgung. Herstellungsaufwand und -kosten, Schichtdicke, Gewicht sowie Pflegemaßnahmen sind höher als bei Extensivbegrünungen.


3.7.3.3 Intensivbegrünungen (#ddbau10533)

Intensivbegrünungen umfassen aufwändigere Pflanzungen von Stauden und Gehölzen sowie Rasenflächen bis hin zu Bäumen. Diese Begrünungsart ist in den Möglichkeiten der Nutzung und Gestaltung am vielfältigsten. Sie ist jedoch auch hinsichtlich der Anforderung an Vegetationstragschicht, Wasser- und Nährstoffversorgung, Herstellungsaufwand und -kosten, Schichtdicke, Gewicht sowie Pflegemaßnahmen am aufwändigsten. Intensivbegrünungen sind nur durch eine intensive Pflege, vor allem eine regelmäßige Wasser- und Nährstoffversorgung, dauerhaft zu erhalten. Diese Begrünungsart ist in den Möglichkeiten der Nutzung und Gestaltung am vielfältigsten.


3.7.4 Retentionsdächer (#ddbau10535)

Retentionsdächer halten Wasser auf der Dachfläche zurück und ermöglichen so die natürliche Verdunstung wie auch die zeitverzögerte und gedrosselte Einleitung des Überschusswassers in die Kanalisation. Sie leisten damit einen Beitrag zum Regenwassermanagement und wirken den negativen Effekten von Starkregenereignissen entgegen. Zusätzlich verbessern sie durch die erhöhte Verdunstung an Ort und Stelle die Wasserbilanz des Baufeldes und sind somit eine wirkungsvolle Klimaanpassungsmaßnahme für überhitzte Stadtbezirke. Weitere Informationen sind im vdd-Merkblatt Retentionsdächer enthalten.

Aufbau eines Retentionsdaches
Abbildung: Aufbau eines Retentionsdaches © vdd #ddbau01553

3.7.5 Funktionsschichten (#ddbau10536)

Die Funktionsschichten einer Dachbegrünung zeigen die Abbildungen #ddbau01556 und #ddbau01557. Bei entsprechender Materialauswahl kann eine Schicht auch mehrere Funktionen erfüllen.

Nachfolgend sind spezifische, auf die Dachbegrünung bezogene Hinweise zum Schichtaufbau aufgeführt.


3.7.5.1 Dachaufbau (#ddbau10537)

  1. Tragkonstruktion
    Alle Konstruktionsarten sind möglich, wenn die Lasten statisch abgetragen werden können. Die Lasten der Dachbegrünung sind im wassergesättigten Zustand anzusetzen.
  2. Dampfsperre
    Um sicherzustellen, dass sich auch bei ggf. auf der Abdichtungsschicht stehendem Wasser (z. B. Anstaubewässerung) kein schädliches Tauwasser im Dachaufbau bildet, sind Dampfsperren mit ausreichend hohem Diffusionswiderstand zu verwenden. Hierfür eignen sich besonders Polymerbitumenbahnen mit Trägereinlagen aus Metallband- oder Metall-Kunststoff-Verbund.
  3. Wärmedämmung
    Bei intensiv begrünten Dachflächen und Solargründächern sind Dämmstoffe mit erhöhter Druckbelastbarkeit, Typkurzzeichen dh oder ds nach DIN 4108-10, zu verwenden. Bei extensiv begrünten Dachflächen dürfen auch Dämmstoffe mit dem Typkurzzeichen dm verwendet werden.
  4. Abdichtung und Durchwurzelungsschutz
    Die Funktion des Durchwurzelungsschutzes kann von der Abdichtung aus Polymerbitumen oder von Kunststoff- und Elastomerbahnen übernommen werden, wenn sie wurzelfest sind.

    Dies ist grundsätzlich bei der Anwendung unter Begrünung für allen Arten von Abdichtungsbahnen nach DIN EN 13948 „Bestimmung des Widerstandes gegen Wurzelpenetration“ nachzuweisen.

    Ein separater Wurzelschutz ist dann erforderlich, wenn auf einer nicht durchwurzelungsfesten Abdichtungsschicht ein Begrünungsaufbau geplant ist und ausgeführt wird.

    Die Abdichtung der An- und Abschlüsse ist ebenfalls wurzelfest auszuführen. Die erforderlichen Anschlusshöhen sind ab Oberkannte Vegetationstragschicht, Belag oder Kiesschüttung einzuhalten.
: Dachbegrünungsaufbau – Einschichtbauweise
Abbildung: Dachbegrünungsaufbau – Einschichtbauweise © vdd #ddbau01556
Dachbegrünungsaufbau – Mehrschichtbauweise
Abbildung: Dachbegrünungsaufbau – Mehrschichtbauweise © vdd #ddbau01557

3.7.5.2 Trenn- und Gleitlage (#ddbau10538)

Zwischen der Abdichtungsschicht und dem Begrünungsaufbau sind bei Bedarf Trenn- und Gleitlagen anzuordnen.


3.7.5.3 Schutzschicht/Schutzlage (#ddbau10539)

(1) Zwischen der Abdichtungsschicht und dem Begrünungsaufbau ist eine Schutzlage oder Schutzschicht anzuordnen. Sie hat die Funktion, die Abdichtung einschließlich des Durchwurzelungsschutzes während der Bauphase und der späteren Nutzung dauerhaft gegen Beschädigungen zu schützen.

(2) Je nach Belastungsfall dürfen z. B. verwendet werden:

  • Schutzvliese (mindestens 300 g/m²) oder Schutzmatten
  • geeignete Stoffe, die gleichzeitig auch Drän- und Wasserspeicherfunktionen erfüllen
  • Schutzestrich
  • Schutzbeton
  • Gussasphalt

(3) In allen An- und Abschlussbereichen muss die Abdichtungsschicht in geeigneter Weise geschützt werden.


3.7.5.4 Dränschicht bzw. Dränschicht mit Wasserspeicherung (#ddbau10540)

Diese Schicht führt Überschusswasser ab bzw. speichert gezielt Niederschlagswasser zur Pflanzenversorgung. Die Dicke der Schicht und die Wahl der Materialien sind von der Bepflanzung und der Ausführung der Vegetationsschicht abhängig. Bei Einschichtbauweise wird die Funktion der Dränung und Wasserspeicherung von der Vegetationstragschicht übernommen.


3.7.5.5 Filterschicht (#ddbau10541)

Durch diese Schicht wird das Eindringen von Feinteilen und damit eine Verschlämmung der Dränschicht verhindert. Als Filterschicht werden in der Regel geeignete Kunststoffvliese verwendet.


3.7.5.6 Vegetationstragschicht (#ddbau10542)

Sie bietet der Pflanze die Wachstumsbasis, d. h. Nährstoffe, Wasser, Luft und mechanischen Halt. Die Zusammensetzung der hierfür geeigneten Pflanzerde bzw. Substratmischung ist von der individuellen Begrünungsaufgabe abhängig. Je nach Begrünungsart können folgende Aufbauhöhen und Flächenlasten auftreten.

Aufbauhöhen und Flächenlasten © vdd
Tabelle: Aufbauhöhen und Flächenlasten © vdd #ddbau01565

3.7.5.7 Bepflanzung (#ddbau10543)

Bild: Beispiel einer intensiven Dachbegrünung © ARP Architektenpartnerschaft Stuttgart GbR #ddbau01567

3.7.6 Bauliche Voraussetzungen (#ddbau10544)

3.7.6.1 Gefälle (#ddbau10545)

(1) Das Gefälle in der Abdichtungsebene ist auf die jeweilige Begrünungsform abzustimmen. Für Extensivbegrünungen und einfache Intensivbegrünungen sollten Dächer mit einem Gefälle von mind. 2 % (1,2°) geplant werden. Intensivbegrünungen können auch auf gefällelosen Dachkonstruktionen ausgeführt werden. Werden ein- oder mehrschichtige Extensivbegrünungen auf Dächern mit weniger als 2 % (1,2°) Gefälle geplant, sollte aus entwässerungstechnischen Gründen eine zusätzliche Dränschicht angeordnet werden. Wegen des in diesem Falle zu erwartenden Wasseranstaus kann es zu Pflanzenausfällen, Vegetationsumbildungen und/oder verstärkter Ansiedlung von Fremdvegetation kommen.

(2) Für Intensivbegrünungen mit Anstaubewässerung bis 10 cm ist ein geringeres Gefälle zulässig, wenn der Dachaufbau mit Maßnahmen zur Begrenzung oder Verhinderung der Wasserunterläufigkeit wie vollflächige Verklebung der Abdichtungsschicht auf dem Untergrund oder durch Abschottungen innerhalb der Wärmedämmschichten bei wasserleitenden Dämmstoffen ausgeführt wird.

(3) Bei einer planmäßigen, nicht nur kurzzeitigen Anstaubewässerung über 10 cm ist bei der Planung und Ausführung der Abdichtung der hydrostatische Druck zu berücksichtigen. Die Abdichtung ist nach DIN 18533 zu planen und auszuführen.


3.7.6.2 Wasserrückhaltung (Retention) (#ddbau10546)

Die Wasserrückhaltung wird als Differenz aus der Menge der gefallenen Niederschläge und der abgeflossenen Wassermenge im jährlichen Durchschnitt ermittelt. Ausführliche Angaben dazu sind in der Richtlinie für die Planung, Ausführung und Pflege von Dachbegrünungen, Ausgabe 2018. Herausgeber: FLL, Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung und Landschaftsbau e.V., Bonn, zu finden.

Abflussbeiwert
Für Dachbegrünungen können die Orientierungswerte aus Tabelle #ddbau01572 als Abflussbeiwerte CS, je nach Dicke des Schichtaufbaus aus Schüttstoffen und abhängig von der Dachneigung, angesetzt werden.

Orientierungswerte für Abflussbeiwerte © vdd
Tabelle: Orientierungswerte für Abflussbeiwerte © vdd #ddbau01572

Tabelle #ddbau01573 enthält Anhaltswerte für die prozentuale Wasserrückhaltung. Im Hinblick auf die Berücksichtigung in Abwassersatzungen mit gesplitteten Gebühren wird gleichzeitig der Jahresabflussbeiwert/Versiegelungsfaktor ausgewiesen.

Wasserrückhaltung, Jahresabflussbeiwert/Versiegelungsfaktor bei Dachbegrünungen in Abhängigkeit von der Aufbaudicke © vdd
Tabelle: Wasserrückhaltung, Jahresabflussbeiwert/Versiegelungsfaktor bei Dachbegrünungen in Abhängigkeit von der Aufbaudicke © vdd #ddbau01573

3.7.6.3 Brandschutz (#ddbau10547)

Sofern entsprechend den Vorgaben der Bauordnung der Länder die Dachfläche widerstandsfähig gegen Flugfeuer und strahlende Wärme (Harte Bedachung) ausgebildet werden muss, gilt nach DIN 4102-4/A1:2023-04 Ziff. 11.4 folgendes:

  • Intensivbegrünungen gelten als Bedachungen, die gegen Flugfeuer und strahlende Wärme widerstandsfähig sind.
  • Extensivbegrünungen sind widerstandsfähig gegen Flugfeuer und strahlende Wärme, wenn
    • die Vegetationstragschicht mineralisch bestimmt ist (höchstens 20 % Masseanteil organischer Bestandteile).
    • die Schichtdicke der Vegetationstragschicht mind. 30 mm beträgt.
    • ein Abstandsstreifen aus massiven Platten oder Grobkies ≥ 0,5 m Breite gegenüber Öffnungen in der Dachfläche (Lichtkuppeln, Dachfenster) oder aufgehenden Wänden mit Fenstern, deren Brüstung sich ≤ 0,8 m oberhalb der Vegetationstragschicht befindet, vorhanden ist.
    • alle 40 m eine 30 cm hohe Aufkantung aus nicht brennbaren Baustoffen oder ein 1 m breiter Streifen aus massiven Platten oder Grobkies vorhanden ist, sofern Gebäudeabschlusswände oder Brandwände nicht mind. 30 cm über das Dach, bezogen auf die Vegetationstragschicht, hinausgeführt wurden.
    • bei aneinandergereihten, giebelständigen Gebäuden im Bereich der Traufe ein in der Horizontalen gemessener, mind. 1 m breiter Streifen unbegrünt bleibt und mit einem Oberflächenschutz aus nicht brennbaren Baustoffen versehen ist.

3.7.6.4 Windsogsicherung (#ddbau10548)

(1) Sofern der Aufbau der Dachbegrünung die zur Windsogsicherung des Dachaufbaus notwendige Auflast darstellt, sind die Lasten und entsprechenden Schichtdicken nach DIN EN 1991-1-4 zu dimensionieren. Dabei ist der trockene Zustand zugrunde zu legen. Gegebenenfalls muss die Sicherung der Rand- und Eckbereiche durch Erhöhung der Schichtdicke in diesen Bereichen und/oder durch zusätzliche Gesteinsschüttungen aus Kies und/oder Plattenbelägen erfolgen.

(2) Als Schutz gegen Verwehungen der Vegetationstragschicht bis zur vollständigen Wurzelbildung, kann der Einsatz besonderer Maßnahmen auch in Kombination erforderlich werden:

  • Wahl eines lagestabilen Substrates
  • Auswahl von systembedingt lagestabilen Begrünungen
  • Bewässerung des Substrates während der Anwuchsphase
  • Überziehen von Erosionsschutzgeweben
  • Einsatz von Substratverfestigern
  • Einsatz des Nassansaatverfahrens
  • Andecken von vorkultivierten Matten
  • Verankerung von hochwachsenden Gehölzen

3.7.7 Detailausbildungen (#ddbau10549)

(1) Bei Planung und Ausführung von An- und Abschlüssen haben die bautechnischen Anforderungen Vorrang vor gestalterischen und vegetationstechnischen Aspekten.

(2) Alle An- und Abschlussbereiche sollten weitgehend vegetationsfrei gehalten werden, um jederzeit einen ungehinderten Wasserabfluss und zusätzlich eine Kontrollmöglichkeit sicherzustellen. Hierfür sind in der Regel 0,5 m breite Kiesstreifen oder Plattenbeläge ausreichend.

(3) Dachabläufe müssen eine Entwässerung in der Ebene der Abdichtungsschicht sowie der Vegetationstragschicht ermöglichen und z. B. durch entsprechende Kontrollschächte zugänglich sein.

(4) Die erforderlichen Anschlusshöhen sind bei Dachbegrünungen auf die Oberkante Vegetationstragschicht bzw. Gesteinsschüttung im Anschlussbereich zu beziehen.

(5) Bewegungsfugen dürfen nicht durch den Begrünungsaufbau überdeckt werden. Sie sind vegetationsfrei und kontrollierbar zu halten.

(6) Die Anforderungen an An- und Abschlüsse sowie Durchdringungen unbegrünter Dachflächen gelten auch für begrünte Dachflächen, wobei die in diesem Kapitel beschriebenen besonderen Anforderungen zu berücksichtigen sind.

Dachrandabschluss mit Polymerbitumenbahnen – Beispiel Extensivbegrünungen
Abbildung: Dachrandabschluss mit Polymerbitumenbahnen – Beispiel Extensivbegrünungen © vdd #ddbau01583
Dachablauf mit Aufstockelement - Mehrschichtbauweise
Abbildung: Dachablauf mit Aufstockelement – Mehrschichtbauweise © vdd #ddbau01584