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Wohnanlage „Der kleine Prinz“ in München

Holzbausiedlung mit Urban Gardening

29.03.2023

Baujahr: 2019

München

Das moderne Neubauquartier "der kleine Prinz" umfasst rund 1.800 Wohnungen. © Markus Dobmeier

Kompakt

Beim Neubau des Wohnungsbauprojektes „Der kleine Prinz“ in München wurden die Flachdächer extensiv begrünt oder als Flächen zum Urban Gardening gestaltet. Von dem Konzept profitieren nicht nur die Bewohner:innen, sondern wir alle. Denn aufgrund des Klimawandels benötigen unsere Städte deutlich mehr Grünflächen.

Architektur-Büro: dressler mayerhofer rössler architekten und stadtplaner gmbh
FDC-Teilnehmer: Stefan Mayerhofer
Art des Objekts: 24 Atriumhäuser als Einfamilienhäuser und 15 Geschosswohnungen in zwei mehrgeschossigen Punkthäusern
Fläche des Objekts: 5.660 m2
Baujahr: 2019
Flachdach-Eigenschaften: Gründach, Urban Gardening, Dachterrasse
Dachabdichtung: Warmdachkonstruktion mit zweilagiger bituminöser Abdichtung

Wohnanlage „Der kleine Prinz“ in München

Auf dem rund 30 Hektar großen Gelände der ehemaligen Prinz-Eugen-Kaserne in München-Bogenhausen entsteht seit 2016 ein modernes Neubauquartier mit rund 1.800 Wohnungen. Ein Drittel dieser Einheiten ist in einer ökologischen Holzbaumustersiedlung am südlichen Rand des Areals fertiggestellt worden. Darunter ist auch der Wohnungsbau „Der kleine Prinz“ des vor Ort ansässigen Büros dressler mayerhofer rössler architekten und stadtplaner.

Das Projekt setzt sich zusammen aus einem sechszeiligen Teppich mit insgesamt 24 zwei- bis dreigeschossigen Atriumhäusern, dem sich in Richtung Süden zwei viergeschossige Punkthäuser mit weiteren 15 Wohnungen anschließen. Im Erdgeschoss der beiden Punkthäuser wurden zusätzlich Gemeinschaftsbereiche wie zum Beispiel Gästeapartments und ein Eiscafé integriert. Auf den Dächern stehen außerdem gemeinsam nutzbare Dachgärten zur Verfügung.

Sämtliche Einheiten zeichnen sich durch eine klare, geradlinige Architektur mit lichtdurchfluteten Wohnräumen und variablen Grundrissen aus. Ein gelungenes architektonisches Detail nach außen sind vor allem die vorvergrauten Fassaden mit ihrer vertikalen Fichtenholzschalung. Die beiden Punkthäuser wurden dabei mit einer leicht verspringenden Lochfassade und mit außen liegenden, farblich hinterlegten Schiebeläden gestaltet. Vor den Holzfassaden an der Südseite sind zusätzlich breite Loggien angeordnet. Die hoch verdichteten Atriumhäuser werden demgegenüber durch die deutlich vorspringenden Volumen im Eingangsbereich und durch den unregelmäßigen Wechsel von zumeist zweigeschossigen, vereinzelt auch dreigeschossigen Häusern geprägt. Im Bereich zwischen den einzelnen Zeilen stehen den Bewohner:innen jeweils private Innenhöfe zur Verfügung.

 

Urban Gardening auf begrünten Dachflächen

„Um die hohen ökologischen Standards der Musterbausiedlung umzusetzen, wurden sämtliche Häuser in gedämmter Holzrahmenbauweise mit dreifach verglasten Holz-Alu-Fenstern und mit Massivholzdecken aus Brettsperrholz erstellt“, berichtet Architekt Stefan Mayerhofer. Eine wichtige Rolle für das Nachhaltigkeitskonzept spielen außerdem die mit Bitumenbahnen abgedichteten Flachdachflächen, die abwechslungsreich mit Sedum sowie mit begehbaren Flächen zum Urban Gardening gestaltet wurden: „Mitten in der Stadt haben die Bewohner:innen damit die Möglichkeit, ihr eigenes Gemüse anzubauen“, so der Architekt.

Im Rahmen der Umsetzung durch die Neuburger Bautenschutz Albert Weber GmbH aus Neuburg a. d. Kammel wurden entsprechend der gewählten Konstruktion eines unbelüfteten Daches zunächst eine Trennlage aus Bitumen und eine Elastomerbitumen-Dampfsperr-Schweißbahn auf den Massivholzdecken aufgebracht. Direkt darüber führten die Beschäftigten des Dachbetriebes eine EPS-Dämmung mit mittleren Dicken zwischen 250 und 300 Millimetern aus. Die Neigung von 2,5 Prozent stellt dabei einen reibungslosen Abfluss von Regenwasser sicher. Nach Fertigstellung der Abdichtung konnte mit dem Aufbringen der zweilagigen Bitumenabdichtung begonnen werden: Als untere Abdichtungslage kam eine Elastomer-Kaltselbstklebebahn zum Einsatz, als obere Lage wurde eine wurzelsichere Elastomerbitumen-Schweißbahn mit mechanisch hochbelastbarem Polyestervlies-Träger verlegt.

Abschließend wurden im Bereich der Atriumhäuser eine Drainagematte sowie ein Substrat aufgebracht, um die Bepflanzung mit Sedum ausführen zu können. Auf den Punkthäusern wurden alternativ Gehwegplatten und Schotter verlegt, um eine robuste und bequeme Zugänglichkeit zu den verschiedenen Dachgärten zu ermöglichen. Dabei zeigt sich, dass das Angebot gut angenommen wird. Denn neben Thymian oder Rosmarin wachsen hier oben auch Salat, Karotten oder Tomaten. Ihren Eigenbedarf an Kräutern und Gemüse können die Bewohner:innen also zum Großteil in Selbstversorgung durch den eigenen Dachgarten umsetzen. Die Dachflächen übernehmen somit eine wichtige Funktion im Rahmen des ökologischen Gesamtkonzeptes.

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