Die überarbeitete DIN 18531:2025-08 regelt die Abdichtung von Dächern, Balkonen, Loggien und Laubengängen und gliedert sich in fünf Teile. Gegenüber der Vorgängerversion wurden unter anderem die Einwirkungs- und Anwendungsklassen gestrichen, die Gefälleplanung präzisiert sowie Regelungen für barrierefreie Türanschlüsse und den Einsatz von Solaranlagen ergänzt. Im Kern behält die Norm bewährte Grundsätze bei, wurde aber gestrafft und an aktuelle Bauweisen angepasst, um Planern und Ausführenden mehr Rechtssicherheit zu geben.
DIN 18531
Die Dachnorm
16.03.2026
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Kompakt
Nach und nach werden die überarbeiteten Abdichtungsnormen veröffentlicht. Diese Normen hatten 2017 DIN 18195 und DIN 18531 abgelöst. Eine neue Struktur sollte unter anderem die Anwendung der Einzelnormen in der Praxis erleichtern (alle Informationen zu den Abdichtungsnormen finden Sie in der Mediathek unter derdichtebau.de/mediathek). Aus diesem Grund hatten sich die zuständigen Gremien auf eine bauteilbezogene Unterteilung der Normenwerke verständigt. Dies betraf auch die DIN 18531, die als neue „Dachabdichtungsnorm“ neben den Vorgaben für nicht genutzte Däche
Die Aufteilung in anwendungsbezogene Normen wie auch die Normen selbst haben sich in den vergangenen Jahren in der Praxis bewährt. Dabei hat sich aus der praktischen Anwendung, der Diskussion in Fachkreisen und der fortschreitenden technischen Entwicklung der Bedarf zur Präzisierung, Ergänzung und Überarbeitung ergeben.
DIN 18531:2025-08 gliedert sich in fünf Teile.
DIN 18531 Abdichtung von Dächern sowie Balkonen, Loggien und Laubengängen
- Teil 1: Nicht genutzte und genutzte Dächer – Anforderungen, Planungs- und Ausführungsgrundsätze
- Teil 2: Nicht genutzte und genutzte Dächer – Stoffe
- Teil 3: Nicht genutzte und genutzte Dächer – Auswahl, Ausführung, Details
- Teil 4: Nicht genutzte und genutzte Dächer – Instandhaltung
- Teil 5: Balkone, Loggien und Laubengänge
Geltungsbereiche und Abgrenzung
Nicht genutzte Dächer definiert die Norm als flache oder geneigte Dachflächen, die nur zum Zwecke der Pflege, Wartung und allgemeinen Instandhaltung begangen werden. Ebenso zählen Dächer mit extensiver Begrünung dazu. Genutzte Dächer sind
- begehbare Dächer, z. B. Dachterrassen, Gehwege in begrünten Dächern,
- Dächer mit intensiver Begrünung, auch mit Anstaubewässerung ≤ 10 cm,
- Dächer mit zusätzlicher Nutzung als Retentionsflächen für Niederschlagswasser, Wasseranstau ≤ 10 cm und
- Dächer mit Solaranlagen und/oder haustechnischen Anlagen.
Der Bebauung von Dächern mit Solaranlagen und haustechnischen Anlagen widmet sich die DIN 18531 ebenfalls: Mit den Regelungen sollen Beschädigungen an der Abdichtung durch diese Aufbauten vermieden werden.
Dachdeckungen, Unterdächer, Beschichtungen, Versiegelungen sowie wasserundurchlässige Bauteile (WU-Beton) fallen nicht in den Geltungsbereich der neuen Norm.
Alles auf Null? – Von der Planung des Gefälles bis zu Anschlüssen an barrierefreie Schwellen
Die mechanischen und thermischen Einwirkungsstufen und die hieraus resultierenden Einwirkungsklassen (IA, IB, IIA, IIB) sowie die Eigenschaftsklassen (E1, E2) der Abdichtungsstoffe und die Anwendungsklassen (K1, K2) wurden gestrichen. Dennoch bleiben die bereits in der alten Norm definierten Qualitätsstufen inhärent bestehen. Diese manifestieren sich wie bisher bei Bitumenbahnen in der Verwendung von zwei Lagen Polymerbitumenbahnen und bei Kunststoff- und Elastomerbahnen sowie bei flüssig aufzubringenden Dachabdichtungen in einer höheren Dicke der Abdichtungsschicht. Die in den übrigen Abdichtungsnormen bereits verankerten zusätzlichen Kriterien für die Planung der Abdichtung wurden in einem Anhang zu einem neuen informativen Anhang A Weitere Kriterien für die Planung der Abdichtung zu DIN 18531-3 aufgenommen.
Die Regelungen zur Planung von Oberflächengefälle wurden umfassend überarbeitet und präzisiert sowiein einem eigenen, neuen Anhang zu DIN 18531-1 ausführlich erläutert. Beibehalten wurde der Grundsatz, dass Wasser vom Dach abzuführen ist. Gleichwohl darf begründet auch mit sehr geringem Gefälle oder Nullgefälle geplant werden, z. B. bei Retentionsdächern. Dies muss dann unter Berücksichtigung von geeigneten Abdichtungsbauarten für Neigungen < 2% realisiert werden, Ausdruck der oben genannten höheren Qualitätsstufe.
Um der Praxis des barrierefreien Bauens Rechnung zu tragen, erfolgte eine umfassende Überarbeitung und Präzisierung der Regelungen zur Planung von Anschlüssen im Bereich von Türen mit niveaugleichen Übergängen. So werden Planungsgrundsätze angegeben, die bei der objektbezogenen Planung der Anschlussdetails berücksichtigt werden müssen.
Kein Flachdach oder flach geneigtes Dach darf ohne entsprechende Wartung sein. Diese ist die unabdingbare Voraussetzung für eine nachhaltige und wirtschaftliche Nutzungszeit des Daches inklusive der Abdichtung. Teil 4 der Norm beschäftigt sich folgerichtig ausschließlich mit diesem Thema und wurde redaktionell überarbeitet.
Im Teil 5, der für die Abdichtung von Balkonen, Loggien, Laubengängen gilt, sind neben den aus den übrigen Normteilen schon bekannten Abdichtungsstoffen eine Reihe von Stoffen aufgenommen, die als Abdichtung verwendet werden können, beispielsweise Flüssigkunststoffe ohne Träger oder Abdichtungen im Verbund mit Fliesen und Platten. Grundlage für die Aufnahme neuer Stoffe ist die Bewährung in der Praxis, die anhand von Erhebungsbögen dokumentiert werden muss. Auch für diese Abdichtungen ist eine Wartung gemäß DIN 18531-4 angeraten.
Die neue DIN 18531 behält im Kern die in der Praxis bewährten Regelungen der Vorgängernorm bei. Gleichzeitig wird sie gestrafft und behutsam präzisiert um den Herausforderungen im Umgang mit aktuellen Bauweisen und Stoffen Rechnung getragen, was den Anwendern der Norm mehr Sicherheit in der praktischen Anwendung verschafft.
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