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Frankfurt am Main Omniturm „Architektonischer Hüftschwung“

Objekt: Omniturm

Standort: Große Gallusstraße 18, Frankfurt am Main

Planung: BIG - Bjarke Ingels Group, Kopenhagen

Bauausführung: Adolf Lupp GmbH & Co. KG, Nidda

Bauherr: Tishman Speyer

Dachdecker: Willy A. Löw AG, Bad Homburg

Fertigstellung: 2019

Frankfurt am Main ist die einzige Stadt in Deutschland mit einer stadtbildprägenden Hochhaus-Skyline. Nachdem Anfang der 1970er-Jahre erstmals die 100-Meter-Marke übertroffen wurde, zählt die Mainmetropole mittlerweile rund 30 Gebäude mit Höhen zwischen 100 und 260 Metern. Mit dem 185 Meter hoch aufsteigenden, nach Plänen des weltweit renommierten dänischen Architekturbüros BIG - Bjarke Ingels Group errichteten Omniturm wird das charakteristische Ensemble gegenwärtig um einen bedeutsamen Neubau ergänzt.

 

Der direkt gegenüber vom Commerzbank Tower gelegene, in enger Zusammenarbeit mit den Tragwerksplanern von Bollinger + Grohmann Ingenieure sowie dem ausführenden Bauunternehmen Adolf Lupp GmbH & Co. KG aus Nidda umgesetzte Glasturm überzeugt nicht nur durch seine markant gestaltete Silhouette, er bietet auch einen bundesweit einzigartigen Nutzungsmix: Auf 45 Ebenen stehen neben 44.000 Quadratmetern Bürofläche auch 8.200 Quadratmeter Wohnfläche sowie 1.700 Quadratmeter öffentlich zugängliche Bereiche zur Verfügung. Als erstes Hochhaus in Deutschland vereint der Omniturm damit Arbeiten, Wohnen und öffentliches Leben unter einem Dach.

 

Deutlich ablesen lässt sich die innovative Mischnutzung an der ungewöhnlichen Formgebung des durchgehend verglasten Gebäudes. Markanter Blickfang des ansonsten geradlinig aufsteigenden Baukörpers ist die raffinierte dynamische Verschiebung der zum Wohnen vorgesehenen Stockwerke 15 bis 22, die bis zu fünf Meter aus der übrigen Kubatur vorkragen. Von weitem betrachtet entsteht so der Eindruck eines statisch gewagten architektonischen „Hüftschwunges“.

 

Die acht „Hüft-Ebenen“ beherbergen unterschiedlich große Wohnungen, die jeweils vorgeschobenen Bereiche ermöglichten dabei die Integration von versetzt angeordneten Außenterrassen mit weitem Ausblick über die Stadt. In den darunter gelegenen Ebenen vier bis 14 sowie oberhalb der 22. Etage sind Büroflächen vorgesehen, in den unteren drei Ebenen stehen zusätzlich öffentlich nutzbare Event-, Konferenz- und Gastronomieflächen zur Verfügung. Die transparenten Fassaden sorgen dabei für einen fließenden Übergang zu einem neu geschaffenen öffentlichen Vorplatz.

Hochwertige Dachabdichtung

Hohe Anforderungen bei der Fertigstellung des Omniturmes stellt die Abdichtung der insgesamt 1.300 Quadratmeter großen Flachdachfläche, die sich auf elf Abschnitte mit Größen zwischen 90 und 200 Quadratmetern aufteilt. Mit der Umsetzung sämtlicher Arbeiten ist auf Basis einer öffentlichen Ausschreibung die Willy A. Löw AG aus dem nahe gelegenen Bad Homburg beauftragt. Das bundesweit tätige, mit 200 Beschäftigten in der Struktur eines Aktienunternehmens geführte Unternehmen war in den vergangenen Jahrzehnten an der Fertigstellung von rund 70 Prozent der Frankfurter Skyline beteiligt, darunter beim Commerzbank Tower, beim Main-Forum oder beim WestendDuo.

 

Um einen bautechnisch sicheren Schutz gegen eindringende Feuchtigkeit zu erhalten, wählte das Dachdeckerunternehmen entsprechend der Vorgaben der Planer für sämtliche Flächen eine Ausführung als klassisches Warmdach mit einer zweilagigen Bitumenabdichtung. In einem ersten Schritt wird dabei jeweils eine Bitumen-Dampfsperrbahn auf der Stahlbetondecke des Gebäudes aufgebracht. Direkt darüber kommt eine vollsatt in Bitumen eingeschwemmte, im Mittel 200 Millimeter starke Gefälledämmung aus Schaumglas zum Einsatz. Das Gefälle von zwei Prozent garantiert dabei einen sicheren Abfluss von anfallendem Regenwasser.

 

Nach Fertigstellung der Gefälledämmung kann jeweils die zweilagige Abdichtung mit Bitumenbahnen erfolgen. Als untere Schicht verlegen die Dachdecker der Willy A. Löw AG jeweils eine besandete Elastomermerbitumens-Dachabdichtungsbahn im Gießverfahren in Heißbitumenklebemasse, direkt darüber kommt eine oberseitig beschieferte Polymerbitumenschweißbahn zum Einsatz. Abschließend wird zum Schutz gegen Windsog und für eine Begehbarkeit bei Inspektionen eine Kiesschicht bzw. ein Plattenbelag auf einer Trennlage aufgebracht. Alles in allem sind für die verschiedenen Maßnahmen rund 14 Wochen veranschlagt. Im Frühjahr 2019 soll die Maßnahme dann fristgerecht fertiggestellt werden.