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Grand Tower

Dynamisch in die Höhe geschraubt

25.10.2022

Baujahr: 2019

Frankfurt am Main

Kompakt

Objekt: Grand Tower
Standort: Europa-Allee 2, Frankfurt am Main
Architektur: Magnus Kaminiarz & Cie, Frankfurt am Main
Bauherr: gsp Städtebau, Berlin
Dachdecker: Willy A. Löw AG, Bad Homburg
Fertigstellung: 2019

Grand Tower

Seit seiner Fertigstellung im Sommer 1973 galt das Colonia-Haus in Köln als das höchste Wohnhochhaus in Deutschland. In den kommenden Monaten wird das Gebäude diesen Titel an den 172 Meter hohen Grand Tower in Frankfurt am Main verlieren. Der in exponierter Lage zwischen Messe und Hauptbahnhof aufsteigende Turm integriert auf 47 Ebenen rund 400 individuell geschnittene Wohnungen mit unterschiedlichen Loggien, Balkonen oder Terrassen. Eine Besonderheit sind dabei die 200 Quadratmeter große Sonnenterrasse über dem 42. Obergeschoss sowie der 960 Quadratmeter große, oberhalb des Parkhauses im 7. Stockwerk gelegene Landschaftsgarten. Auf der Spitze des Turms wird außerdem eine Aussichtsplattform für die Bewohner zugänglich sein.

Mit der Planung des Projektes war 2014 nach Ausschreibung eines Wettbewerbes das Frankfurter Architekturbüro Magnus Kaminiarz & Cie. beauftragt worden. Ausgehend von der umliegenden Bebauung und dem Wunsch nach optimierter Tageslichtnutzung entwickelten die Planer einen ausdrucksstark und variantenreich untergliederten Baukörper mit organisch-rautenförmigem Grundriss, der je nach Standort ganz unterschiedliche Ansichten bietet. Der durchgehend verglaste Sockelbereich erhält durch das angrenzend neu geschaffene oberirdische Parkhaus besonderes Gewicht, oberhalb des 30. Obergeschosses wird die Gebäudefigur zusätzlich auch vertikal untergliedert. Der nach Norden hin orientierte Abschnitt steigt dabei nicht bis zum 47., sondern lediglich bis zum 42. Geschoss auf.

Zusätzliche Qualität erhält der Grand Tower durch seine überaus bewegte Fassadengliederung, die einen markanten Akzent in der Frankfurter Hochhaus-Landschaft schafft. Charakteristisches Element sind die in elegant abgerundeten Formen ausgeführten und dabei unterschiedlich weit vorkragenden Loggia-Elemente. Die ungewöhnliche Gestaltung ermöglicht nicht nur einen passiven Sonnenschutz in den Sommermonaten, sondern prägt auch das Erscheinungsbild der Architektur nach außen. Über die gesamte Gebäudehöhe betrachtet entsteht dabei der Eindruck von ringförmig zusammengeschlossenen vertikalen „Tuben“, die sich dynamisch nach oben schrauben.

Hochwertige Dachabdichtung

Eine besondere Herausforderung bei der Umsetzung des Grand Towers stellte die Abdichtung der unterschiedlichen Dachfachflächen dar. Sämtliche Arbeiten wurden durch die Willy A. Löw AG aus Bad Homburg ausgeführt, die mit rund 200 Mitarbeitern zu den größten Unternehmen der Branche zählt und die in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Hochhausprojekte in Frankfurt begleitet hat.

Der Auftrag umfasste neben der Abdichtung der 500 Quadratmeter großen Aussichtsplattform auch die Abdichtung der Sonnenterrasse sowie des Landschaftsgartens oberhalb des Parkhauses. Sämtliche Flächen wurden entsprechend der Vorgaben mit einem Warmdach-Aufbau ausgeführt. Oberhalb der Stahlbetondecke wurde dabei zunächst eine Bitumen-Dampfsperrbahn zum Schutz gegen diffundierende Feuchtigkeit aufgebracht und anschließend eine vollsatt in Bitumen eingeschwemmte, im Mittel 200 Millimeter starke Gefälledämmung aus Schaumglas verlegt.

Im nächsten Schritt erfolgte eine zweilagige Abdichtung mit Bitumenbahnen: Als untere Schicht wurde eine Elastomerbitumen-Dachabdichtungsbahn im Gießverfahren in Heißbitumenklebemasse verlegt, direkt darüber wurde eine oberseitig beschieferte Polymerbitumenschweißbahn aufgebracht. Die eingesetzten Bahnen bieten nicht nur einen hohen Schutz gegen eintretende Feuchtigkeit, sondern sind auch perforationssicher gegen Hagelschlag und andere mechanische Einwirkungen. So ist sichergestellt, dass die Dachfläche des Grand Tower optimal gegen Wind und Wetter gewappnet ist. Für den Landschaftsgarten kam alternativ eine durchwurzelungsfest ausgerüstete Polymerbitumenbahn zum Einsatz. Um einen maximalen Schutz gegen Windsog und eine Begehbarkeit der verschiedenen Flächen zu erreichen, verlegten die Dachdecker der Willy A. Löw AG außerdem eine Kiesschicht bzw. einen Plattenbelag inklusive Trennlage.

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