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Frankfurt Kita Birminghamstraße, Frankfurt/Main Neubau der Kindertagesstätte St. Lioba in Frankfurt/Main

Objekt: Kindertagesstätte St. Lioba, Frankfurt/Main
Standort:
Birmingham-Straße 6, Frankfurt/Main
Planung:
Architektur raum-z architekten gmbh, Frankfurt/Main
Bauherr:
Stadt Frankfurt Frankfurt - Der Magistrat – Stadtschulamt
Nutzfläche:
820 m2
Dachabdichtung:
Willy A. Löw AG, Bad Homburg
Fertigstellung:
2015

Farbiger „Baukasten“ für Kinder

Um den Bedarf an Kindertagesstätten zu decken und dabei flexible Typenentwürfe zu erhalten, die kostengünstig an verschiedenen Standorten umgesetzt werden können, hat die Stadt Frankfurt/Main bereits 2009 einen offenen Wettbewerb durchgeführt. Zu den seinerzeit ausgewählten Entwürfen für einen modularen „Baukasten für Kindertageseinrichtungen“ zählt auch die im Stadtteil Nied nach Plänen von raum-z architekten für den Caritas-Verband Frankfurt fertiggestellte Kita St. Lioba.

Ausgehend von den Vorgaben der Stadt entwickelten die Planer die neue Kindertagesstätte als langgestreckten zweigeschossigen Flachdachbau mit abwechslungsreich gestalteter Fassade, mit flexibel nutzbaren Innenräumen sowie mit attraktiven Außenräumen. „Die kompakte Bauweise, die passive Nutzung von Solarenergie und eine optimierte Wärmedämmung von Dach und Wand sorgen dabei dafür, dass der Neubau den von der Stadt geforderten Passivhausstandard erreicht“, erklärt Projektarchitekt Lukas Hundhausen das grundlegende Konzept.

Nach außen hin wird der stirnseitig von der Birminghamstraße her erschlossene Baukörper durch den Wechsel von weißen und farbigen Putzflächen mit unterschiedlichen Oberflächenstrukturen geprägt. Besondere Kontraste setzen dabei die großen Fenster und die gezielt gesetzten Fensterbänder, vor denen farbige Holzlamellen einen ausreichenden Sonnenschutz ermöglichen. Im Innenraum des Neubaus stehen auf einer Nutzfläche von 820 Quadratmetern helle und freundlich gestaltete Räumlichkeiten für fünf Kindergruppen mit insgesamt 78 Mädchen und Jungen zur Verfügung, rund die Hälfte davon für Kleinkinder unter drei Jahren. Sämtliche Räume sind barrierefrei zugänglich, über einen Fahrstuhl kann man in die obere Etage gelangen. Komplettiert wird das Raumangebot durch ein großes Außengelände mit altersgerechten Spielgeräten: Neben einer Rutsche, einer Nest- und einer Hängeschaukel steht auch ein großer Sandkasten zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es ein kleines Fußballfeld, eine Wasserstelle und eine Bobbycar-Bahn.

Zweilagige Dachabdichtung aus Bitumenbahnen

Hohe Anforderungen bei der Fertigstellung der Kindertagesstätte stellte die Abdichtung der insgesamt rund 650 Quadratmeter großen Flachdachfläche des Gebäudes. Mit der Umsetzung sämtlicher Arbeiten war auf Basis einer öffentlichen Ausschreibung die Willy A. Löw AG aus dem nahe gelegenen Bad Homburg beauftragt worden. Das bundesweit tätige Unternehmen war in den vergangenen Jahren an der Fertigstellung zahlreicher Großprojekte in der Region Frankfurt/Main beteiligt, darunter beim Neubau der Deutschen Börse in Eschborn, beim WestendDuo in Frankfurt oder bei der Ende 2014 eröffneten Saint-Gobain-Zentrale in Offenbach.

Um einen bautechnisch sicheren Schutz gegen eindringende Feuchtigkeit zu erhalten, wählte das Dachdeckerunternehmen entsprechend der Vorgaben der Planer eine Ausführung als klassisches Warmdach mit einer zweilagigen Bitumenabdichtung. In einem ersten Schritt brachte das fünfköpfige Team der Willy A. Löw AG zunächst eine Bitumendampfsperre  auf der Betondecke des Gebäudes auf. Für eine effektive Wärmedämmung wurde anschließend ein im Mittel 488 Millimeter starkes, und damit passivhaustaugliches Gefälledachsystem aus EPS-Flachdachdämmplatten verlegt: „Das Gefälle von zwei Prozent garantiert dabei einen sicheren Abfluss von anfallendem Regenwasser“, erklärt der zuständige Projektleiter Dipl.-Ing. Ali Morina.

Abgeschlossen wurde der Aufbau durch eine zweilagige Bitumenabdichtung. Im ersten Schritt kam eine kaltselbstklebende Elastomerbitumen-Unterlagsbahn zum Einsatz. Parallel wurden dabei auch die Anschlüsse zu den vier großen Lichtkuppeln, zum Attikarand sowie zu den sonstigen ausgehenden Bauteilen ausgeführt. Als Oberlage wurde eine durchwurzelungsfest ausgerüstete Elastomerbitumenschweißbahn mit Polyestervlies-Einlage vollständig auf dem Untergrund verschweißt. Abschließend brachten die Dachdecker eine Kiesschicht auf, um so einen optimierten Abtransport von Regenwasser zu unterstützen. Nach rund zehnwöchiger Tätigkeit vor Ort konnte das Objekt damit im Dezember 2015 fristgerecht fertiggestellt, und  kurz darauf auch eröffnet und durch die Kinder in Beschlag genommen werden. Die hochwertig ausgeführte Bitumenabdichtung sorgt dabei dafür, dass das Dach auch langfristig gegen Feuchtigkeitsschäden geschützt ist.