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Essen Mehrfamilienhaus Gartenblick Dynamisch bewegt

Tag der Architektur 2015

Objekt: Haus GartenBlick, 2 Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 20 Eigentumswohnungen
Standort: Essen, Fulerumer Straße
Bauherr: Gravius Baumanagement GmbH
Planung: KenChiku Architektur + Design, Essen; Holger Gravius
Dachabdichtung: Senft Bedachung GmbH, Herten
Fertigstellung: 2014
Objekt Tag der Archtektur 2015

Dynamisch bewegt

Der Begriff „KenChiku“ kommt aus dem Japanischen und bedeutet „Architektur“, „Bauen“ oder „Gestalten“. Für den Essener Architekten Holger Gravius, den Inhaber des Büros KenChiku Architektur + Design, steht er gleichzeitig auch für die Verpflichtung, ganzheitliche, klare und individuelle gestalterische Lösungen zu entwickeln. Ein gutes Beispiel dafür sind die beiden zeitlos modernen, im KfW-70 Standard errichteten Mehrfamilienhäusern, die der Planer im vergangenen Jahr im Essener Südwesten fertiggestellt hat. Auf vier Ebenen stehen jeweils zehn offen geschnittene Eigentumswohnungen mit Grundflächen zwischen 64 und 134 Quadratmetern zur Verfügung.

Die Außenansicht der Häuser wird durch ein harmonisches und rhythmisch abwechslungsreich gegliedertes Zusammenspiel von unterschiedlichen Materialien geprägt. Ein markanter Blickfang sind dabei die elegant abgerundeten Balkone aus individuell gegossenen Betonfertigteilen, die auf der Westseite der Häuser aus der Fassade vorkragen. Einen angenehm warmen Kontrast zum Beton schaffen die hochwertigen Fassadenelemente in Holzoptik. Komplettiert wird der Eindruck durch leicht grünlich schimmernde Balkonbrüstungen aus Verbundsicherheitsglas sowie durch die abwechslungsreiche Farbgestaltung der Putzfassade mit cremeweißen und beigefarbenen Tönen.

Ebenso überzeugend präsentieren sich auch die klar strukturierten, nahezu barrierefreien Innenräume der Wohnungen. Ausgesuchte Materialien vom Bodenbelag bis zur Sanitärausstattung sowie großzügige Fensterflächen, Terrassen und Balkone mit Blick ins Grüne sorgen dabei für eine angenehme Wohnatmosphäre. Komplettiert wird das Konzept durch einen geringen Energieverbrauch entsprechend dem KfW-70 Standard. Neben einer Drei-Scheiben-Isolierverglasung und einer effektiven Dämmung tragen dabei auch eine sparsame Gasbrennwerttechnik sowie eine Solaranlage dazu bei, die Nebenkosten zu minimieren.

Dachaufbau mit Bitumenabdichtung

„Ausgehend von der Planung des Architekten haben wir auf dem Betonuntergrund zunächst einen Bitumenvoranstrich und eine Dampfsperre aus Elastomerbitumen verlegt“, beschreibt Dachdecker Michael Gallinat die ersten Maßnahmen vor Ort. Direkt darüber wurde anschließend eine 208 Millimeter dicke Dämmung aus EPS-Hartschaum aufgebracht. Das Gefälle von zwei Prozent stellt dabei einen sicheren Abfluss von Regenwasser sicher. Als erste Abdichtungslage wurde anschließend eine kaltselbstklebende Unterlagsbahn aus Spezial-Elastomerbitumen mit variabler Nahtverklebung verlegt. Als Oberlage kam eine beschieferte Elastomer-Bitumenschweißbahn zum Einsatz.


Hohe Anforderungen stellte die Ausbildung der verschiedenen Details und insbesondere der gedämmten Attikabereiche. Um hier oberhalb der Dämmung einen unterlaufsicheren Anschluss an die übrige Dachabdichtung zu erhalten und dabei stehende Wasserflächen zu vermeiden, kamen im Übergangsbereich zwischen waagerechten und senkrechten Bauteilen zusätzliche Eckkeile zum Einsatz, bevor dann auch hier eine untere Abdichtungslage von der Dachfläche bis zur Außenkante der Attika aufgebracht werden konnte. „Beim anschließenden Verlegen der Oberlagsbahnen haben wir dann jeweils Zuschnitte der Oberlagsbahnen von der Dachfläche bis an die Außenkante der Attika mit Nahtüberdeckung aufgeschweißt“, berichtet Michael Gallinat. Komplettiert wurde die Konstruktion durch eine indirekt befestigte Mauerabdeckung als Schutz gegen Schlagregen. Durch die professionelle Ausführung sämtlicher Arbeiten ist der Dachrand damit langfristig gegen Feuchtigkeit geschützt.