Technische Regeln Detailausbildungen

Hinweis: Alle nachfolgenden Detailskizzen dienen der prinzipiellen Darstellung und sind unmaßstäblich.

Allgemeines

(1) Genauso wichtig wie die einwandfreie Planung des Aufbaues und die fachgerechte Ausführung der einzelnen Schichten eines Flachdaches ist die funktionsgerechte Herstellung der An- und Abschlüsse der einzelnen Schichten an Dachrändern, aufgehenden Bauteilen und Durchdringungen.
(2) Die Voraussetzungen für die fachgerechte Ausbildung und Ausführung müssen bereits bei der Planung berücksichtigt werden, um Fehler zu vermeiden.
(3) Bei Dachabdichtungen, die der Anwendungskategorie K2 zugeordnet werden, sind ge-genüber der Standardausführung höhere Anforderungen an die Detailgestaltung zu beachten (s. DIN 18531-3, Ziffer 8).
(4) Anschlussbereiche sollen so ausgebildet und gestaltet sein, dass diese zur Überprüfung und Wartung stets zugänglich sind.
(5) An- und Abschlüsse an Dachrändern, aufgehenden Bauteilen und Durchdringungen sind unabhängig von der Anzahl der Lagen der Flächenabdichtung mindestens zweilagig auszuführen.
(6) Dachdurchdringungen und An- und Abschlüsse müssen dauerhaft luftundurchlässig ausgebildet werden, damit der Wärmeabfluss und Feuchteschäden vermieden werden, z. B. unter Verwendung geeigneter Dampfsperrbahnen.
(7) An- und Abschlüsse von Dachabdichtungen müssen bis zu ihrem oberen Ende wasserdicht sein und den mechanischen und thermischen Beanspruchungen sowie der Bewitterung Rechnung tragen. Es wird unterschieden zwischen Anschlüssen an Bauteilen, die mit der Unterkonstruktion fest verbunden sind (starrer Anschluss), und Anschlüssen an Bauteilen, die gegenüber der Unterkonstruktion Bewegungen unterschiedlicher Art unterworfen sind (beweglicher Anschluss).
(8) Eine starre Verbindung der Abdichtung an Bauteilen, die statisch voneinander getrennt sind, ist auf jeden Fall zu vermeiden, um eine Überbeanspruchung im Anschlussbereich durch Zug-, Schub- und Scherkräfte auszuschließen. Bei Anschlüssen an beweglichen Bauteilen sind deshalb entsprechende konstruktive Maßnahmen erforderlich.
(9) An- und Abschlüsse sollen aus den gleichen Werkstoffen wie die Dachabdichtung hergestellt werden. Werden unterschiedliche Werkstoffe verwendet, so müssen diese für den jeweiligen Zweck uneingeschränkt und dauerhaft geeignet und untereinander verträglich sein. Den besonderen Anforderungen der Detailausbildung wird durch Polymerbitumenbahnen Rechnung getragen. Sie zeichnen sich aus durch leichte Verarbeitbarkeit, hohe Wärmestandfestigkeit und Dauerhaftigkeit.

Wandanschlüsse

(1) Die Anschlusshöhe soll
– bei Dachneigung bis 5° (8,8 %) mind. 150 mm und
– bei Dachneigung über 5° (8,8 %) mind. 100 mm
über Oberfläche Belag oder Gesteinsschüttung betragen. In schneereichen Gebieten ist ggf. eine größere Anschlusshöhe erforderlich.
(2) Bei Dachabdichtungen aus Bitumenbahnen ist der Anschlussbereich mit einem Haftgrund vorzustreichen. Am Übergang vom Dach zum aufgehenden Bauteil sollte ein Keil, z. B. aus Dämmstoff, mit der Mindestabmessung 50 x 50 mm angeordnet werden, der eine bessere Fügetechnik gewährleistet. Für Anschlüsse sollen aufgrund der Standfestigkeit Polymerbitumenbahnen verwendet werden. Als Oberlage der Anschlüsse sind Polymerbitumenbahnen mit Beschieferung zu verwenden (UV-Schutz, Optik).
(3) Die Abdichtungsbahnen sollen nicht aus der Abdichtungs- in die Anschlussebene hochgeführt werden, sondern sind aus Gründen der handwerklichen Machbarkeit im Übergang abzusetzen. Bei Anschlusshöhen von mehr als 0,5 m ist es empfehlenswert, die Bahnen in
der Senkrechten zu unterteilen und zu befestigen.
(4) Der obere Abschluss von Anschlüssen muss gegen ablaufendes Niederschlagswasser und gegen Abrutschen gesichert sein. Zu diesem Zweck können Klemmschienen/-profile verwendet werden. Anschlüsse der Anwendungskategorie K2 sind vor Wasserbeanspruchung, z. B. durch einen überhangstreifen, zu schützen. Die Versiegelung von Klemmprofilen ist dazu nicht ausreichend.
(5) Bei nicht regendichten vorgesetzten Außenwandbekleidungen muss der Anschluss hinter diesen an der Wand hochgeführt, befestigt und abgedichtet werden.
(6) Bei Vorsatzmauerwerk, z. B. Blendstein, muss eine z-förmige Horizontalsperre über dem Anschluss angeordnet sein. Die Sperre muss hier an die hintere Wand hochgeführt und vollflächig angeschweißt sein.
(7) Mauerwerk o. ä., an dem die Dachbahnen des Anschlusses hochgeführt, geklebt oder befestigt werden, muss in der Oberfläche eben sein, ggf. ist eine fest haftende Putzschicht aufzubringen. Betonflächen im Anschlussbereich müssen glatt und eben sein und dürfen keine Kiesnester, Risse oder ausgebrochene Kanten aufweisen.
(8) Klemmprofile, die gleichzeitig die Regensicherheit übernehmen, müssen so formstabil sein, dass die Anschlussbahnen durchgehend angedrückt werden. Der Befestigungsabstand soll nicht mehr als 200 mm betragen. Dazu empfiehlt es sich, die Anschlussbahnen im Schienenbereich nicht zu überdecken, sondern durch entsprechenden Zuschnitt stumpf zu stoßen. Die Befestigungsmittel (z. B. Edelstahlschrauben mit Dübel) müssen eine durchgehende Anpressung sicherstellen. Die Einbaulänge der Klemmprofile soll wegen der thermischen Längenänderung nicht länger als 2,50 m sein.
(9) Zusätzliche Metallüberhangstreifen über Klemmschienen/-profilen erhöhen die Regensicherheit. überhangstreifen sollen mit dem oberen Ende in eine Nut oder Mauerwerksfuge, schräg nach oben verlaufend, eingeführt werden. Sie sind mit Dichtungsmasse zusätzlich zu sichern. Werden überhangstreifen am oberen Rand z-förmig abgekantet, muss die Abkantung schräg nach unten ausgeführt werden, so dass ablaufendes Niederschlagswasser nach außen abgeleitet wird.
(10) Bei senkrechten Fugen im Anschlussbereich, z. B. bei Fugen von Betonfertigteilen oder Bauwerksfugen, muss der Anschluss so ausgebildet werden, dass eine Dehnung über dem Fugenbereich möglich ist. Klemmschienen/-profile dürfen über beweglichen Fugen nicht durchlaufen. Die Fugen selbst sind durch konstruktive Maßnahmen (z. B. Abdeckungen mit Compri-Bändern) so auszubilden, dass der Anschlussbereich nicht durch Niederschlagswasser hinterlaufen werden kann.
(11) Bei geringfügigen Bewegungen im Anschlussbereich, z. B. bei Betonfertigteilen oder Holzaufkantungen, sollten Anschlussbahnen im übergangsbereich von Dachabdichtungsebene zur Anschlussfläche nicht mit dem Untergrund verbunden werden. über dem Keil kann der Einbau von Trennstreifen notwendig sein.
(12) Bei genutzten Dachflächen ist der Anschlussbereich gegen mechanische Beschädigung zu schützen, z. B. durch Schutz- oder Abdeckbleche, Steinplatten.

Detailskizzen

Detailskizze 2: Wandanschluss mit Polymerbitumenbahnen, z. B. Sanierung

Detailskizze 2, vdd Technische Regeln
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Detailskizze 4: Wandanschluss mit Polymerbitumenbahnen – Sanierung

Detailskizze 4, vdd Technische Regeln
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Dachrandabschlüsse: Dachrandausbildung

(1) Die Höhe von Dachrandabschlüssen soll
– bei Dachneigung bis 5° (8,8 %) mind. 100 mm
– bei Dachneigung über 5° (8,8 %) mind. 50 mm
über Oberfläche Belag oder Gesteinsschüttung betragen. In schneereichen Gebieten ist ggf. eine größere Anschlusshöhe erforderlich.
(2) Zweckmäßig sind Randaufkantungen aus Holz, Beton und Mauerwerk. Die Abdichtungsbahnen des Anschlusses sollen bis zur Außenkante der Aufkantungen geführt und befestigt werden. Die Anschlussbahnen sind im Übergangsbereich zur Dachebene abzusetzen. Bei Randhölzern oder Dämmschichten wird empfohlen, eine Lage der Dachabdichtung bis über deren äußere Unterkante herunterzuführen. Bei Anschlusshöhen von mehr als 0,5 m ist es empfehlenswert, die Bahnen in der Senkrechten zusätzlich zu unterteilen und zu befestigen.
(3) Als oberer Abschluss werden Abdeckungen angebracht. Die Abdeckung soll ein Gefälle von ≥ 2 % (≥ 1,2°) zur Dachseite aufweisen.
(4) Anstelle von Dachrandaufkantungen mit Abdeckungen können mehrteilige Dachrandabschlussprofile verwendet werden. Diese sind so zu konstruieren und zu montieren, dass sich die thermischen Längenänderungen der Profile nicht nachteilig auf die Abdichtung auswirken können.
(5) Der Anschluss vom Dachrandprofil zur Dachabdichtung ist mit einer Polymerbitumenbahn herzustellen.
(6) Im Dachrandbereich muss der Anschluss der Abdichtung winddicht hergestellt werden.

Dachrandabschlüsse: Dachrandabdeckungen

(1) Abdeckungen von Dachrandaufkantungen werden aus Metall, aus Faserzement oder anderen geeigneten Werkstoffen hergestellt.
(2) Dachrandabdeckungen sollen ein deutliches Gefälle (mind. 2 % (1,2°)) zur Dachseite aufweisen, damit Niederschlagswasser mit den auf der Blendenoberseite sich ablagernden Verunreinigungen nicht nach außen ablaufen kann.
(3) Der äußere senkrechte Schenkel von Abdeckungen soll den oberen Rand von Wandputz oder Wandbekleidungen zum Schutz vor Schlagregen überdecken (siehe folgende Tabelle).

Tabelle 6: Dachrandabdeckungen

Tabelle 6, vdd Technische Regeln
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Bei Wärmedämmverbundsystemen soll zwischen Außenputz und Abdeckprofil ein Komprimierband eingelegt werden. Es können auch andere geeignete Maßnahmen zum Schutz vor Schlagregen ergriffen werden.
(4) Der Überstand von Abdeckungen muss eine Tropfkante mit mind. 20 mm Abstand (siehe Tabelle 7) von den zu schützenden Bauwerksteilen erhalten.

Tabelle 7: Mindest-Auf-/Abkanthöhen

Tabelle 7, vdd Technische Regeln
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* Bei Kupfer mind. 50 mm
a = Tropfabstand
h1 = Abkantung
h2 = Aufkantung

(5) Stöße von Abdeckungen müssen so ausgebildet sein, dass durch temperaturbedingte Längenänderungen keine Schäden an Abdeckung, Abdichtung und Außenwand entstehen können.
(6) Die erforderliche Materialdicke von gekanteten Blechen ist abhängig von der Gesamtabwicklung und der Befestigungsart. Bei dünneren Blechen ist ein durchgehendes Versteifungsblech (Vorstoßblech) anzuordnen. Bei dickeren Blechen oder Strangpressprofilen kann die Befestigung auf Haltern erfolgen. Diese müssen so ausgebildet sein, dass die temperaturbedingten Längenänderungen der Abdeckungen nicht behindert werden.
(7) Halter- und Abdeckbleche müssen so befestigt werden, dass sie den zu erwartenden Windlasten standhalten.
(8) Dachrandabdeckungen können auch mit Schrauben direkt befestigt werden, wenn die Abdeckungen im Befestigungsbereich auf der Unterlage fest aufliegen und korrosionsbeständige Schrauben mit Dichtungsgarnituren verwendet werden. Dachrandbohlen sind über beweglichen Fugen zu trennen.
(9) Eckformstücke sollen eine Schenkellänge von ca. 250 mm an der Innenseite aufweisen und müssen mit mind. 3 Haltern befestigt werden.
(10) Bei Anschlüssen an aufgehenden Bauteilen sind Aufkantungen und Überhangstreifen erforderlich.
(11) An Kreuzungs- und Endpunkten sind Formteile notwendig.
(12) Durchdringungen an Dachrandabdeckungen sind zu vermeiden. Geländerstützen sind an der äußeren senkrechten Fläche oder an der Unterseite von Kragplatten zu befestigen. Blitzschutz oder Elektroleitungen sollen unter der Dachrandabdeckung herausgeführt werden.
(13) Abdeckungen aus anderen Werkstoffen sind sinngemäß auszuführen.
(14) Die Ausführungs- bzw. Montagevorschriften der Hersteller sind zu beachten.

Detailskizze 11: Dachrandabschluss mit Polymerbitumenbahnen mit mehrteiligem Profil

Detailskizze 11, vdd Technische Regeln
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Detailskizze 12: Dachrandabschluss mit Polymerbitumenbahnen

Detailskizze 12, vdd Technische Regeln
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Detailskizze 13: Dachrandabschluss mit Polymerbitumenbahnen – beweglich

Detailskizze 13, vdd Technische Regeln
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Dachrandabschlüsse: Anschlüsse an Schornsteine

(1) An Schornsteinen erfolgt der Anschluss von Dachabdichtungen sinngemäß wie die Ausbildung von Wandanschlüssen.
(2) Bei Schornstein-Vormauerwerk besteht die Gefahr, dass Feuchtigkeit oder Niederschlagswasser in das Mauerwerk eindringt und die Anschlüsse der Dachabdichtung hinterwandert. Deshalb sollen Schornsteinköpfe möglichst mit Bekleidung versehen werden. Ist dies nicht möglich, soll die Abdichtung hinter dem Mauerwerk hochgeführt werden.

Detailskizze 15: Kaminanschluss mit Polymerbitumenbahnen

Detailskizze 15, vdd Technische Regeln
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Sonderkonstruktionen: An- und Abschlüsse mit Blechen

(1) Lassen sich eingeklebte Winkelblechanschlüsse nicht vermeiden, werden sie aus abgekanteten Metallstreifen (z. B. Kupfer, Titanzink, Edelstahl) hergestellt. Diese Anschlüsse dürfen nur bei Anwendungskategorie K1 angewendet werden, sie sind Wartungsdetails und sollten zugänglich sein.
(2) Je nach Materialart sind Blechanschlüsse an Nähten und Stößen durch Löten wasserdicht zu verbinden. Falzverbindungen sind nicht zulässig.
(3) Dachrandabschlussprofile, die wie Blechverwahrungen direkt in die Dachabdichtung eingebunden oder eingeklebt werden, sind ungeeignet, weil die an den Stoßstellen auftretenden temperaturbedingten Bewegungen zu Rissen in der Dachabdichtung führen können.
(4) Unter und hinter Blechanschlüssen, die mit Beton oder Mörtel in direkten Kontakt kommen, muss eine Bitumenbahn als Schutz- oder Trennlage verlegt werden.
(5) Blechverwahrungen sind auf der Unterkonstruktion direkt durch Nagelung in ca. 50 mm Abstand versetzt zu befestigen. Bei nicht nagelbarem Untergrund sind zu diesem Zweck Nagelbohlen (Randhölzer) anzuordnen. Klebeflansche dürfen dachseitig nicht über Randhölzer überstehen oder müssen nach unten abgekantet werden.
(6) Die Einklebefläche von Blechanschlüssen muss mind. 120 mm breit sein. Die Einklebefläche muss sauber und fettfrei sein und sollte mit einem Voranstrich versehen werden. Die Abdichtungslagen müssen vollflächig im Lagenrückversatz aufgeklebt werden. Die aufgeklebte Abdichtung sollte mind. 10 mm vor der Aufkantung enden.
(7) Blechanschlüsse müssen mind. 150 mm über Oberfläche Belag hochgeführt werden. Das obere Ende von Blechverwahrungen muss mit einem zusätzlichen und getrennt angebrachten Überhangstreifen gegen hinterlaufendes Wasser abgesichert werden, wenn dies nicht durch andere Abdeckungen verhindert wird, z. B. vorgehängte regendichte Außenwandbekleidungen.
(8) Metallanschlüsse, die in wasserführenden Ebenen liegen, müssen bis mind. 20 mm über Oberfläche Dachhaut, Gesteinsschüttung oder Plattenbelag mit einem Korrosionsschutzanstrich versehen werden. Dies gilt nicht für Edelstahlbleche. Insbesondere sind die Richtlinien des ZVSHK zu beachten.

Sonderkonstruktionen: Anschlüsse an Türen

(1) Die Anschlusshöhe soll auch im Türbereich 150 mm über Oberfläche Belag oder Gesteinsschüttung betragen, um zu verhindern, dass bei Schneematschbildung, Wasserstau, Schlagregen, Winddruck oder bei Vereisung Niederschlagswasser über die Türschwelle eindringt.
(2) In Ausnahmefällen ist eine Verringerung der Anschlusshöhe möglich, wenn ein einwandfreier Wasserablauf im Türbereich sichergestellt ist. Dies ist dann der Fall, wenn sich im unmittelbaren Türbereich Terrassenabläufe oder andere Entwässerungsmöglichkeiten befinden, wie z. B. eine Dränrinne, so dass kein Wasserstau entsteht. Dabei soll eine Anschlusshöhe von 50 mm nicht unterschritten werden. Barrierefreie Übergänge sind Sonderlösungen
und erfordern deshalb zusätzliche Maßnahmen, die zwischen Planer, Ausführenden und Bauherrn abgestimmt werden müssen.
(3) Türen als Zugänge zu Dachterrassen und Dachflächen müssen im Bereich der Türschwellen und Türpfosten für einen einwandfreien Abdichtungsanschluss geeignet sein.
(4) Der Anschluss an Türschwellen kann durch Hochziehen der Dachabdichtung wie an Wandanschlüssen oder durch das Einbauen von Türanschlussblechen erfolgen. Anschlüsse müssen hinter Rolladenschienen und Deckleisten durchgeführt werden.
(5) An Türkonstruktionen aus Kunststoff sind aus Gründen der Durchführbarkeit und Machbarkeit Anschlüsse mit Anschlussblechen herzustellen oder kaltselbstklebende Bahnen einzusetzen. Dabei sind die Herstellervorschriften zu beachten.
(6) Hochgeführte Abdichtungen müssen am Türrahmen mechanisch, z. B. durch Klemmprofile, befestigt und abgedichtet werden. Blechverwahrungen an Türrahmen müssen in allen Ecken sorgfältig eingepasst, alle Nähte dicht gelötet und seitlich als Klebeflansch mind. 120 mm in die Wandanschlussebene fortgeführt werden.

Detailskizze 16: Türanschluss mit Polymerbitumenbahnen barrierefrei

Detailskizze 16, vdd Technische Regeln
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Detailskizze 17: Terrassentüranschluss mit Polymerbitumenbahnen

Detailskizze 17, vdd Technische Regeln
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Dachdurchdringungen: Allgemeines

(1) Dachdurchdringungen sind durch planerische Maßnahmen auf ein Minimum zu reduzieren und möglichst in Sammelschächten zusammenzufassen. Sie können mit Klebe- oder Klemmflanschen ausgeführt werden. Die Einklebefläche der Klebeflansche muss mind. 120 mm breit sein und ggf. mit Voranstrich versehen werden. Die aufgeklebte Abdichtung sollte mind. 10 mm vor der Aufkantung enden. Metallklebeflansche sind zu säubern und zu entfetten. Außerdem soll bei der Planung berücksichtigt werden, dass Aggregate und Aufständerungen auf ausreichend druckverteilenden Schutzschichten gesetzt werden. Ist dies nicht möglich, so sind Aggregate auf Stützen aufzusetzen. Sie müssen einen geschlossenflächigen, rechteckigen oder runden Querschnitt aufweisen. Der Abstand zwischen Oberkante der Abdichtung und Unterkante des Aggregats soll möglichst 0,75 m nicht unterschreiten.
Oberhalb der hochgeführten Abdichtung ist an der Stütze ein wasserabweisendes, dicht angeschweißtes Blech anzubringen.
(2) Bei Dachdurchdringungen soll der Abstand der Außenkanten der Klebeflansche untereinander und zu anderen Details mind. 300 mm betragen, damit die jeweiligen Anschlüsse fachgerecht hergestellt werden können.
(3) Estriche und Plattenbeläge dürfen nicht direkt an Durchdringungen anschließen. Sie müssen durch eine mind. 20 mm breite Fuge von diesen getrennt sein, damit der Anschluss der Dachabdichtung oder die Durchdringung selbst durch temperaturbedingte Bewegungen des Belags nicht gefährdet wird.
(4) Bei Dachneigungen < 2 % (< 1,2°) und bei Dächern der Anwendungskategorie K2 sollten die Anschlussflansche durch geeignete Maßnahmen, z. B. Dämmplatten, 0,5 m x 0,5 m x 0,05 m, aus der wasserführenden Ebene herausgehoben oder eingeschäumte Manschetten aus Polymerbitumenbahnen verwendet werden.

Dachdurchdringungen: Dunstrohre

(1) Der Anschluss der Dachabdichtung an Dunstrohre erfolgt mit vorgefertigten Hülsenrohren aus Metall oder aus Kunststoff, jeweils mit Klebeflansch. Die Klebeflansche sind in die Dachabdichtung einzubinden. Das obere Ende von Formstücken muss gegen hinterlaufendes Wasser gesichert sein.

Antennenmasten, Stützen und Verankerungen, Blitzschutzanlagen

(1) Antennenmasten o. ä. müssen in der Unterkonstruktion ausreichend sicher befestigt sein.
(2) Hülsen und Metallrohre müssen so ausgebildet sein, dass Tauwasser nicht in den Dachaufbau gelangen kann. Zwischen Hülse und Metall- oder Dunstrohr ist der Hohlraum mit z. B. PUR-Montageschaum auszuschäumen.
(3) Durch die Anlagenteile der Blitzschutzsysteme darf die Dichtheit des Daches nicht beeinträchtigt werden. Blitzschutzmaßnahmen sind mit in die Planung einzubeziehen.

Detailskizze 21: Einfassung mit Polymerbitumenbahnen

Detailskizze 21, vdd Technische Regeln
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Lichtkuppeln und Rauch- und Wärmeabzugsanlagen

(1) Diese bestehen in der Regel aus Aufsetzkranz und darauf getrennt angeordneten Lichtschalen bzw. Öffnungssystemen. Aufsetzkränze müssen auf dem Untergrund nach Herstellerangaben befestigt werden.
(2) Wird der Anschluss an Aufsetzkränze durch einen Klebeflansch mit Einklebefläche hergestellt, muss dieser mind. 120 mm breit sein. Eingeklebte Anschlüsse bei Dachneigungen unter 5° (8,8 %) sollen ca. 50 mm aus der wasserführenden Ebene angehoben werden. Der Übergang wird keilförmig ausgebildet.
(3) Es wird empfohlen, Anschlüsse von Dachabdichtungen an Lichtkuppelaufsetzkränze durch vollständiges Eindichten des Aufsetzkranzes bis zum oberen Rand herzustellen.
(4) Das Eindichten des Aufsetzkranzes erfolgt mit Polymerbitumen-Schweißbahnen. Bei Anschlusshöhen ≥ 150 mm ist die hochgeführte Abdichtung mechanisch zu befestigen, z.B. mit Klemmschiene oder Klemmprofil.
(5) Der Aufsetzkranz ist in der Regel mit einem Voranstrich vorzustreichen. Nach vollständigem Abtrocknen des Voranstriches sind die Polymerbitumen-Schweißbahnen aufzubringen. Bei hitzeempfindlichen Aufsetzkränzen hat die Verarbeitung vorzugsweise im Klappverfahren zu erfolgen oder es sind Kaltselbstklebebahnen mit entsprechendem Voranstrich einzusetzen. Insbesondere beim Einsatz von Kaltselbstklebebahnen sind die Herstellervorschriften zu beachten.
(6) Bei Dachneigungen bis 5° (8,8 %) soll sich die Oberkante des Aufsetzkranzes ca. 150 mm über Oberfläche Belag oder Gesteinsschüttung befinden.
(7) Bei Dachneigungen über 5° (8,8 %) sind geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um einen Wasseranstau vor der firstzugewandten Lichtkuppelseite zu vermeiden (z. B. Einbau von Dämmstoffkeilen).
(8) Bei Anordnung mehrerer Lichtkuppelelemente soll der Abstand zwischen den äußeren Kanten der Klebeflansche der Aufsetzkränze untereinander mind. 0,5 m betragen.
(9) Da bei großen Lichtkuppelelementen mit hohen thermischen Längenänderungen zu rechnen ist, wird empfohlen, die Länge der Lichtkuppelelemente auf 2,5 m zu begrenzen.
(10) Anschlüsse an Lichtbänder werden als Wandanschluss entsprechend Abschnitt 3.5.2 ausgeführt.

Bewegungsfugen

(1) Die Anordnung von Bewegungsfugen in der Dachkonstruktion richtet sich nach baukonstruktiven Erfordernissen. Sie sind in allen Schichten des Dachaufbaues auszubilden.
(2) Die erforderlichen Angaben über die zu erwartenden Bewegungen über Fugen müssen bei der Planung der Dachabdichtung vorliegen und sind Grundlage für die Konstruktion der Fugenausbildung.
Fugenflanken können sich relativ zueinander bewegen. Die Bewegungen können
– senkrecht zur Abdichtungsebene, z. B. Setzungen
– parallel zur Abdichtungsebene, z. B. Dehnung
– als Scherung
sowie in der Kombination dieser Einzelbewegungen auftreten.
Sie können langsam oder schnell, einmalig, selten oder häufig wiederholt auftreten und unterschiedlich groß sein. Daraus ergeben sich zwei unterschiedliche Fugentypen.
Fugentyp I liegt vor bei langsam ablaufenden Bewegungen oder einmaligen oder selten wiederholten Bewegungen (z. B. Setzungsbewegungen, Schwindverkürzungen oder Längenänderungen durch jahreszeitliche Temperaturschwankungen in oberseitig wärmegedämmten Dachflächen) von nicht mehr als 5 mm bei verklebten Abdichtungen bzw. nicht mehr als 10 mm bei lose verlegten Abdichtungen.
Fugentyp II liegt vor bei schnell ablaufenden Bewegungen oder häufig wiederholten Bewegungen (z. B. Längenänderungen durch tageszeitliche Temperaturschwankungen) sowie bei allen Bewegungen von mehr als 5 mm bei verklebten Abdichtungen bzw. mehr als 10 mm bei lose verlegten Abdichtungen.
(3) Fugen des Typs I können in der Abdichtungsebene ausgeführt werden. Bei verklebten Abdichtungen ist ein Schleppstreifen von mind. 200 mm Breite unter der Abdichtung anzuordnen. Bei lose verlegten Abdichtungen ist die Abdichtung über der Fuge ggf. durch geeignete Maßnahmen, z. B. durch Stützbleche, zu unterlegen.
Fugen des Typs II werden unter Berücksichtigung von Größe und Häufigkeit der Bewegungen durch Unterbrechung der Flächenabdichtung hergestellt. Mögliche Maßnahmen sind:
– schlaufenartige Anordnung geeigneter Polymerbitumenbahnen
– geeignete Fugenbänder mit Klebeflansch
– vorgefertigte Fugenkonstruktionen mit integrierten Dichtungsprofilen
– Los- und Festflanschkonstruktionen und Fugenbänder Fugen des Typs II sollen aus der Abdichtungsebene, z. B. durch Anordnung von Dämmstoffkeilen oder Aufkantungen, herausgehoben werden. Die Teilflächen sind unabhängig voneinander zu entwässern.
(4) Bewegungsfugen sollen nicht unmittelbar im Bereich von Wandanschlüssen angeordnet werden und dürfen insbesondere nicht durch Ecken von Wandanschlüssen oder Randaufkantungen verlaufen. Ist dies unvermeidbar, so sind besondere konstruktive Maßnahmen notwendig, die geplant werden müssen.
(5) Bei größeren Dehnungs-, Setzungs- oder Scherbewegungen, z. B. in Bergsenkungsgebieten, ist die Abdichtung über Bewegungsfugen durch Sonderkonstruktionen mit Abdeckungen oder Flanschkonstruktionen herzustellen.
(6) Bei Dachabdichtungen über Bewegungsfugen sind Polymerbitumenbahnen mit hoher Dehnfähigkeit zu verwenden.
(7) Bewegungsfugen sind bis zum Ende der Abdichtung durchzuführen, einschließlich der An- und Abschlüsse.

Detailskizze 26: Bewegungsfuge mit Polymerbitumenbahnen auf Stahlbetondecke

Detailskizze 26, vdd Technische Regeln
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Detailskizze 27: Fugentyp I

Detailskizze 27, vdd Technische Regeln
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Detailskizze 28: Gebäude – Bewegungsfuge mit Polymerbitumenbahnen und Abdeckung

Detailskizze 28, vdd Technische Regeln
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Dachentwässerung

siehe hierzu auch Anhang III, Entwässerung und Notentwässerung

Allgemeines

(1) Jede Dachfläche mit einer in das Gebäude abgeführten oder am Gebäude verlaufenden Entwässerung muss mind. einen Ablauf und einen Notüberlauf mit freiem Abfluss über die Gebäudefassade erhalten. Planung und Bemessung erfolgen nach DIN 1986-100.

(2) Innenliegende Dachentwässerungen hat der Planer an Tiefpunkten der Dachfläche anzu­ordnen, z.B. Anordnung der Abläufe an den Stellen maximaler Durchbiegung.

Dachgullys

(1) Die Flanschaußenkanten der Dachgullys müssen einen Abstand von mind. 300 mm von anderen Details haben. Durch Anordnung von Gegengefälle ist sicherzustellen, dass die Entwässerung von diesen Details weg erfolgt. Abläufe (Gullys) müssen so konstruiert und eingebaut sein, dass sie keine Wärmebrücke in der Dachkonstruktion bilden.

(2) Um einen einwandfreien Wasserablauf sicherzustellen, sollen Flansche von Dachgullys in die Unterlage eingelassen werden. Es wird empfohlen, die Wärmedämmschicht im Ab­laufbereich (ca. 1,0 m x 1,0 m) 20 mm dünner auszubilden.

(3) Bei wärmegedämmten Dachkonstruktionen mit Dampfsperre sind zweiteilige Dachgullys zu verwenden. Befinden sich unmittelbar unter der Decke beheizte oder genutzte Räume, so sind wärmegedämmte Dachgullys zu verwenden.

(4) Dachgullys sollen in der Unterkonstruktion befestigt werden.

(5) Der Anschluss der Dachabdichtung an Dachgullys erfolgt mit Fest- und Losflansch, Klebe­flansch oder integrierten Anschlussbahnen. Die Anschlussbahnen müssen auf das Material der Dachabdichtung abgestimmt sein.

(6) Fabrikgemäß vorgefertigte Dachgullys müssen DIN EN 1253-1 bis DIN EN 1253-4 ent­sprechen.

(7) Bei Begrünung ist der Bereich der Dachgullys von der Vegetation freizuhalten.

(8) Dachgullys müssen die Abdichtungsebene entwässern. Bei genutzten Dachflächen müssen sie auch die Oberfläche der Nutzschicht entwässern. Zur Kontrolle der Gullys sollten die Gitterroste herausnehmbar sein. Gitterroste, die im Nutzbelag fest eingebunden sind, dür­fen nicht gleichzeitig mit dem Dachgully fest verbunden sein. Die unabhängige Eigenbe­weglichkeit des Nutzbelages gegenüber dem Gitterrost ist einzuplanen.

Detailskizze 29: Anschluss mit Polymerbitumenbahnen am Dachgully mit Aufstockelement

Detailskizze 29, vdd Technische Regeln
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Traufausbildung mit Rinne

(1) Erfolgt die Entwässerung von Dachflächen über vorgehängte Dachrinnen, so sollte als Übergang ein Traufblech angeordnet werden. Die Einklebefläche von Blechanschlüssen muss mind. 120 mm breit sein. Die Einklebefläche muss sauber und fettfrei sein und sollte mit einem geeigneten Voranstrich versehen werden. Die Abdichtungslagen müssen vollflächig im Lagenrückversatz aufgeklebt werden.
(2) Bei nicht nagelbarem Untergrund sind Nagelleisten, bei einer vorhandenen Dämmschicht Randbohlen vorzusehen. Randbohlen müssen 10 mm dünner als die vorhandene Dämmschicht sein. Traufbleche sollen dachseitig nicht über die Randbohle oder Nagelleiste überstehen oder müssen nach unten abgekantet werden.
(3) Werden Verstärkungsstreifen oder die Oberlage der Dachabdichtung über die äußere Traufblechkante bis zur Abtropfkante heruntergezogen, dann hat das Traufblech keine Dichtfunktion, sondern eine Stützfunktion. Hier genügt eine lose Überlappung der einzelnen Traufbleche von ca. 50 mm und eine direkte Befestigung der Bleche durch versetztes Nageln in ca. 50 mm Abstand. Diese Ausführung entspricht der Anwendungskategorie K2.
(4) Rinneisen müssen in Deckunterlagen oder Randbohlen eingelassen sein.
(5) Vom Niederschlagswasser berührte Metallteile müssen mit einem Korrosionsschutz versehen sein. Dies gilt nicht für Edelstahlbleche.
Insbesondere sind die Richtlinien des ZVSHK zu beachten.