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Wiesbaden Wilhelm-Heinrich-von-Riehl-Schule Konzept der Flachdachsanierung der Wilhelm-Heinrich-von-Riehl-Schule in Wiesbaden-Biebrich

Objekt: Wilhelm-Heinrich-von-Riehl-Schule
Standort: Wiesbaden
Bauherr:
Landeshauptstadt Wiesbaden
Bauleitung/SIGEKO: Architekten Spuhler, Wiesbaden
Sanierungsplanung: Architekten Spuhler, Wiesbaden
Dachabdichtung: Fa. Philipp Bender GmbH & Co. KG, Rüsselsheim
Ausführungszei: 2005 bis 2012

Tropfen auf dem Schulheft

Feuchte Stellen im Klassenzimmer, Pfützen auf dem Flachdach – der Zustand vieler Schulen bereitet den zuständigen Schulleitern Kopfzerbrechen. Die unter Denkmalschutz stehende Wilhelm-Heinrich-von-Riehl-Schule in Wiesbaden-Biebrich erscheint da zunächst als Ausnahme. Herrschaftlich an einer schönen Allee gelegen, erstreckt sich das Hauptgebäude über 120 Meter. Eine prachtvolle Schmuckfassade aus dem Jahr 1910 und Räume mit hohen Decken lassen das Lernen mühelos erscheinen.

Zu flaches Flachdach

Die auf dem Schulhof gelegenen Anbauten aus den siebziger Jahren zeigen sich da schon anders. Schmucklos im Stil der Zeit wurden zwei massive Flachdachbungalows an die herrschaftliche Schule angedockt, die seitdem für schulische Zwecke und als Stadtteilbibliothek genutzt werden. Bei beiden Anbauten waren im Laufe der Jahre die Dächer undicht geworden.
„Das größte Problem stellte dabei das vorhandene 0°-Gefälle der Dächer dar“, so der für die Sanierung verantwortliche Architekt Thomas Spuhler. Regenwasser blieb in Pfützen auf den Dächern stehen und ließ an mehreren Stellen die darunter liegenden Räume feucht werden. „Zudem war die Dämmung unter der bekiesten Dachfläche mit ca. 5 cm Stärke mehr als unzureichend.“

Sanierungsplan

Die Sanierung der zwei ca. 600 qm großen Dachflächen sah zunächst den Abtrag des vorhandenen Dachaufbaus bis auf die blanke Betondecke vor. Auf eine neu verlegte Dampfsperre wurde eine Gefälledämmung aufgebracht, die mit Stärken von 80 bis 300 mm das erforderliche Mindestgefälle von 2% herstellt. Den Abschluss bildet eine zweilagige bituminöse Abdichtung und als oberste Schicht eine beschieferte Bahn. Der an aufgehende Bauteile angrenzende Dachbereich wurde aus Brandschutzgründen mit dem vorhandenen Kies des alten Daches bedeckt.
„ Auf einem Teilstück des Bibliotheksdaches war nur ein einzelner Dachablauf. Viel zu wenig für die ca. 180 qm große Dachfläche“, so Architekt Spuhler. Ein zusätzlicher Ablauf wurde mit Hilfe einer Kernbohrung durch die Attika geschaffen und ein neues Regenfallrohr an der Fassade herabgeführt.

Licht von oben

Ein kritischer Punkt bei der Sanierung stellten die vorhandenen Oberlichter auf dem von der Bibliothek genutzten Gebäude dar. Anstelle der vorhandenen Einfachverglasungen fertigte man eine Metallkonstruktion mit Isolierverglasung, die dem heutigen Stand der Energieeinsparverordnung entspricht. Mit der Sanierung bekamen die Oberlichter eine Zusatzfunktion: Ein Flügel ist nun motorisch zu öffnen und wird als RWA-Anlage zur Entrauchung genutzt. Auf das Dach des schulisch genutzten Anbaus wurden über dem Treppenraum zwei Lichtkuppeln eingebaut, die ebenfalls im Fall eines Brandes der Entrauchung dienen.

Um das gesamte Gebäude energetisch auf den neuesten Stand zu bringen, plante man im Zuge der Dachsanierung auch die Erneuerung der Fassade mit einem Wärmedämmverbundsystem.
„Wir haben diese Planung bei der Dachsanierung bereits berücksichtigt und lassen die Attika um die 10 cm Wärmedämmverbundsystem plus 1 cm Putz weiter auskragen“, führt Spuhler an. Die granit-schwarz beschieferte Bahn lässt die Flachdächer nun als homogene Fläche erscheinen, sodass die Schüler aus den Fenstern des alterwürdigen Schulhauptgebäudes einen schönen Ausblick auf sauber ausgeführte Flachdächer haben.