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Frankfurt am Main TaunusTurm Hoch über der Stadt

Objekt: TaunusTurm
Standort: Taunustor 1 - 3 /Neue Mainzer Straße 33-37, Frankfurt/Main
Projektentwickler: Tishman Speyer Properties Deutschland GmbH
Bauherr: Kaiserkarree S.à r.l., eine gemeinsame Projektgesellschaft von Tishman Speyer und CommerzReal AG
Planung: Gruber + Kleine-Kraneburg Architekten, Frankfurt am Main
Dachabdichtung: Willy A. Löw AG, Bad Homburg
Fertigstellung: 2013
Objekt Architektur 2014

TaunusTurm, Frankfurt am Main

Mit dem Neubau des 170 Meter hohen „TaunusTurms“ hat die Frankfurter Skyline einen imposanten Blickfang hinzugewonnen. Das vom Büro Gruber + Kleine-Kraneburg Architekten gestaltete Hochhaus setzt sich zusammen aus einem 40-geschossigen Büroturm, dem sich in Richtung Süden ein 18-geschossiger Wohnturm und ein als „Podium“ bezeichneter sechsgeschossiger Sockelbau anschließen. Ein charakteristisches Detail des Entwurfs sind die beiden gegenläufig geneigten Pultdächer des Büroturms. Gemeinsam mit der zweigeschossig gegliederten Verglasung betonen sie die aufstrebende Vertikalität des mit einer hellen Natursteinfassade gestalteten Neubaus. Im deutlichen Kontrast dazu stehen der vergleichsweise geschlossen aus hellem Kalkstein ausgebildete Sockel und der daraus erwachsene Wohnturm mit seinen unregelmäßigen Vor- und Rücksprüngen.

Im Büroturm stehen insgesamt 60.000 Quadratmeter stützenfreie Büroflächen in bester Lage zwischen Bankenviertel und dem direkt angrenzenden Grüngürtel der Taunusanlage zur Verfügung. Die Erschließung erfolgt dabei anders als bei sämtlichen anderen Gebäuden in der Neuen Mainzer Straße über eine 13 Meter hohe Eingangslobby zum anliegenden Park. Der angrenzende Wohnturm bietet auf einer Fläche von 7.500 Quadratmetern zusätzlich 44 Wohnungen mit unterschiedlichsten Grundrissen und Größen. Komplettiert wird das umfangreiche Raumprogramm durch 350 Tiefgaragenstellplätze sowie durch öffentliche Flächen, ein Lunch-Restaurant, Einzelhandelsflächen und je ein Technikgeschoss im Sockelbau und im Hochhauskopf.

Als eines der ersten Frankfurter Hochhausneubauten strebt der TaunusTurm eine Zertifizierung nach dem internationalen Standard LEED mit der höchsten Stufe Platinum an. Neben modernen Heiz- und Kühldecken sorgen unter anderem auch eine Anlage zur Nutzung von Regenwasser und ein intelligentes Aufzugskonzept für einen möglichst nachhaltigen Betrieb des Gebäudes.

Umfangreiche Dachabdichtungsarbeiten

Durch eine optimierte Logistik der ausführenden Ed. Züblin AG und den Einsatz vorgefertigter Verbundträger konnte der Neubau in lediglich zwei Jahren Bauzeit fertiggestellt werden. Eine große Herausforderung stellten dabei die Dachabdichtungsarbeiten dar, die nach einer bundesweiten Ausschreibung durch die Willy A. Löw AG aus Bad Homburg durchgeführt wurden. Das Unternehmen war bereits an der Fertigstellung zahlreicher anderer Hochhausprojekte in der Region um Frankfurt beteiligt. Ähnlich wie beim Neubau der Deutschen Börse, beim WestendDuo, beim Commerzbank Tower oder der Sanierung der Deutsche-Bank-Türme wurde dabei auch beim TaunusTurm entschieden, sämtliche Flachdachflächen mit einer hochwertigen Bitumenabdichtung gegen eindringende Feuchtigkeit zu schützen.

Die rund 2.500 Quadratmeter großen begehbaren Flachdachflächen auf dem Hochhauskopf, dem Podium und dem Wohnturm wurden als Warmdach aufgebaut und mit Bitumenbahnen zweilagig abgedichtet. Oberhalb einer Bitumen-Dampfsperre wurde dabei zunächst eine Gefälledämmung mit Schaumglas aufgebracht In den nächsten Arbeitsschritten kamen eine Elastomerbitumen-Dachdichtungsbahn und eine hochwertige Elastomerbitumen-Schweißbahn als Oberlage zum Einsatz. Einen ähnlichen Dachaufbau zeigen auch die 550 Quadratmeter großen begrünten Flachdachterrassen des Podiums und des Wohnturms. Oberhalb der Gefälledämmung und der als Unterlage verwendeten Elastomerbitumen-Schweißbahn wurde hier alternativ jedoch eine durchwurzelungsfeste Elastomerbitumen-Schweißbahn als Basis für die abschließende Begrünung verwendet. Die 600 Quadratmeter großen, um 35 Grad geneigten Pultdachflächen des Büroturms mit ihren dezent eingefügten Dachterrassen wurden abweichend als Metalldacheindeckung mit feuerverzinktem Stahlblech und einer Schaumglasdämmung ausgeführt.

Der überwiegende Teil der Dachabdichtungsarbeiten wurde in den fünf Monaten zwischen Anfang November 2013 bis Ende März 2014 durchgeführt. Während dieser Zeit war das Team der Willy A. Löw AG in Spitzenzeiten mit 30 Dachdeckern vor allem auf dem Hochhauskopf tätig. Besondere logistische Herausforderungen stellten dabei neben der Dachschräge des Hochhauskopfes auch die geringe Lagerfläche in 162 Metern Höhe und die damit erforderliche Koordination mit den anderen Gewerken auf der Baustelle. Trotz dieser erschwerten Rahmenbedingungen konnten sämtliche Arbeiten termingerecht in hoher Qualität fertiggestellt werden.