Bitumenbahnen Ökologie von Bitumenbahnen

Entsorgung von Bitumenbahnen

Polymerbitumen- und Bitumenbahnen können dem Recycling zugeführt werden. Hierfür gibt es praxiserprobte Verfahren. Abfälle aus Polymerbitumen- und Bitumenbahnen (Europäischer Abfallkatalog – EWC-Nummer 17 03 02 „Bitumengemische“) werden nach der gültigen Fassung des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes einer Entsorgung zugeführt.

Bitumenbahnen und Teer

Bitumen wird umgangssprachlich fälschlicherweise oft mit Teer gleichgesetzt. Bitumen und Teer sind beide zwar dunkelfarbig und wasserunlöslich, chemisch jedoch völlig unterschiedliche Stoffe. Bitumen ist ein Erdölprodukt, während Teer durch die Pyrolyse von Steinkohle gewonnen wird.

Seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts war der Anteil an Teer- bzw. Teersonderbahnen am gesamten Dachbahnenmarkt verschwindend gering. Seit 1979 ist das für die Herstellung von Polymerbitumen- und Bitumenbahnen verwendete Bitumen völlig frei von Teer und Teerprodukten. Ebenso werden keine Teerdachbahnen mehr hergestellt.

Beim Abriss von Altdächern, bei denen der Verdacht besteht, dass teerhaltige Produkte verarbeitet wurden, ist eine entsprechende Prüfung erforderlich. Werden teerhaltige Produkte rückgebaut, sind diese gem. Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz unter der EWC-Nummer 17 03 03 Teer und teerhaltige Produkte zu beseitigen. Regionale Abfallsatzungen sind zu beachten.

Bitumenbahnen und Asbest

Im Laufe der Jahre kam gelegentlich die Frage auf, ob Bitumenbahnen Asbest enthalten können, insbesondere im Zusammenhang mit der Entsorgung von Abrissmaterial. Eine Umfrage unter den aktuell im vdd Industrieverband Bitumen-Dach- und Dichtungsbahnen e.V. organisierten Herstellern von Bitumenbahnen ergab, dass diese seit 1979 kein Asbest mehr bei der Produktion von Bitumenbahnen verwendet haben. Mit dem Inkrafttreten der Novellierung der Gefahrstoffverordnung zum 1. Januar 1995 ist die Herstellung und Verwendung von Asbest in Deutschland generell verboten.

Unbedenklichkeit von Bitumen- und Polymerbitumenbahnen

Keine Wassergefährdung

Der Abdichtungsstoff Bitumen ist wasserunlöslich und enthält keine wasserbelastenden Stoffe, weshalb er auch zur Auskleidung von Trinkwasserbehältern eingesetzt werden darf. Aufgrund dieser Eigenschaften sind Bitumen- und Polymerbitumenbahnen von der Kommission zur Bewertung wassergefährdender Stoffe als nicht wassergefährdend eingestuft (Umweltbundesamt, Bitumen Kenn-Nr. 326). Eine detaillierte Liste zum Thema Wassergefährdung und Wassergefährdungsklassen finden Sie unter www.umweltbundesamt.de.

Unbedenklichkeit bei der Verarbeitung

Eine Reihe von Tests und Untersuchungen bestätigt: Eine Gefährdung der Verarbeiter ist beim Schweiß- bzw. Gießverfahren ausgeschlossen. Bei der Verarbeitung von Bitumen- und Polymerbitumenbahnen unterschreiten die gemessenen Luftkonzentrationen von Benzo(a)pyren, der Leitsubstanz Polyzyklischer Aromatischer Kohlenwasserstoffe (PAK) den in Deutschland geltenden Grenzwert von 70 ng/m3 (siehe TRGS 910) deutlich.

Außerdem wurden von der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft Messungen der Konzentrationen von Dämpfen und Aerosolen aus Bitumen auf Baustellen unter üblichen Arbeitsbedingungen vorgenommen. Die Ergebnisse sind in zwei Expositionsbeschreibungen zur Überwachung von Arbeitsbereichen „Schweißen von Bitumenbahnen“ sowie „Heißverarbeiten von Bitumen im Gießverfahren zum Verkleben von Dämmstoffen und Bitumenbahnen“ veröffentlicht.

Unbedenklichkeit von verlegten Polymerbitumen- und Bitumenbahnen

Neben arbeitsplatzbezogenen Analysen wurden auch Laboruntersuchungen hinsichtlich PAK-Emissionen von Bitumen bei Temperaturen von 80 °C bzw. 190 °C durchgeführt. Die Versuchsbedingungen wurden dabei so gewählt, wie sie in der Praxis kaum erreicht werden dürften. Die Auswertungen zeigten für alle gewonnenen und überprüften Substanzen keinerlei Anhaltspunkte für eine mutagene Wirkung (80 °C). Selbst bei sehr hohen Temperaturen (190 °C) konnte Benzo(a)pyren nicht nachgewiesen werden.

Untersuchungen der Universität in Gießen zeigen, dass Dämpfe und Aerosole aus Bitumen erst bei einer Mindesttemperatur von 80 °C nachweisbar sind. Unterhalb dieser Temperatur sind diese auch mit den neuesten Untersuchungsmethoden nicht nachweisbar. Die bei 80 °C gemessenen Konzentrationen von Dämpfen und Aerosolen aus Bitumen sind so niedrig, dass sie nur geringfügig über der Nachweisgrenze der empfindlicheren Analyseverfahren liegen.