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Mörfelden-Walldorf Kita Mörfelden-Walldorf Neubau der Kita XI in Mörfelden-Walldorf

Objekt: Kita XI
Standort:
Nordring 45, Mörfelden-Walldorf
Bauherr:
Stadt Mörfelden-Walldorf
Architektur:
wagner + ewald architekten, Ginsheim-Gustavsburg
Nutzfläche:
920 m2
Dachabdichtung:
  Klemens Ott GmbH, Miltenberg
Fertigstellung:
2016

Eingebunden in den grünen Umraum

In der Stadt Mörfelden-Walldorf bei Frankfurt/Main wurde Anfang des Jahres der Neubau der Kita XI fertiggestellt. Um die vierzügige Kindertagesstätte harmonisch in den naturnah gestalteten Außenraum einzufügen und einen Anschluss an das nur wenige Meter entfernte Waldgebiet Mönchbruch zu erreichen, realisierte das Büro wagner + ewald architekten aus Ginsheim-Gustavsburg den Entwurf als eingeschossigen Flachdachbau in Holzständerbauweise mit einer hinterlüfteten Fassadenkonstruktion aus Thermohölzern. Im Zusammenspiel mit einer hochwertige Zellulose-Dämmung und einer Photovoltaikanlage mit einer Leistung von rund 10 kWp gelang es dabei, die Auflagen der EnEV 2015 um rund 30 Prozent zu unterschreiten: „Die auch im pädagogischen Konzept des Kindergartens vorgesehene Naturverbundenheit wurde somit auch durch die Architektur und die Gebäudetechnik optimal umgesetzt“, fasst Architekt Uwe Ewald den Grundgedanken der Planung zusammen.

Betont wird der Bezug zum Umraum durch eine winkelförmige Anordnung des Baukörpers um einen nach Südwesten gelegenen, von allen Gruppenräumen aus direkt erreichbaren Spielgarten. Große Fensterflächen ermöglichen hier einen fließenden Übergang zwischen Innen und Außen und sorgen zudem für einen hohen Tageslichteinfall. Die weit ausladenden Überdachungen bieten gleichzeitig einen ausreichenden Sonnenschutz. Zusätzliche Akzente schaffen die leuchtend-bunten Farbfolien, mit denen einige der Fensterflächen hinterlegt sind.

Ebenso überzeugend präsentiert sich auch die Innenraumgestaltung der Kita XI. Über den geschützten Haupteingang unter einem großen Ahornbaum führt der Weg zunächst in eine erweiterbare Foyerzone, von der aus zwei flexibel nutzbare Hauptflure die verschiedenen Gruppenräume erschließen. Die Nutzung einfacher Materialien, die Integration bodentiefer Fenster sowie die Weiterführung des auch im Außenbereich erlebbaren Farbkonzeptes sorgen für ein helles und freundliches Ambiente, in dem sich die Kinder auf Anhieb wohl fühlen.

Zweilagige Bitumenabdichtung als Schutz gegen Feuchtigkeit

Ein wichtiges Bauteil in diesem Gesamtkonzept war die Ausbildung der insgesamt rund 1.000 Quadratmeter großen Flachdachfläche, die entsprechend der sonstigen Holzrahmenbauweise als Holzkonstruktion errichtet und abschließend mit 19 Millimeter starken OSB-Platten ausgeführt wurde. Mit der Umsetzung der anschließenden Abdichtungsarbeiten war die Klemens Ott GmbH aus Miltenberg beauftragt worden. Um eine hochwertige und bautechnisch sichere Lösung zu erhalten, die dem nachhaltigen Konzept der Architektur entspricht, wählte das Dachdeckerunternehmen entsprechend den Vorgaben eine Ausführung als klassisches Warmdach mit einer zweilagigen Bitumenabdichtung.

Oberhalb der OSB-Platten hatten die Holzbauer zum Schutz der Holzkonstruktion bereits eine hochreißfeste, zur Fixierung auf Holzwerkstoffen geeignete Trenn- und Abdichtungslage aus Bitumen als Dampfsperre aufgebracht. Direkt darüber verklebten die Dachdecker eine 70 bis 400 Millimeter starke EPS-Gefälledämmung mit PUR-Kleber. Das Gefälle von zwei Prozent garantiert dabei einen sicheren Abfluss von anfallendem Regenwasser. Eine besondere Herausforderung ergab sich dabei durch die winkelförmige Geometrie des Daches: „Denn für eine sichere Entwässerung mussten auf die Gefälledämmung zusätzliche Gegengefällekeile verlegt werden, um das Flächenwasser vorschriftsmäßig in die Abläufe zu führen“, erklärt Bauleiter Detlef Bayer.

Oberhalb der Dämmung kam zunächst ein 80 Millimeter starkes, mit einer Elastomer-Bitumen-Schweißbahn verschweißtes Klappdämmelement mit Wärmeleitstufe 035 zum Einsatz: „Dabei handelt es sich um ein spezielles Produkt mit werkseitig aufgebrachter erster Bitumen-Abdichtungslage und mit Polystyrol-Hartschaumdämmung. Dämmung und die erste Abdichtungslage lassen sich somit in einem Arbeitsgang verlegen“, erklärt Detlef Bayer. Als Oberlage wurde abschließend eine hochwertige Elastomerbitumenschweißbahn mit lichtgrauer Beschieferung vollständig auf dem Untergrund verschweißt. Nach rund sechswöchiger Tätigkeit, während der zumeist drei Mitarbeiter auf der Baustelle beschäftigt waren, konnte das Projekt damit im Dezember 2015 fristgerecht werden. Abschließend konnte dann die Installation der Photovoltaikanlage erfolgen; als wichtiger Baustein für einen nachhaltigen und kostengünstigen Betrieb des Gebäudes.