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Münster Grundschule Wolbeck-Nord Vielfältig nutzbarer Monolith

Gehört zu FDC-Teilnehmer: Frank Lohse
Art des Objekts: Bildungsbau
Name des Objekts: Grundschule Wolbeck-Nord
Fläche des Objekts: 4.000 m²
Baujahr: 2019 

Durch seine attraktive Stadtrandlage zählt der Stadtteil Wolbeck zu den begehrtesten Wohnlagen in Münster.

Nach dem preisgekrönten Entwurf von Lindner Lohse Architekten BDA aus Dortmund wurde hier pünktlich zum Schuljahresbeginn 2019/20 die Grundschule Wolbeck-Nord fertiggestellt. Entstanden ist ein heller zweigeschossiger Neubau mit angrenzender Sporthalle, der ganz bewusst als neuer Ortsmittelpunkt konzipiert wurde und auch für öffentliche Veranstaltungen genutzt werden kann. Auf dem westlichen Restgrundstück wurde in direkter Nachbarschaft eine Kindertagesstätte ebenfalls neu errichtet.

Die ruhige und selbstbewusste Architektur des Neubaus wird nach außen hin durch die klar strukturierte Klinkerfassade und die langgestreckten horizontalen Fensterbänder geprägt, die in unregelmäßigen Abständen von mintgrünen Faserzementpaneelen unterbrochen werden. Ein markantes Detail ist außerdem der schräg eingeschnittene Eingangsbereich, der einen fließenden Übergang vom Vorplatz zum Innenraum schafft und gleichzeitig einen gelungenen Kontrast zu den ansonsten orthogonalen Gebäudelinien bietet. Über einen Laubengang mit schrägen Stützen ist die Sporthalle angebunden. Der Baumbestand konnte erhalten werden und prägt den Pausenhof.

 

Ähnlich überzeugend präsentiert sich auch der Innenraum der Schule. Die Materialität ist geprägt durch Sichtbetonflächen und Eichenholz und wenige dezente Farbakzente. Zentrales Element der dreibündigen Anlage ist eine offene Lerntreppe, die sämtliche Bereiche fließend miteinander verbindet und in Kombination mit dem angrenzenden Forum und dem über eine mobile Trennwand zuschaltbaren Musikraum ein vielfältig nutzbares Raumangebot schafft. Dieser Bereich ist multifunktionaler Treffpunkt für das Schulleben und gleichzeitig flexibler Veranstaltungsort. Die Treppe unter dem großzügigen Oberlicht dient dabei als Tribüne.

 

Im Erdgeschoss befinden sich außerdem die Verwaltung, der Ganztagsbereich und die Küche mit Speiseraum. Im Obergeschoss schließen sich die clusterartig organisierten Lernbereiche an. Die Verkehrsflächen sind dabei so untergliedert, dass sie als flexible Lernorte genutzt werden können.

 

Sicher abgedichtetes Flachdach mit Photovoltaikanlage

Große Herausforderungen bei der Umsetzung des Gebäudes stellte die Abdichtung der sich über 1.390 m² erstreckenden Dachfläche dar, die einerseits als Standort für die Gebäudetechnik und einer Photovoltaikanlage dient und zudem drei Oberlichter sowie mehrere Lichtkuppeln integriert.

 

Um eine langfristig sichere Abdichtung sicherzustellen, wurde ein Warmdachaufbau mit zweilagig ausgeführter Bitumenabdichtung umgesetzt. Oberhalb der Stahlbetondecke des Gebäudes musste dazu zunächst eine Elastomerbitumen-Dampfsperrschweißbahn auf Voranstrich aufgebracht werden, direkt darüber wurde eine im Mittel 30 cm starke EPS-Dämmung verlegt. Die Neigung von mindestens zwei Prozent stellt dabei einen reibungslosen Abfluss von Regenwasser sicher. Im nächsten Schritt konnten die Fachhandwerker des beauftragten Dachbauunternehmens Topp Bedachungen aus Hamm mit dem Aufbringen der neuen zweilagigen Bitumenabdichtung beginnen. Als untere Abdichtungslage wurde eine Elastomerbitumen-Kaltselbstklebebahn verwendet, als obere Lage sorgt eine Polymerbitumen-Schweißbahn mit einer mechanisch hoch belastbaren Polyesterverbundträgereinlage für optimierten Schutz.

 

Besondere Sorgfalt erforderte die Abdichtung der drei Satteldach-Lichtbänder sowie der zahlreichen Lichtkuppeln: Um eine langfristig sichere Konstruktion zu erhalten, wurden an den Ecken der jeweiligen Aufsätze zusätzliche Eckverstärkungen unter thermischer Aktivierung aufgeklebt, bevor dann die beiden Abdichtungslagen aufgeschweißt werden konnten. Ebenso musste sichergestellt sein, dass kein Wasseranstau in den betreffenden Bereichen entstehen kann. Nach Fertigstellung sämtlicher Maßnahmen wurden abschließend die gebäudetechnischen Anlagen sowie die Photovoltaikanlage installiert. Nach rund 13-wöchiger Tätigkeit konnten die Dacharbeiten damit im November 2018 abgeschlossen werden.

 

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