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München Wohnanlage Wohnen am Mehrgenerationenplatz Forstenried, München

Objekt: Wohnen am Mehrgenerationenplatz Forstenried mit 78 Wohneinheiten
Standort: Limmatstraße 3-7, München
Bauherr: Wogeno München eG, vertreten durch die Cohaus München GmbH, München
Planung: bogevischs buero architekten & stadtplaner GmbH; H.P. Ritz Ritzer, Rainer Hofmann, München
Mitarbeit: Katrin Hauth, Katrin Zauner, Swantje Meiners, Stefanie Ammermüller, Julius Klaffke
Dachabdichtung: JNS Dachtechnik GmbH, Feldkirchen
Fertigstellung: 2014
Objekt Tag der Architektur 2015

Sanft abgeknickte Welle

Im Münchener Stadtteil Forstenried wurde im Sommer 2014 eine hochwertig gestaltete Wohnanlage mit insgesamt 78 Einheiten fertiggestellt. Der elegant detaillierte Riegel wurde durch die vor Ort ansässigen Architekten von bogevischs buero als Stahlbetonbau mit einer hochwertigen Außenhülle aus Holz geplant und präsentiert sich als sanft abgeknickte Welle mit wechselweise drei bis fünf Geschossen. Um eine hohe soziale Durchmischung vor Ort zu erreichen, bietet das Projekt einen breiten Mix an Wohnungen unterschiedlicher Größe und Finanzierungsart: Insgesamt wurden 74 Einzelwohnungen und vier betreute Wohngemeinschaften für Kinder, Jugendliche und Sehbehinderte integriert.

Der überwiegende Teil der Wohnungen wird über großzügige Laubengänge erschlossen, die gleichzeitig auch als gemeinschaftliche Balkone nutzbar sind und somit als halböffentliche Begegnungsflächen für die Bewohner zur Verfügung stehen. Als zusätzliche Gemeinschaftsflächen finden sich ein Waschraum, mehrere Gästeappartements sowie zwei Begegnungsräume mit Küche. Die abgestuften Gebäudeabschnitte in der Mitte des Riegels bieten außerdem zwei kollektiv nutzbare Dachterrassen mit schöner Aussicht auf die Umgebung.

Im ersten Entwurf war der Neubau noch in Massivholzbauweise vorgesehen. Stattdessen wurde der Baukörper schließlich in Stahlbetonweise mit einer klimatisch hochwertigen Holzaußenhülle errichtet. Im Verbund mit einer hochmodernen Gebäudetechnik, die neben einer Pelletheizung und einer Photovoltaik-Anlage auch eine Anlage zur Kraftwärmekopplung umfasst, gelang es den Architekten damit, die Auflagen des KfW55-Standards zu erreichen. Als zusätzliche ökologische Maßnahme wurde ein großer Teil der Dachfläche mit einer extensiven Dachbegrünung gestaltet.


Dachaufbau mit zweilagiger Bitumenabdichtung

Hohe Anforderungen bei der Ausführung des Neubaus stellte die Abdichtung der insgesamt 1.540 Quadratmeter großen Flachdachflächen sowie der vorkragenden Laubengänge. Die Ausführung sämtlicher Arbeiten erfolgte durch die JNS Dachtechnik GmbH aus Feldkirchen. Um eine bautechnisch sichere Abdichtung zu erhalten, wählten die Dachdecker für sämtliche Flächen einen Aufbau als klassisches Warmdach mit einer zweilagigen Bitumenabdichtung. In einem ersten Schritt wurde dabei zunächst eine fein besandete Elastomerbitumen-Dampfsperrschweißbahn zum Schutz gegen Diffusion auf die Stahlbetondecke des Gebäudes aufgeschweißt. Direkt darüber verklebten die Dachdecker anschließend eine hochwertige Dämmung aus Polyurethan. Das Gefälle von zwei Prozent ermöglicht dabei einen sicheren Abfluss von Regenwasser. Oberhalb der Dämmung kam zunächst eine schnellschweißbare Elastomerbitumenbahn als erste Abdichtungslage zum Einsatz. Als Oberlage wurde abschließend eine Elastomerbitumen-Schweißbahn mit integriertem Wurzelschutz aufgeschweißt. Im Bereich der beiden Dachterrassen wurden oberhalb einer Trennlage, einer Schutzmatte und eines Filtervlieses zusätzlich Betonplatten auf einer Splitschicht verlegt.

Insgesamt waren die Mitarbeiter der JNS Dachtechnik GmbH über einen Zeitraum von rund drei Monaten vor Ort und in dieser Zeit je nach Baufortschritt mit fünf bis sechs Kollegen auf der Dachfläche sowie den Laubengängen tätig. Nach Fertigstellung sämtlicher Abdichtungsmaßnahmen konnte abschließend mit dem Anlegen der Dachterrassen sowie der Dachbegrünung begonnen werden. Die verschiedenen Grünbereiche schaffen nicht nur eine willkommene biologische Ausgleichsfläche, sondern sie sorgen gleichzeitig für ein optimiertes Raumklima und einen verbesserten Rückhalt von Niederschlagswasser. Um einen widerstandsfähigen Aufbau zu erreichen, wählten die Planer eine extensive Begrünung mit Sedumsprossen und einer Kräutermischung. Eine zusätzliche Verbesserung der Öko-Bilanz des Gebäudes schafft die abschließend auf der Grünfläche montierte Photovoltaikanlage.