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Frankfurt am Main Tower 185 Bürohochhaus „Tower 185“ in Frankfurt am Main

Objekt: Tower 185
Standort: Friedrich-Ebert-Anlage 35, Frankfurt/Main
Bauherr: CA Immo Deutschland GmbH, Frankfurt/Main
Planung: Christoph Mäckler Architekten, Frankfurt/Main
Dachabdichtung: ISO-TEAM AFF GmbH, Erfurt
Fertigstellung: Dezember 2011

Objekt Tag der Architektur 2013

Hoch über „Mainhattan“

Neun der zehn höchsten Wolkenkratzer Deutschlands stehen in Frankfurt/Main. Neuester Fixpunkt der beeindruckenden Skyline von „Mainhattan“ ist der 2011 nach Plänen von Christoph Mäckler Architekten fertiggestellte „Tower 185“, der mit einer Höhe von 200 Metern nach der Commerzbank, dem Messeturm und dem Westend Tower auf Platz vier der bundesweiten Hochhausliste rangiert. Der in zentraler Lage zwischen Hauptbahnhof, Bankencity, Europaviertel und Messe gelegene Neubau stellt auf 50 Ebenen flexibel nutzbare Büros sowie Gastronomie und Geschäfte mit einer Gesamtfläche von rund 10.000 Quadratmetern zur Verfügung.

Um die unterschiedlichen Funktionen optimal zu integrieren und eine spannungsvolle Gesamtkomposition zu erzielen, die gleichzeitig einen markanten städtebaulichen Eingang zum neuen Europaviertel im Westen schafft, setzt sich der Neubau aus unterschiedlichen Baukörpern zusammen. Die Basis bildet ein sechsgeschossiger Sockel mit hellen Natursteinfassaden, der in die bestehende Blockrandbebauung eingefügt wurde und sich dabei als riesiges Hufeisen in Richtung Nordosten öffnet. Direkt darüber steigen zwei schmale Hochhaushälften mit Aluminium-Glas-Fassaden empor, die gemeinsam einen runden, gläsernen Mittelteil umschließen. Ein gelungenes architektonisches Detail der beiden Turmscheiben sind die elegant gegliederten Fassaden, die mit ihren schmalen Lisenen die vertikale Ausrichtung des Gebäudes betonen.

Der Neubau beeindruckt aber nicht nur optisch, sondern überzeugt auch durch eine niedrige Energiebilanz. Denn durch eine intelligente Gebäudetechnik sowie die Integration von großen Gründachflächen als ökologische Ausgleichsmaßnahme und als natürliche Dämmung spart der Tower 185 rund 25 Prozent Energiekosten gegenüber einem „normalen“ Hochhaus ein. Das Gebäude erreichte damit die Gold-Zertifizierung des internationalen Gütesiegels LEED (Leadership in Energy and Environmental Design).


Hochwertige Dachabdichtung für das Sockelgebäude

Eine große Herausforderung bei der Planung des Gebäudes bedeutete die Abdichtung der insgesamt etwa 10.500 Quadratmeter großen Flachdachflächen. Denn aufgrund der abweichenden Höhen und Nutzungen der betreffenden Dachebenen musste die Dachabdichtung jeweils unterschiedliche Anforderungen erfüllen: Für das Sockelgebäude mit seinen begrünten Dachterrassen musste eine hochwertige Lösung gewählt werden, die nicht nur widerstandsfähig gegen Witterungseinflüsse und UV-Strahlen ist, sondern die auch eine absolute Dichtheit unter der aufliegenden Begrünung gewährleistet. Für die Dachflächen der Hochhaustürme galt es dagegen, eine bautechnisch sichere Lösung zu finden, die insbesondere der hohen Windsogbelastung und den starken Temperaturschwankungen dauerhaft standhält.

Für die Dachfläche des Sockelgebäudes wählte das beauftragte Dachdeckerunternehmen ISO-TEAM AFF GmbH aus Erfurt entsprechend der Ausschreibung eine Ausführung als Warmdach mit einer dreilagigen Bitumenabdichtung. Oberhalb der auf die Stahlbetondecke aufgebrachten Dampfsperre kam dabei zunächst eine hochdruckfeste EPS-Dämmung ohne Gefälle zum Einsatz. „Auf diese Weise fließt das Regenwasser nicht sofort ab, sondern steht für die Bepflanzung des Gründaches zur Verfügung“, erklärt Projektleiter Jörg Schulz. Direkt darüber wurden eine kaltselbstklebende Elastomerbitumenbahn, eine zusätzliche Zwischenlage sowie eine wurzel- und rhizomfeste Elastomerbitumen-Schweißbahn als Oberlage aufgetragen. „Abschließend konnten dann die Gründächer angelegt werden.“

Verbundabdichtung in 200 Meter Höhe

Für die Dachflächen der Hochhausscheiben wählten die Dachdecker entsprechend der spezifischen Anforderungen alternativ eine stabile Verbundabdichtung mit einer Gefälledämmung aus Schaumglasplatten, die beidseitig mit einem Spezialglasvlies kaschiert sind. Die Dämmplatten wurden vor Ort in Heißbitumen verlegt und vollflächig verbunden. Als Zwischenlage wurde eine hochwertige Elastomerbitumenbahn in die Heißbitumenschicht eingegossen. Abschließend wurde eine Oberlage aus Vollelastomerbitumen mit einer hochreißfesten und besonders dehnfähigen Trägereinlage verlegt.

Eine dritte Lösung musste für das Technikgeschoss auf der sechsten Ebene gefunden werden. Da auf der Dachfläche im Zuge der Baumaßnahmen die unterschiedlichsten Gewerke auf engem Raum zusammenarbeiten mussten und hier außerdem das Materiallager untergebracht war, entschieden sich die Dachplaner gegen eine Ausführung als Warmdach und bildeten die Fläche stattdessen als robusteres Umkehrdach mit einer XPS-Dämmung aus. Insgesamt war die ISO-TEAM AFF Erfurt GmbH zeitweise mit bis zu vierzig Mitarbeitern auf der Baustelle tätig. Aufgrund des großen Umfangs der Maßnahme dauerte es dennoch rund zwei Jahre, bis das Projekt im Spätsommer 2011 abgeschlossen werden konnte.

Video

Tower 185 in Frankfurt beim Tag der Architektur