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München Technisches Betriebszentrum Technisches Betriebszentrum in München

Objekt: Technisches Betriebszentrum der Stadt München
Standort: Schrangenhofstraße 6, München
Bauherr: Baureferat (Hochbau), Landeshauptstadt München
Planung: Auer+Weber+Assoziierte, Stuttgart
Dachabdichtung: Werder Bedachungen, Leutersdorf
Fertigstellung: 2012

Objekt Tag der Architektur 2013

Ganz München im Blick

Im Stadtteil Moosach ist im vergangenen Jahr das neue Betriebszentrum der Stadtwerke München fertiggestellt worden. Der Neubau des renommierten Planungsbüros Auer+Weber+Assoziierte präsentiert sich mit zwei klar geschnittenen Baukörpern, die in Längsrichtung durch eine zentral gelegene glasüberdachte „Magistrale“ zum Be- und Entladen verbunden werden. Auf einer Nutzfläche von 13.000 Quadratmetern beherbergt der Komplex sämtliche Einrichtungen, die für die Überwachung und Sicherung des Straßenverkehrs der Landeshauptstadt notwendig sind – darunter die Funktionen des Verkehrszeichenbetriebs, der Straßenbeleuchtung sowie der Verkehrsleittechnik. Technisches Herzstück des Zentrums ist eine 40 Quadratmeter große Multimediawand, die die gesamte Verkehrslage und die Betriebszustände der technischen Anlagen aller Münchner Hauptstraßen visualisiert.

Der Zugang zum Gebäude erfolgt über den zurückversetzten und orangefarben markierten Haupteingang in Richtung Südwesten. Von hier aus wird zunächst der beheizte Gebäudeabschnitt mit den Verwaltungsräumen, der Verkehrsleitzentrale, den Werkstattbereichen, der Cafeteria sowie dem Warmlager erschlossen. Die tiefen Einschnitte in die Kubatur sorgen dabei für eine optimierte Tageslichtnutzung in sämtlichen Bereichen. Jenseits der Magistrale mit ihrer geneigten Stahldachkonstruktion schließen sich im unbeheizten Gebäudeabschnitt die Parkdecks für Dienst- und Mitarbeiterfahrzeuge sowie die übrigen Lagerräume an.

Nach außen hin werden beide Baukörper durch eine umlaufende Struktur aus netzartigem Streckmetall umhüllt und in ihrem Erscheinungsbild zusammengefasst. Der halbtransparente „Vorhang“, der je nach Tageszeit und Sonnenleichteinfall unterschiedlich stark reflektiert, erlaubt schemenhafte Einblicke auf die Vorgänge im Inneren und betont gleichzeitig den dynamischen und industriellen Charakter des Betriebszentrums. Besonders eindrucksvolle Perspektiven ergeben sich dabei während der Dämmerung oder bei Dunkelheit, wenn die hell beleuchteten Parkdecks mit den Einsatzfahrzeugen zur eindrucksvoll in Szene gesetzten städtischen Bühne werden.

Kompaktdach mit Bitumenabdichtung

Um das als Stahl- und Stahlbetonkonstruktion errichtete Gebäude langfristig gegen Feuchtigkeitsschäden zu schützen, wurden die unterschiedlichen Dachflächen mit Bitumenbahnen abgedichtet. Mit der Ausführung der Maßnahme war nach einer bundesweiten Ausschreibung die Werder Bedachungen GmbH & Co. KG beauftragt worden. Das Unternehmen aus dem sächsischen Leutersdorf beschäftigt rund 140 Mitarbeiter und realisiert Projekte im gesamten Bundesgebiet. „Der Auftrag in München umfasste insgesamt rund 3.000 Quadratmeter“, erklärt Projektleiter Jan Schier. „Der größte Teil davon betraf die in Rohbeton errichteten Flachdachflächen des beheizten Gebäudeabschnittes mit den zurückspringenden Innenhöfen.“ Zusätzlich mussten die mit Trapezblechen ausgeführten Decken des Kalthauses über der Kranhalle und der Rampe zu den Parkdecks mit einer Fläche von rund 1.160 Quadratmetern abgedichtet werden.

Um eine hohe Druckfestigkeit und Widerstandsfähigkeit zu erzielen, wurden die unterschiedlichen Flächen als Kompaktdach ausgeführt. Oberhalb der in Heißbitumen eingerollten Dampfsperre wurde dabei zunächst eine PUR-Ausgleichsdämmung mit einer Stärke von 200 Millimetern und einem Mindestgefälle von zwei Prozent aufgebracht, um einen sicheren Abfluss des Regenwassers sicherzustellen. Direkt darüber kam als untere Abdichtungslage eine Elastomer-Bitumen-Abdichtungsbahn mit einer Kombinationsträgereinlage zum Einsatz

Als oberste Lage wurde dann eine wurzelfeste und oberseitig beschieferte Elastomer-Bitumenschweißbahn vollständig auf dem Untergrund aufgeschweißt. Abschließend konnte die gesamte Dachfläche dann begrünt werden. Zusätzlich mussten die Gehwegplatten für die Wartung aufgebracht und Notüberläufe aus Edelstahl sowie eine Attikaabdeckung und Schutzbleche montiert werden. „Um die unterschiedlichen Arbeiten termingerecht auszuführen, waren wir rund zwölf Monate lang mit wechselweise sechs bis zehn Mitarbeitern vor Ort“, fasst Jan Schier den Umfang der Maßnahme zusammen. Aber der Aufwand hat sich gelohnt. Immerhin ist das Gebäude nicht nur beim diesjährigen Tag der Architektur vertreten, sondern war auch für den vom Bund Deutscher Architekten vergebenen BDA Preis Bayern 2013 vertreten.