HOME Architektur Sanierung › Sanierung Rhielschule

Sanierung Rhielschule

Tropfen auf dem Schulheft
Konzept der Flachdachsanierung der Wilhelm-Heinrich-von-Riehl-Schule in Wiesbaden-Biebrich

Rhielschule Sanierung

Frankfurt
Feuchte Stellen im Klassenzimmer, Pfützen auf dem Flachdach - der Zustand vieler Schulen bereitet den zuständigen Schulleitern Kopfzerbrechen. Die unter Denkmalschutz stehende Wilhelm-Heinrich-von-Riehl-Schule in Wiesbaden-Biebrich erscheint da zunächst als Ausnahme. Herrschaftlich an einer schönen Allee gelegen, erstreckt sich das Hauptgebäude über 120 Meter. Eine prachtvolle Schmuckfassade aus dem Jahr 1910 und Räume mit hohen Decken lassen das Lernen mühelos erscheinen.

Zu flaches Flachdach
Die hinter dem Hauptgebäude Richtung Schulhof gelegenen Anbauten aus den siebziger Jahren zeigen sich da schon anders. Schmucklos im Stil der Zeit wurden zwei massive Flachdachbungalows an das herrschaftliche Haupthaus angedockt, die seitdem für schulische Zwecke und als Stadtteilbibliothek genutzt werden. Bei beiden Anbauten waren im Laufe der Jahre die Dächer undicht geworden.

„Das größte Problem stellte dabei das vorhandene zu geringe Gefälle der Dächer dar“, so der für die Sanierung verantwortliche Architekt Thomas Spuhler. Regenwasser blieb in Pfützen auf den Dächern stehen und ließ an mehreren Stellen die darunter liegenden Räume feucht werden. „Zudem war die Dämmung unter der bekiesten Dachfläche mit ca. 5 cm Stärke mehr als unzureichend.“

Sanierungsplan
Die Sanierung der zwei ca. 600 qm großen Dachflächen sah zunächst den Abtrag des vorhandenen Dachaufbaus bis auf die blanke Betondecke vor. Auf eine neu verlegte Dampfsperre wurde eine Gefälledämmung aufgebracht, die mit Stärken von 80 bis 300 mm das empfohlene Mindestgefälle von 2% herstellt. Den Abschluss bildet eine zweilagige Abdichtung aus Polymerbitumenbahnen mit einer beschieferten Oberlagsbahn.

„ Auf einem ca. 180 qm großen Teilstück des Bibliothekdaches war nur ein einziger Dachablauf. Viel zu wenig für diese große Dachfläche“, so Architekt Spuhler. Ein zusätzlicher Ablauf wurde mit Hilfe einer Kernbohrung durch die Attika geschaffen und ein neues Regenfallrohr an der Fassade herabgeführt.

Licht von oben
Ein kritischer Punkt bei der Sanierung stellten die vorhandenen Oberlichter auf dem von der Bibliothek genutzten Gebäude dar. Auf Grund von nicht ausreichenden Dämmeigenschaften der vorhandenen Oberlichter fertigte man eine neue Metallkonstruktion mit Isolierverglasung, die dem heutigen Stand der Technik und der Energieeinsparverordnung entspricht. Dabei bekamen die Oberlichter noch eine Zusatzfunktion: Ein Flügel ist nun per Motor zu öffnen und wird als RWA-Anlage im Brandfall zur Entrauchung genutzt. Auf das Dach des schulisch genutzten Anbaus wurden über dem Treppenraum zwei Lichtkuppeln eingebaut, die ebenfalls als RWA-Anlage dienen.

Um das gesamte Gebäude energetisch auf den neuesten Stand zu bringen, plante man im Zuge der Dachsanierung auch die Erneuerung der Fassade mit einem Wärmedämmverbundsystem.
„Wir haben diese Planung bei der Dachsanierung bereits berücksichtigt und lassen die Attika um die 10 cm Wärmedämmverbundsystem plus ca. 1,5 cm Putz weiter auskragen“, führt Spuhler an. Die granit-schwarz beschieferte Bahn lässt die Flachdächer nun als homogene Fläche erscheinen, sodass die Schüler aus den Fenstern des altehrwürdigen Schulhauptgebäudes einen schönen Ausblick auf sauber ausgeführte Flachdächer haben.

Bauherr: Landeshauptstadt Wiesbaden, Der Magistrat Hochbauamt,
Projektleitung: Herr Jochen Frech.
Planung + Bauleitung: asp Architekten Spuhler GbR, Wiesbaden,
Mitarbeit: Herr Andreas Starnofsky

Ausführende Firmen:
Dachabdichtung: Fa. Philipp Bender GmbH & Co. KG, Rüsselsheim
Metallbauarbeiten: Fa. KMT, Tiefenbach
Blitzschutz: Fa. Ried-Blitzschutz, Wiesbaden