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Kurvenreich mit 100 Jahren
„Was mich verlockt ist die Kurve, frei und sinnlich, die Kurve, die ich in den Bergen meines Landes finde, im gewundenen Lauf seiner Flüsse, in den Wellen des Meeres, im Körper der geliebten Frau.“
Oscar Niemeyer, einer der letzten lebenden großen Architekten der Moderne wurde am 15. Dezember 2007 100 Jahre alt. In den 73 Jahren seit Abschluss seines Studiums ist ihm gelungen, wovon viele andere Architekten träumen: Gebäude zu bauen, die scheinbar schweben mit Beton, der kein Gewicht zu haben scheint. Nur ein glücklicher Mensch kann solche Architektur entwerfen. "Ich versuchte, eine kohärente Arbeit zu machen, nicht prätentiös zu sein", sagte Oscar Niemeyer in der Fernsehreihe "Baukunst" über sein größtes Projekt, die Erbauung der brasilianischen Hauptstadt Brasilia. Seine Gebäude sind Kunstwerke, die überraschen und tief berühren.
War Niemeyer durch die Errichtung des Ministeriums für Bildung und Gesundheit in Rio de Janeiro in Zusammenarbeit mit Le Corbusier bekannt geworden, verhalf ihm die Arbeit an der neuen Hauptstadt Brasilia zum internationalen Durchbruch. Das Gefühl im Licht zu baden, wenn man in Brasilias Kathedrale steht, die großen Gesten der zwei umgekehrten Schalen mit denen das Congresso Nacional signalisiert, welcher Bereich öffentlich ist und welcher nicht, hinterlassen bis heute einen bleibenden Eindruck. Die nach Brasilia folgenden Bauten sind nicht weniger spektakulär, wie beispielsweise das Museu de Arte Contemporânea in Niterói, das einem Raumschiff gleicht, das auf dem vorspringenden Fels gelandet ist, oder das Casino in Funchal auf Madeira, das an die Kathedrale von Brasilia erinnert.
Er inspiriert Generationen von Architekten und sitzt bis heute am Zeichenbrett.

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