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Jena Hans-Knöll-Institut Neubau für das Hans-Knöll-Institut in Jena

Objekt: Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie - Hans-Knöll-Institut
Bauherr: Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie - Hans-Knöll-Institut
Standort: Beutenbergstraße 11, Jena
Planung: Beeg Lemke Architekten GmbH, München
Dachabdichtung: Holl Flachdachbau, Hohenleuben
Fertigstellung: September 2012

Objekt Tag der Architektur 2013

Organische Grundform

Das heutige Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut in Jena war vor der Wende das größte biowissenschaftliche Forschungszentrum der DDR. Im September 2012 wurde der in den 1950er-Jahren sukzessive errichtete Komplex durch einen markant gestalteten Institutsneubau erweitert und zu einem räumlich gefassten Campus in Hanglage ergänzt. Der Entwurf der Münchener Architekten Beeg Lemke bietet auf drei Ebenen mit einer Nutzfläche von 2.500 Quadratmetern flexibel nutzbare Arbeitsräume und Labore mit Einzel- und Großräumen. Komplettiert wird der Neubau durch einen östlich angrenzenden, im Kontrast lediglich zweigeschossig ausgebildeten Pavillon mit Blick auf das Saaletal. Die hier angesiedelten Seminarräume für wissenschaftliche Veranstaltungen ermöglichen dem Hans-Knöll-Institut eine intensivierte Zusammenarbeit mit der Universität Jena sowie mit dem Universitätsklinikum und der Fachhochschule Jena.

Eine Besonderheit des Neubaukomplexes ist die organische Grundform der beiden Baukörper, die einen sinnfälligen Bezug zum mikrobiologischen Forschungsinhalte des Institutes schafft und sich gleichzeitig wohltuend von den Bestandsgebäuden am Standort abhebt. Beim Näherkommen erschließen sich dabei auch architektonische Details wie die elegant abgerundeten Gebäudeecken oder die Farbnuancen der Fassade mit ihren horizontal gegliederten Fassadenpaneelen.

Der über einen schmalen Verbindungstrakt an den Hauptbau angegliederte Pavillon wurde abweichend mit einem großzügig verglasten Erdgeschosssockel und einem deutlich vorkragenden, teilweise aufgeständerten Obergeschoss ausgebildet. Die ungewöhnliche Gestaltung ermöglicht eine offene Verbindung zwischen dem Campus und der Landschaft und betont so die attraktive Hanglage des Standortes. Die Aufnahme von unterschiedlichen Baufluchten aus der Nachbarschaft ermöglicht gleichzeitig eine gute Einbindung des Neubaus in die angrenzende Wohnbebauung.

Wurzelfeste Dachabdichtung aus Bitumen

Die Ausführung der Dachabdichtungsarbeiten erfolgte durch die Firma Holl Flachdachbau aus dem thüringischen Hohenleuben. Die Firma ist an 17 Standorten im gesamten Bundesgebiet präsent und kann so eine optimale Betreuung der jeweiligen Projekte gewährleisten. Beim Hans-Knöll-Institut führten die Dachdecker neben dem insgesamt rund 1.030 Quadratmeter großen Dach des Hauptgebäudes und dem 400 Quadratmeter großen Dach des Seminargebäudes auch die Dachflächen der Tiefgarage aus. Insgesamt war das Team mit drei bis sechs Mitarbeitern vor Ort.

Das Flachdach des Hauptgebäudes wurde als Umkehrdach ausgeführt, um eine bautechnisch optimale Lösung zu erhalten und das Risiko von kostspieligen Bauschäden zu minimieren. Nach der Grundierung des Betonuntergrundes mit einem Voranstrich auf Basis von Elastomerbitumen wurde dabei zunächst eine erste Lage Elastomerbitumenbahnen aufgebracht. Direkt darüber wurde dann eine wurzel- und rhizomfeste Elastomerbitumenschweißbahn als Oberlage im Schweißverfahren verlegt. Eine Herausforderung bildeten dabei insbesondere die Anschlüsse an die vorhandenen Technikaggregate und an die speziellen Dachabläufe. In nächsten Schritt folgte die Verlegung der 200 Millimeter starken XPS-Dämmung, bevor abschließend das Gründach angelegt werden konnte.

Die Dachfläche des separat gelegenen Seminargebäudes wurde abweichend für eine vereinfachte Planung und Ausführung als Warmdach ausgebildet. Oberhalb der Stahlbetondecke wurde dabei zunächst eine Schaumglas-Gefälledämmung in unterschiedlichen Stärken verlegt. Für die doppellagige Bitumenabdichtung wählten die Dachdecker erneut eine Elastomerbitumendachbahn und eine durchwurzelungsfeste Elastomerbitumenschweißbahn als Oberlage, um abschließend dann das Gründach anlegen zu können. Die Begrünung fungiert nicht nur als willkommene ökologische Ausgleichsfläche, sondern ermöglicht gleichzeitig auch eine optimierte Wärmedämmung für die beiden Gebäude.