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Gütersloh Miele, Lagerhalle Gebäude 49 Erweiterung der Lagehalle um 7.000 Quadratmeter

25.000 Quadratmeter Flachdach – wer pro Jahr solch riesige Flächen neu baut oder saniert, überlegt sich genau, welche Baustoffe er dafür einsetzt.

Objekt: Lagerhalle Gebäude 49
Standort: Gütersloh
Bauherr: Miele
Planung: Hans-Martin Bräkling, Abteilungsleiter Hochbau in der Bauabteilung bei Miele
Dachabdichtung:
Fertigstellung:

Auf Industriedächern müssen Dachbahnen besonderen Anforderungen standhalten. Einerseits handelt es sich in der Regel um wesentlich größere Dachflächen und andererseits sorgen Produktionsabläufe innerhalb der Hallen für zusätzliche Wärmebelastung von unten. Damit ergeben sich hohe Beanspruchungen für den gesamten Dachaufbau. Ein Erweiterungsbau bei Miele in Gütersloh zeigt, was beim Bau großer Dachflächen zu beachten ist.

Langzeituntersuchungen auf den Dächern des Unternehmens haben gezeigt, dass Kunststoffbahnen im Laufe der Jahre massiv an Weichmachern verlieren. Die Folge sind Brüche und Risse innerhalb der Bahnen, die auch zu Schäden der Dachunterkonstruktion führen können. Bei sämtlichen Miele-Dächern bestand deshalb früher verstärkter Sanierungsbedarf. Ein Schadensfall am Dach kann Produktionsausfall, den Verlust von Lagerbeständen oder einen Imageverlust durch Lieferprobleme nach sich ziehen, ein Szenario, das ein Qualitätshersteller sich nicht erlauben kann.

Das Unternehmen Miele verwendet für die Dachabdichtung inzwischen nur noch Polymerbitumenbahnen. Ein Beispiel hierfür ist der Erweiterungsbau der Lagerhalle "Gebäude 49" in Gütersloh. Aufgabe war es, eine bereits bestehende Halle von 8.000 Quadratmetern Grundfläche um weitere 7.000 Quadratmeter zu ergänzen.

Saubere Konstruktion

Damit die Dächer langfristig dicht bleiben, entschied man sich vor zehn Jahren dazu, nur noch Polymerbitumenbahnen zu verwenden: bei allen Werken und Niederlassungen von Miele weltweit. Die Herausforderung an eine Dachbahn im Industriebau ist ihre Anpassungsfähigkeit an ständig wechselnde Nutzungen. Neue Durchdringungen, Lichtkuppeln und Entlüftungskamine fordern eine problemlose Anschlussmöglichkeit von neuen Dichtungsbahnen an bestehende – eine Aufgabe, die bei Polymerbitumenbahnen aufgrund ihrer stofflichen Eigenschaften jederzeit problemlos ausführbar ist. Den Erweiterungsbau von Gebäude 49 plante Hans-Martin Bräkling, Abteilungsleiter Hochbau in der Bauabteilung bei Miele, als eine Konstruktion aus Stahltrapezblech. Diese Ausführung ist bei dem Unternehmen zum Standard geworden. Auf dem tragenden Blech liegt eine feste feuerbeständige Mineralfaserdämmung, darauf wiederum eine zweilagige Abdichtung aus Polymerbitumenbahnen. Auf eine Dampfsperre wird völlig verzichtet. Lediglich bei Bauwerken mit besonders hohen Innentemperaturen, wie sie beispielsweise bei der Elektronikabfertigung entstehen, sieht Miele den Einsatz einer Dampfsperre vor. In diesen Produktionshallen kommt es aufgrund des starken Temperaturgefälles von innen nach außen zu einem besonders hohen Dampfdiffusionsdruck, der zu Tauwasserniederschlag in der Konstruktion führen könnte. Bei Gebäude 49 handelt es sich aber um eine Lagerhalle mit unproblematischen niedrigen Temperaturen.

Wartungskonzept

Neben widerstandsfähigen Baumaterialien und einer gewissenhaften Bauausführung trägt auch ein durchdachtes Wartungskonzept zur Langlebigkeit von Dächern bei, das weiß man auch bei Miele. Umso mehr, als sich in direkter Nachbarschaft zum Werk ein Unternehmen mit hohem Schadstoffausstoß befindet. Die dort abgegebenen Partikel verirren sich nur zu schnell auf die Dachflächen und verstopfen dort das Entwässerungssystem. Stehendes Wasser kann dann möglicherweise zu schweren Schäden an der Dachkonstruktion führen. Um dem vorzubeugen, hat die Miele-Bauabteilung ein ausgeklügeltes System zur Wartung der Dachflächen erstellt: Einmal im Jahr werden sämtliche Dachflächen durch Dachdecker fachmännisch begangen und inspiziert. Hinzu kommen regelmäßige Kontrollgänge der werkseigenen Handwerker, und schließlich geht auch die Bauabteilung selbst mindestens zweimal im Jahr alle Dachflächen ab.

Fazit

Großflächige Dachabdichtungen stellen extrem hohe Anforderungen an Mensch und Material. Fehler in der Bauausführung oder die Wahl des falschen Dachabdichtungsmaterials können zu einem hohen Sanierungsbedarf führen. Das Beispiel Miele zeigt, dass Polymerbitumenbahnen langfristig für ein dichtes Dach sorgen, das auch den außergewöhnlichen Bedingungen von Industriehallen standhält. Und zwar so erfolgreich, dass das westfälische Unternehmen weltweit nur noch Bitumenbahnen einsetzt.

Interview mit Dipl. Architekt Hans-Martin Bräkling, Abteilungsleiter Hochbau in der Bauabteilung bei Miele & Cie. KG

Welche Erfahrungen haben Sie mit Polymerbitumenbahnen bei Neubau und Sanierung gemacht?

Architekt Hans-Martin Bräkling, Miele & Cie. KG
© Architekt Hans-Martin Bräkling, Miele & Cie. KG

Nicht nur wegen erhöhter Anforderungen in Zukunft, sondern vor allem wegen schlechter Erfahrungen in der Vergangenheit mit unterschiedlichen Materialien, haben wir schon vor zehn Jahren entschieden, Flachdächer zukünftig als Bitumendächer auf Elastomerbitumenbasis auszuführen. Pro Jahr werden bei Miele ca. 25.000 qm Flachdachflächen saniert oder neu gebaut.

Welche Vorteile bieten Polymerbitumenbahnen für Miele?

Wir haben bei Miele, wie natürlich auch andere Unternehmen mit Industriegebäuden, im starken Maße auch immer wieder mit nachträglichen Durchdringungen zu tun. Das bleibt schon deshalb nicht aus, weil die Gebäude ständig wechselnden Nutzungen unterworfen sind. Mit unseren Bitumendächern haben wir keine Probleme beim Eindichten und auch die Abschlüsse können vernünftig gelöst werden. So bleiben wir viel flexibler bei der Nutzung unserer Gebäude und das spart dem Unternehmen deutlich Geld. Außerdem sind sie langlebig und sichern unsere hochwertigen Güter, beispielsweise die Produktionsanlagen oder Waren, optimal.

Worauf mussten Sie bei der Planung des Erweiterungsbaus Gebäude 49 achten?

Das Gebäude 49 hat eine Dachfläche von rund 15.000 Quadratmetern. Die extremen Witterungseinflüsse, wie beispielsweise das anfallende Niederschlagswasser und die Sonneneinstrahlung, stellen hohe Anforderungen an die Dachabdichtung. Dementsprechend haben wir uns für eine sichere Abdichtung mit zweilagig verlegten Bitumenbahnen entschieden. Vor allem zum Schutz der in der Lagerhalle befindlichen Produkte unseres Hauses. Wir können und wollen uns nicht einen Schadenfall am Dach erlauben, der dann Produktionsausfall, Verlust von Lagerbeständen oder Imageverlust durch Lieferproblemen mit sich bringt.

Werden bei Miele auch Dachbegrünungen realisiert?

Ja, denn Dachbegrünungen sorgen für ein gutes Mikroklima. Das ist gerade für uns wichtig, da wir hier in Gütersloh eine Rundumbebauung haben. Wir können mit begrünten Dächern eine Verbesserung des Kleinklimas erreichen, da wir durch den Wasserspeicher des Gründaches über eine ausgezeichnete Kühlmöglichkeit verfügen.

Qualität also nicht nur bei Ihren Produkten sondern auch bei der eigenen Bauausführung?

Ja, so könnte man das sagen, wir achten immer auf die höchste Produktqualität. Nicht nur bei den Baustoffen die wir für unsere Belange einsetzen. Bei dem Werkstoff Bitumenbahn spielen neben der Langlebigkeit und der Flexibilität auch die unterschiedlichen Kombinationsmöglichkeiten verschiedener Bahnen eine Rolle. Bei Sanierungen kann für jeden Untergrund und jede bauphysikalische Gegebenheit eine Lösung gefunden werden. Teilsanierungen sind möglich, ohne die Nutzung unter dem Dach über Gebühr zu beeinträchtigen. Für unsere Gebäudenutzung geradezu ideal.