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Konzept der Flachdachsanierung des Staatstheaters Wiesbaden

Staatstheater

Im Programm des Wiesbadener Staatstheaters stand neben Opern- und Theateraufführungen im Jahr 2005 auch die Flachdachsanierung des aus den siebziger Jahre stammenden Anbaus. Undichte Stellen und eine schlechte Energiebilanz ließen nur die Entscheidung zur Komplettsanierung zu.

Das ca. 1.200 m2 große Dach des Anbaus war mittlerweile ein Flickenteppich aus verschiedenen Abdichtungsmaterialien mit vielen Problemstellen: EPDM-Bahnen mit nachträglich aufgesetzten Folienabdichtungen, schadhaften Nahtstellen und Kondenswasser unter der Abdichtungsbahn. Das größte Problem befand sich jedoch im mittleren Teil des Daches in Form einer sechs Meter breiten Fläche, deren Unterkonstruktion kein Gefälle aufwies. Da das Dach bisher als Umkehrdach, mit der wasserführenden Schicht direkt auf der Unterkonstruktion, angelegt war, konnte das Wasser nicht ablaufen. Zudem erforderten die strengen Anforderungen der derzeit gültigen Energieeinsparverordnung eine zusätzliche Wärmedämmung. Eine Sanierung war dringend notwendig.

Sanierungskonzept

Nun kann ein Staatstheater seine Pforten nicht allzu lange schließen und so standen die Architekten Spuhler und Partner vor der Aufgabe, eine Sanierung in der kurzen Zeit einer Spielpause zu realisieren. Für die sachkundige Bestandsaufnahme und die sich daraus ableitenden Sanierungsmaßnahmen arbeiteten sie von Beginn an eng mit Partnern der Bitumenbahnenindustrie zusammen. Das gemeinsam erarbeitete Sanierungskonzept sah die komplette Abtragung des alten Dachaufbaus vor. Besondere Aufmerksamkeit erforderten die Null-Grad-Fläche, der Anschluss bei den Dacheinläufen und zwei zusätzliche Klimageräte mit einem Gewicht von ca. vier Tonnen, für die ein der Statik entsprechender Standort auf dem Dach gefunden werden musste. Den Aufbau eines Umkehrdaches beizubehalten kam aufgrund des fehlenden Gefälles in der Dachmitte nicht in Frage.


Vom Umkehrdach zum Warmdach

Nach der Entsorgung des alten Dachaufbaus und der Säuberung der Dachfläche wurden ein Bitumen-Voranstrich und eine Dampfsperrbahn aufgebracht. Für das notwendige 2%-Gefälle sorgt nun die auf der Dampfsperre verlegte Gefälle-Wärmedämmung mit einem Verlauf von 210 mm Stärke in der Dachmitte und 130 mm am Rand. Durch die Verlegung einer zweilagigen Abdichtung aus Polymerbitumenbahnen auf der Dämmung entstand aus dem Umkehrdach ein Warmdach.

Ein Kiesstreifen wurde nur in den Dachbereichen aufgebracht, wo es aus brandschutztechnischen Gründen notwendig war. Ansonsten war kein zusätzlicher Oberflächenschutz erforderlich.

Technisch sind die hochwertigen Polymerbitumenbahnen der Abdichtungslagen heute so ausgereift, dass sie selbst extremen Witterungseinflüssen und der UV-Strahlung für Jahrzehnte standhalten. Die zusätzliche Dämmung verbesserte den Wärmedurchgangskoeffizienten des Daches von 0,38 W/(m2K) auf 0,25 W/(m2K). Am Ende der Spielpause war alles geschafft: Das Dach dicht und die Anforderungen der EnEV erfüllt.

Planung: Architekten Spuhler, Wiesbaden http://www.architekten-spuhler.de/

Dachabdichtung: Wetzlar-Dach- und Bautechnik, Wetzlar