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Hannover Kita „Quittengarten“ Leuchtend roter Akzent

Objekt: Kita Quittengarten
Standort: Quittengarten 5, Hannover
Bauherr: Landeshauptstadt Hannover
Planung: vorrink wagner architekten gmbh, Hannover
Dachabdichtung: Laue Bedachungen, Burgwedel
Fertigstellung: 2012

Objekt Tag der Architektur 2013

Um die von der Bundesregierung zugesicherten Betreuungsplätze für Kinder zur Verfügung zu stellen, sind in den vergangenen Jahren landauf, landab zahlreiche neue Kindertagesstätten fertiggestellt worden. Ein gelungenes Beispiel für die anspruchsvolle Bauaufgabe ist die vom Büro vorrink wagner architekten gmbh geplante Kita „Quittengarten“ in Hannover-Mittelfeld. Der Neubau ersetzt ein zuletzt baufälliges Siedlungshaus aus den 1950er-Jahren, das viele Jahre als Kita genutzt wurde, dessen Sanierung aber unwirtschaftlich gewesen wäre. Die nutzbare Nettogrundfläche des eingeschossigen Neubaus von 590 Quadratmetern bietet ausreichend Raum, um zusätzlich zu den bisherigen zwei Kindergartengruppen mit nunmehr 25 Plätzen auch eine zusätzliche Krippengruppe für Kinder bis zu drei Jahren mit 15 Plätzen aufzunehmen.

Da der Kita-Neubau nur für eine begrenzte Nutzungsdauer projektiert ist, hatten die Architekten im Vorfeld lange über eine Modulbauweise nachgedacht. Nach Abwägung sämtlicher Kosten entscheiden sich die Planer aber schließlich für eine Holztafelbauweise mit hohem Vorfertigungsgrad. Markanter Blickfang ist dabei die Fassadenbekleidung, die wechselweise aus leuchtendroten und orangefarbenen holzfaserverstärkten Harzkompositplatten (Trespaplatten) und einer Beschalung aus sibirischer Lärche besteht; ganz so, als hätten die Kinder die verschiedenen Paneele nach ihren eigenen Regeln angeordnet. Die ebenso freundliche wie abwechslungsreiche Gestaltung ermöglicht eine sofortige Wiedererkennung des Gebäudes und sorgt so dafür, dass sich die Kinder auf Anhieb in „ihrer“ Kita zuhause fühlen.

Ebenso überzeugend wie die äußere Hülle präsentiert sich auch die Innenraumaufteilung des hufeisenförmigen Neubaus: Der kompakte Grundriss mit den unterschiedlich großen Räumen umschließt ein mittig gelegenes Atrium, das neben dem Essbereich das kommunikative Herz des Gebäudes bildet. Das unmittelbar angrenzende Siedlungshaus wurde abgerissen, um Platz für die neu gestalteten Außenanlagen zu schaffen.

Holzdachkonstruktion mit Bitumenabdichtung

Hohe Anforderung stellte auch die Ausbildung der Dachflächen, die entsprechend der sonstigen Holzrahmenbauweise durch den beauftragten Zimmererbetrieb als Holzkonstruktion errichtet und anschließend mit 240 mm starken, mit Steinwolle gedämmten Dachelementen (gefertigt ebenfalls durch die Fritz Kathe & Sohn GmbH aus Vechta) ausgeführt wurden. Oberhalb dieser Dachkonstruktion wurde durch die Zimmerer bereits eine erste Lage Elastomerbitumenbahnen als Unterlage und Notabdichtung verlegt.

Mit der Ausführung der darüber liegenden Dachabdichtungsebenen hatte die Landeshauptstadt Hannover als Bauherr das Unternehmen Laue Bedachungen aus dem nahe gelegenen Burgwedel beauftragt. Im ersten Arbeitsschritt musste oberhalb der Notabdichtung entsprechend der Planung der Behörde zunächst eine 60 mm starke Stufenfalzplatte als zusätzliche Dämmung mit PUR-Kleber aufgetragen werden. „Das Gefälle von zwei Prozent garantiert dabei einen sicheren Abfluss des anfallenden Regenwassers in die im Innenhofbereich angebrachten Rinnen und Fallrohre“, erklärt Projektleiter Holger Laue.


Hochwertige Dachabdichtung

Anschließend kamen drei Lagen Bitumenbahnen zur Anwendung: Als untere Lage wurde eine kaltselbstklebende Elastomer-Bitumenbahn verlegt, anschließend kam eine Polymerbitumenschweißbahn zum Einsatz. Parallel wurden dabei auch die Anschlüsse zu den Lichtkuppeln und den sonstigen ausgehenden Bauteilen ausgeführt. Als Oberlage wurde dann eine Elastomer-Plastomer-Bitumenschweißbahn mit grauer Beschieferung vollständig auf dem Untergrund verschweißt. Die Oberseite der Bahn besteht aus Plastomerbitumen, die untere Deckschicht aus Elastomerbitumen. Zwischen beiden Ebenen ist eine Einlage aus Glasgitter-Polyestervlies-Verbund verarbeitet.

Rund zwei Wochen nach Beginn der Arbeiten war die Dachfläche komplett mit Dämmung, Abdichtungslagen, Attikaanschlüssen und Lichtkuppeln fertiggestellt. Anschließend mussten zunächst die Fassadenarbeiten abgewartet werden, bevor das Team der Laue Bedachungen GmbH dann mit dem Montieren der Attikaabdichtungen und der Regenwasserleitungen über den auskragenden Fassaden weitermachen konnte.

In den Attikabereichen kamen zusätzlich Eckkeile zum Einsatz, um stehende Wasserflächen zu vermeiden. Direkt darüber wurden dann auch hier drei Lagen Bitumenbahnen von der Dachfläche bis zur Außenkante des Dachrandabschlusses aufgebracht. Abschließend wurden dabei Zuschnitte der Oberlagsbahnen von der Dachfläche bis an die Außenkante der Attika mit Nahtüberdeckung aufgeschweißt. Komplettiert wurde die Konstruktion durch eine indirekt befestigte Mauerabdeckung als Schutz gegen Schlagregen. "Durch die professionelle Ausführung der unterschiedlichen Arbeiten ist der Dachrand damit langfristig gegen Feuchtigkeitsschäden geschützt“, resümiert Holger Laue mit Blick auf die umfangreichen Arbeiten vor Ort.