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Hamburg HafenCity Universität HafenCity Universität Hamburg

Objekt: HafenCity Universität
Standort: Überseeallee 16, Hamburg
Bauherr: Freie Hansestadt Hamburg
Planung: Code Unique, Dresden
Dachabdichtung: Schmidt Bedachung Hamburg GmbH, Hamburg
Fertigstellung: 2013

Herausragend am Wasser gelegen

In prominenter Lage in der Hamburger HafenCity ist vor kurzem der spektakulär gestaltete Neubau der 2006 gegründeten HafenCity Universität Hamburg eröffnet worden. Der zwischen Magdeburger Hafen und Baakenhafen platzierte, nach Plänen von Code Unique aus Dresden errichtete Entwurf vereint auf sieben Ebenen die bislang an unterschiedlichen Standorten untergebrachten Disziplinen Architektur, Bauingenieurwesen und Stadtplanung und bietet dabei hervorragende Lern- und Arbeitsbedingungen für rund 1.800 Studierende und 180 Beschäftigte der neuen Hochschule. Neben modern ausgestatteten Veranstaltungsräumen stehen dabei auch ein Auditorium, eine Bibliothek sowie eine Mensa zur Verfügung.

Ausgehend von der attraktiven, aber eng begrenzten Grundstückslage umfasst das Ensemble zwei langgestreckte, vielfach verkantete Baukörper, die gemeinsam ein glasüberdachtes Atrium umschließen. Die Erschließung der zentralen Halle erfolgt dabei über eine breit ausladende Treppe, die über eine Außenterrasse direkt mit der Promenade auf der Kaimauer verbunden ist.

Der nach Süden gelegene Riegel wurde durch die Architekten mit schwarzen Fassadenelementen verkleidet. Die auf sämtlichen Ebenen umlaufenden Balkone mit ihren silbrig-grauen Brüstungen ermöglichen dabei traumhafte Ausblicke aufs Wasser. Ein weiteres charakteristisches Detail ist die spitzwinklig über den Hafenbeckenrand auskragende Gebäudespitze in Richtung Südwesten, die den futuristischen und dynamischen Charakter des Entwurfs betont. Der nördlich angrenzende Riegel präsentiert sich im Kontrast mit einer strahlend weißen Putzfassade, die von unregelmäßig angeordneten, scheinbar mäandrierenden horizontalen Fensterbändern untergliedert wird. Einen gelungenen vertikalen Akzent schafft dabei die oberhalb der zweiten Ebene durchgehend verglaste Nordwestecke, auf der gegenüberliegenden Südwestecke trifft der Blick auf eine geschossübergreifende Verglasung des Luftraumes im 4. und 5. Obergeschoss.

Komplexer Dachaufbau

Die insgesamt rund 3.900 Quadratmeter große Flachdachfläche des Gebäudes teilt sich entsprechend der komplexen Grundrissstruktur in zwei Hauptdachflächen, die beide als Warmdach mit einer zweilagigen Bitumenabdichtung ausgeführt wurden. Die 1.400 Quadratmeter große Dachfläche des siebengeschossigen Baukörpers in Richtung Norden wurde dabei abschließend komplett begrünt. Auf der Dachfläche des südlich ans Wasser angrenzenden, lediglich sechsgeschossigen Riegels wurden neben einer Begrünung zusätzlich auch Gehwegplatten aufgebracht.

Mit der Ausführung sämtlicher Maßnahmen war nach einer bundesweiten Ausschreibung das vor Ort ansässige Unternehmen Schmidt Bedachung Hamburg beauftragt worden. In ei-nem ersten Schritt waren dabei zunächst eine Bitumendampfsperre und eine 280 Millimeter dicke Gefälledämmung auf der Stahlbetondecke des Gebäudes aufgebracht worden. Überwiegend wurde eine EPS-Dämmung verwendet. In Brandbereichen kam alternativ eine Mineralfaserdämmung zum Einsatz, für hoch beanspruchte Brandbereiche wählten die Dachdecker eine Schaumglasdämmung. „Anschließend haben wir dann eine zweilagige Bitumenabdichtung aufgebracht“, erklärt Geschäftsführer Tobias Witte. „Als untere Lage kam eine kaltselbstklebende Abdichtungsbahn aus Spezial-Elastomerbitumen zum Einsatz, direkt darüber haben wir eine durchwurzelungsfeste Elastomerschweißbahn als Oberlage aufgeschweißt.“ Abschließend konnten die beiden Dachflächen dann mit einem Gründachsubstrat und einer Einsaat aus Sedumsprossen begrünt werden. Auf dem nach Süden gelegenen Baukörper wurden auf einer Fläche von rund 900 Quadratmetern zusätzlich auch Gehwegplatten verlegt.

Einen ähnlichen Aufbau haben die Dachdecker auch für die oberhalb der Tiefgarage gelegene Außenterrasse des Gebäudes gewählt: „Oberhalb der Dampfsperre haben wir dabei jedoch in einigen Bereichen eine spezielle Elastomerbitumen-Dampfsperrbahn in Heißbitumen verlegt, um Unterläufigkeiten im Bereich der Hochwasserschutzwände zu verhindern“, erklärt Tobias Witte.

Die gesamten Abdichtungsarbeiten erstreckten sich von September 2012 bis September 2013. Je nach Baufortschritt waren die Dachdecker dabei mit durchschnittlich acht Mitarbeitern vor Ort. „Eine besondere Schwierigkeit bedeutete natürlich die Lage des Grundstücks“, berichtet Tobias Witte rückblickend: „Denn weil die Südseite des Gebäudes direkt an der Elbe liegt, konnte von hier aus kein Materialtransport erfolgen. Hinzu kommt, dass es zahlreiche Schnittstellen mit den TGA-Gewerken gab, die den Bauablauf beeinträchtigt haben.“ Trotz dieser vielfältigen Herausforderungen konnten die Arbeiten aber termingerecht fertiggestellt werden. Und als Entschädigung für die erschwerten Rahmenbedingungen konnten die Dachdecker in ihren Pausen immerhin den traumhaften Ausblick aus über vierzig Metern Höhe auf den Baakenhafen und die Elbe genießen.