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Kiel Graduiertenzentrum Offene Geste

Objekt: Graduiertenzentrum, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Standort: Leibnizstraße, Kiel
Bauherr: Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR
Planung: Schnittger Architekten, Kiel
Dachabdichtung: Gurr Spezialbau, Niepars
Fertigstellung: 2011

Objekt Tag der Architektur 2013

Die 1665 gegründete Christian-Albrechts-Universität zu Kiel CAU ist die einzige Volluniversität in Schleswig-Holstein. Zuletzt wurde auf dem großflächigen Campus im Norden der Landeshauptstadt das nach Plänen von Schnittger Architekten geplante neue Graduiertenzentrum fertiggestellt. Die aus zwei Baukörpern mit jeweils drei Ebenen bestehende Einrichtung soll eine weitere Verbesserung der Rahmenbedingungen für eine Promotion an der CAU ermöglichen und sieht dazu ein flexibel nutzbares Hörsaal- und Seminargebäude sowie ein separat angrenzendes Institutsgebäude mit Büros und Besprechungsräumen vor.

Ausgangspunkt der Planung war die besondere städtebauliche Lage des Komplexes am südwestlichen Ende zur Leibnitzstraße, die den Campus als zentrale Erschließungsachse durchzieht. Um einen repräsentativen neuen Auftakt zum Universitätsgelände zu schaffen, wählten die Planer eine offene und selbstbewusste Architektursprache mit einigen charakteristischen Details. Die Ausrichtung der beiden Baukörper als L- und U-förmige Volumen, die gemeinsam eine begrünte Durchwegung umfassen, nimmt gleichzeitig Bezug auf die benachbarten Gebäude und fügt sich harmonisch in den bestehenden Campus der Christian-Albrechts-Universität ein.

Zentraler Blickfang des neuen Ensembles ist das große Panoramafenster des südwestlich gelegenen Hörsaalgebäudes. Um einen markanten Blickfang zu schaffen, haben die Architekten die Front als dreiecksförmiges Bullauge mit 70er-Jahre-Rundungen gestaltet. Die Öffnung ermöglicht spannende Einblicke in die innere Raumorganisation des Gebäudes und lenkt den Blick der Betrachter dabei direkt in den großen Hörsaal mit seinen ansteigenden Sitzreihen. Insgesamt finden hier 350 Studentinnen und Studenten Platz. Zusätzlich stehen im Gebäude weitere Unterrichtsräume und Hörsäle für jeweils 60 bis 80 Personen zur Verfügung, die sich mit mobilen Trennwänden je nach Anforderung flexibel unterteilen lassen. Einen weiteren architektonischen Akzent schafft der weiter nördlich angrenzende Eingangsbereich mit seiner über drei Ebenen durchgehend verglasten Front.

Hochwertige Dachabdichtung mit Bitumen

Eine große Herausforderung bei der Ausführung des Projektes war die Abdichtung der insgesamt 2.100 Quadratmeter großen Flachdachflächen. Mit der Ausführung sämtlicher Arbeiten hatte der Bauherr die Firma Gurr Spezialbau GmbH beauftragt, die gleichzeitig auch die vorgehängten hinterlüfteten Eternitfassaden der beiden Neubauten ausgeführt hat. Das Dachdeckerunternehmen beschäftigt rund 50 Mitarbeiter im Bereich Planung, Konstruktion und Ausführung und betreibt neben der Hauptniederlassung in Niepars bei Stralsund inzwischen auch zwei weitere Büros in Berlin und Hamburg. Mit der Baustelle in Kiel war das Unternehmen rund vier Monate lang beschäftigt. „Je nach Baufortschritt waren wir dabei jeweils mit vier bis sechs Mitarbeitern auf der Baustelle vor Ort im Einsatz“, beschreibt Projektleiter Reinhard Mogge den Umfang der Maßnahme.

Um einen nachhaltigen Schutz gegen Feuchtigkeit zu erzielen, führte das Unternehmen die Dachflächen der beiden Neubauten als klassisches Warmdach mit einer zweilagigen Bitumenabdichtung aus. Oberhalb der Stahlbetondecken wurde dabei zunächst eine Elastomerbitumen-Dampfsperrbahn mit oberseitigem Spezialbitumen verklebt. „Direkt darüber haben wir dann ein Gefälledach aufgebracht, das mit seinem keilförmigen Zuschnitt und dem Gefälle von zwei Prozent einen sicheren Abfluss von anfallendem Regenwasser ermöglicht“, beschreibt Reinhard Mogge den Baufortschritt. Eine Herausforderung bildeten dabei insbesondere die Anschlüsse an die vorhandenen Technikaggregate.

Im nächsten Arbeitsschritt wurde eine kaltselbstklebende Elastomerbitumen-Unterlagsbahnen auf der unkaschierten Polystyrol-Dämmung verklebt. Als Oberlage kam abschließend eine hochwertige Elastomerbitumenschweißbahn zum Einsatz. Parallel konnten auch die Arbeiten an der Eternitfassade fristgerecht abgeschlossen werden, so dass die beiden Gebäude pünktlich zum geplanten Termin fertiggestellt und bezogen werden konnten.