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Berlin Evangelisches Werk Kantiger Solitär mit heller Natursteinfassade


Objekt: Evangelisches Werk
Standort: Caroline-Michaelis-Straße, Berlin
Bauherr: Hochtief Projektentwicklung GmbH mit der Tochterfirma MK1 am Nordbahnhof GmbH & Co. KG
Planung: KSP Jürgen Engel Architekten, Frankfurt/Main
Dachabdichtung: Dachdeckerei Lars Bigelmann GmbH, Pinnow/Uckermark
Fertigstellung: Oktober 2012
Auszeichnungen: DGNB Gold Zertifikat
Objekt Architektur 2014

Kantiger Solitär mit heller Natursteinfassade

Im Zentrum von Berlin wurde Ende 2012 unmittelbar angrenzend an den Nordbahnhof der neue Hauptsitz des Evangelischen Werkes für Entwicklung und Diakonie eröffnet. Der nach Plänen von KSP Jürgen Engel Architekten errichtete Neubau vereint die zuvor in Stuttgart und Bonn ansässigen Organisationen des Evangelischen Entwicklungsdiensts sowie des Diakonischen Werks der Evangelischen Kirche. Hinter seiner streng gegliederten Natursteinfassade stellt er auf sieben Ebenen moderne Büroräume für rund 700 Angestellte sowie Geschäftsflächen im Erdgeschoss zur Verfügung. Darüber hinaus wurden Konferenz- und Tagungsräume, eine Bibliothek, ein Betriebsrestaurant, ein öffentliches Café sowie ein Andachtsraum integriert.

Der kantige Solitär fügt sich auf dem schmalen Grundstück harmonisch in den Stadtgrundriss ein und schafft mit seiner klaren und repräsentativen Architektur eine identitätsstiftende Adresse für seinen Nutzer. Der Entwurf gliedert sich in zwei L-förmige Baukörper, die gemeinsam ein 26 Meter hohes glasüberdachtes Atrium umschließen. Von diesem zentralen Innenhof aus werden sämtliche Bereiche des Gebäudes erschlossen. Ein markanter Blickfang innerhalb der Eingangshalle ist dabei die skulptural gestaltete Freitreppe an der schmaleren Seite des Raumes.

Großen Wert legten die Planer auf eine hohe Nachhaltigkeit des Gebäudes entsprechend dem „DGNB Gold“-Zertifikat und mit einem jährlichen Primärenergiebedarf von unter 70 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Erreicht wird dies durch eine dichte Gebäudehülle mit Passivhausstandard sowie durch den Einsatz einer mechanischen Lüftung mit Wärmerückgewinnung. Zusätzlich wurden thermoaktive Decken, eine effektive Kältemaschine und eine Photovolotaikanlage auf dem Flachdach des Gebäudes integriert. Die Wärmeenergiedeckung erfolgt mit Fernwärme, die aus Kraftwärmekopplung stammt.

Hochwertig ausgeführtes Umkehrdach

Ein wichtiger Aspekt bei der Fertigstellung des Neubaus war die Abdichtung der insgesamt rund 2.000 Quadratmeter großen Flachdachflächen. Die Umsetzung der Arbeiten erfolgte nach einer bundesweiten Ausschreibung durch die Dachdeckerei Lars Bigelmann GmbH aus Pinnow/Uckermark. Um das Risiko von Bauschäden zu minimieren und eine einfache Wartung des Daches zu ermöglichen, führte das Unternehmen sämtliche Flächen als Umkehrdach mit einer zweilagigen Bitumenabdichtung aus: „Anders als bei einem konventionellen Warmdachaufbau haben wir die Abdichtung also direkt auf die Stahlbetondecke aufgebracht und erst danach die Dämmung verlegt“, fasst Mirko Peschke von der Dachdeckerei den abweichenden Schichtenaufbau zusammen.

Um die Haftung der aufgebrachten Bitumenbahnen zu optimieren, wurde in einem ersten Arbeitsschritt zunächst ein Voranstrich auf Basis von Elastomerbitumen auf der Stahlbetondecke des Gebäudes aufgebracht. Direkt darüber konnten dann eine oberseitig talkumierte Elastomerbitumen-Schweißbahn) als Unterlagsbahn sowie eine Elastomerbitumen-Schweißbahn mit integriertem Wurzelschutz als beschieferte Oberlagsbahn vollflächig aufgeschweißt werden. Das Dach ist damit langfristig gegen Feuchtigkeit geschützt.

Für eine optimierte Dämmung des Gebäudes kam anschließend ein doppellagiger Aufbau mit 160 Millimeter starken Dämmplatten aus Polystyrol-Extruderschaum zum Einsatz. Der überwiegende Teil des Daches ist entsprechend in einer Stärke von 320 Millimetern gedämmt, in kleineren Bereichen wurde die Dämmung abweichend in einer Stärke von 280 Millimetern verlegt. Das Gefälle von zwei Prozent ermöglicht dabei einen sicheren Abfluss von anfallendem Regenwasser. „Im letzten Schritt konnten wir dann mit dem Anlegen des mit Sedumsprossen ausgeführten Gründachs beginnen“, blickt Mirko Peschke zurück. Parallel dazu hatte das fünfköpfige Dachdeckerteam auch bereits mit der Ausführung sämtlicher Attikaverkleidungen begonnen, so dass der Auftrag nach einer Projektdauer von sechs Monaten fristgerecht zum September 2013 fertiggestellt werden konnte. Abschließend konnte dann die Installation der Photovoltaikanlage erfolgen; als wichtiger Baustein für einen nachhaltigen und kostengünstigen Betrieb des Gebäudes.