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Köln DKV Gründach DKV, Köln

Objekt: DKV-Gebäude
Standort:
Köln
Bauherr:
DKV Abteilung Beschaffung und Gebäudemanagement Deutsche Krankenversicherung AG, Köln
Architekten: ARGE Jan Störmer Architekten, Harms & Partner Bauingenieure, Hamburg/Hannover
Planung: Jan Störmer Architekten, Hamburg
Bauüberwachung/Projektsteuerung: Harms & Partner GbR Bauingenieure, Hannover
Landschaftsarchitekt: Smeets + Damaschek Planungsgesellschaft mbH, Erftstadt
Fertigstellung:
2002

Außergewöhnliche Landschaftsarchitektur

„Raum für Zukunft“ wollte die DKV Deutsche Krankenversicherung AG mit ihrem Neubau an der Scheidtweilerstraße in Köln schaffen und beauftragte das Büro Jan Störmer Partner aus Hamburg zuerst mit einer Machbarkeitsstudie - mit diversen Alternativen, die mit der Stadt Köln abgestimmt wurden - und dann mit der Ausführung.
KÖLN: Der Entwurf der Hamburger Architekten lässt genug Raum für ein außergewöhnliches landschaftsarchitektonisches Konzept, das die Vorzüge und Besonderheiten der gebauten Architektur verstärkt und erhöht. Zwei in der Höhenentwicklung gegenläufige Gebäuderiegel und deren Verbindungsbauten bilden mehrere Höfe und Plätze aus. Auf engem Raum treffen hier Glasfassaden auf Naturstein, Transparenz auf ausgestanzte Aus- und Einblicke. Die Grüngestaltung fungiert als Mittler und Ruhepol zwischen den Gegensätzen. Akkurat geschnittene, in der Höhenentwicklung gegenläufige Hecken folgen dem Streifenmuster der gepflasterten Höfe und lassen die vereinzelten Bänke wie Steine in einem Zen-Garten erscheinen. Die Hecken wurden in Becken aus Cortenstahl gepflanzt, deren rostroter Farbton ihr Grün umso mehr hervortreten lässt. Edelstahl-Bänke mit Sitzauflagen aus Esche wurden so in die Cortenstahlbecken integriert, das sie wie Pflanzen daraus hervor zu wachsen scheinen. Die Natur wurde gezähmt, um sich dem Rhythmus des Gebäudes anzupassen.

Beschleunigungsstreifen


Dieser Rhythmus erschließt sich am besten aus der Vogelperspektive. Hat man als fußläufiger Betrachter das Gefühl, vom streifenförmigen Muster der grünen Serpentino-Natursteinplatten vom Vorplatz in das Gebäude hineingezogen zu werden, begreift man beim Blick vom obersten Stockwerk des 13-geschossigen Turms, dass sich die Streifen durch alle Verbindungsbauten und Höfe hindurch ziehen und die zwei Gebäuderiegel miteinander verbinden. Sie erzeugen den Eindruck einer Beschleunigung. Die Bewegung kommt vor dem 13-geschossigen Turm zum Stillstand. Beim Blick auf das Haupthaus an der Aachener Straße verbinden die Streifen die Gebäudekomplexe. Die abgerundeten Ecken der Glasfassaden erscheinen nach dieser luftigen Betrachtung zwingend notwendig, um windschnittig zu sein, und aus Außenraum und umbauten Innenraum wird ein Ganzes, ein „Raum für Zukunft“.

Nachhaltigkeit

Nur sechs Stockwerke höher erschließen sich mit den Dachgärten Räume für frische Ideen. Wie chinesische, terrassenförmig angelegte Reisfelder erstrecken sich hier intensiv begrünte Felder über drei Etagen. Zwar wählten die Landschaftsarchitekten Smeets + Damaschek ebenfalls Cortenstahl als Beeteinfassung, die Füllung ist jedoch üppiger und urwüchsiger als in den Innenhöfen.
Ein „Raum für Zukunft“ muss nachhaltig sein. Dies spiegelt sich in den verwendeten, hochwertigen Materialien wider. Die Dächer sind als Umkehrdächer ausgebildet. Auf zweilagig verlegten, wurzelfesten Polymerbitumenbahnen folgen die Dämmung sowie eine diffusionsoffene Trennlage. Man entschied sich für ein qualitativ hochwertiges Abdichtungssystem, um den besonderen Ansprüchen an die Materialien gerecht zu werden. Die Abdichtung aus Polymerbitumenbahnen bildet die Grundlage sowohl für die bepflanzten Bereiche als auch für das Pflaster. Innerhalb der bepflanzten Beete setzt sich der Dachaufbau mit einer unterseitig mit Filtervlies kaschierten Drainage fort, die mit Perlkies verfüllt wurde. Darauf folgt ein Filtervlies, eine Krollmatte sowie Intensivsubstrat. Dieser Dachaufbau sorgt in Verbindung mit der Abdichtung dafür, dass das Dach auch die in den kommenden Jahrzehnten zu erwartenden extremen Wetterereignisse wie Starkregen und Hagelstürme problemlos verkraften wird.

Im Rahmen der Nutzung als Pausen- und Freifläche können auch hier Ideen für das Unternehmen Gesundheit entstehen.