DIN 18535 Abdichten von Behältern und Becken genau erklärt

DIN 18535: Abdichten von Behältern und Becken genau erklärt. Quelle: E DIN 18195: Abdichtung von Bauwerken - Begriffe

Für die Abdichtung von Behältern und Becken tritt in diesem Jahr die neue neue DIN 18535 in Kraft. Neben den Angaben zur Ausführung enthält diese nun auch Leitlinien zur Planung und zur Auswahl der Abdichtungsstoffe. Die neue DIN 18535 löst die alte DIN 18195-7 ab.

In einem umfassenden Prozess wurden insgesamt sechs neue Normen mit klar voneinander abgegrenzten Zuständigkeitsbereichen und einheitlichem Aufbau erarbeitet. Diese sollen noch in diesem Jahr die bisher gültigen Normen DIN 18195 und DIN 18531 ablösen. Ziel dieser Reform ist es, die Planung und Ausführung der Abdichtungsarbeiten erleichtern. Die Normen greifen die Inhalte der bisherigen Regelwerke auf und wurden darüber hinaus um neue Abdichtungsstoffe und Regelungen ergänzt.

Die DIN 18535 gliedert sich wie folgt:

E DIN 18535 Abdichtung von Behältern und Becken

Teil 1: Anforderungen, Planungs- und Ausführungsgrundsätze

Teil 2: Abdichtung mit bahnenförmigen Abdichtungsstoffen

Teil 3: Abdichtung mit flüssig zu verarbeitenden Abdichtungsstoffen

 Teil 1 der Norm umfasst alle grundsätzlichen, stoffunabhängigen Regeln zur Planung und Ausführung. Ein informativer Anhang A führt zudem Kriterien auf, die zur Auswahl des geeigneten Abdichtungsstoffes herangezogen werden können.


Geltungsbereich

Die DIN 18535 wird bei der Planung, Auswahl und Ausführung der Abdichtung von Behältern und Becken verwendet, die innenliegend, frei aufgestellt oder erdeingebaut sind. Dazu zählen beispielsweise Schwimmbecken, Regenrückhaltebecken oder Wasserspeicherbecken sowie die dazugehörigen Zu- und Abläufe.

Wie auch die bereits vorgestellten neuen Normen, so definiert auch die DIN 18535 die zulässigen Abdichtungsformen anhand der jeweils vorliegenden Ausgangssituation. Die Auswahl der Abdichtung wird im Wesentlichen über drei Faktoren bestimmt:

1)     Wassereinwirkungsklasse

o    W1-B, für Behälter mit einer Füllhöhe bis fünf Meter

o    W2-B, für Behälter mit einer Füllhöhe bis zehn Meter 

o    W3-B, für Behälter mit einer Füllhöhe über zehn Meter


2)     Rissklasse

o    R0-B, wenn keine Rissbreitenänderungen oder Neurissbildungen zu erwarten sind

o    R1-B, bei Rissen bis 0,2 Millimeter

o    R2-B, bei Rissen bis 0,5 Millimeter

o    R3-B, bei Rissen bis 1,0 Millimeter und einem Rissversatz bis 0,5 Millimeter

3)     Standortklasse

o    S1-B für Behälter im Außenbereich, die nicht mit einem Bauwerk verbunden sind

o    S2-B für Behälter im Außenbereich, der an ein Bauwerk angrenzt und mit diesem verbunden ist sowie Behälter im Innenbereich


Fugen innerhalb des Behälters sieht die Norm nicht vor. Sind diese dennoch vorhanden muss die Abdichtung über Sonderkonstruktionen erfolgen.

Neu in Teil 1 aufgenommen wurde die Regelung zur Instandhaltung der Abdichtung. Dies soll zu einer möglichst langen Nutzbarkeit des Behälters beitragen. Veranlasst werden sollen die sachgemäßen Inspektionen und Wartungsarbeiten laut Norm durch den für die Nutzung des Bauwerks Verantwortlichen. Für die Standortklasse S2-B muss der Planer jedoch einen entsprechenden Instandhaltungsplan erstellen.


Stoffspezifische Regelungen

Teil 2 der Norm regelt den Einsatz von bahnenförmigen Abdichtungstoffen. Diese dürfen bei jeder Kombination der oben genannten Faktoren verwendet werden. Die genauen stoffspezifischen Regelungen für die Ausführung der Abdichtung gleichen im Wesentlichen der bisherigen DIN 18195-7. So sieht die Norm weiterhin vor, dass Bitumen- und Polymerbitumenbahnen zweilagig zur Abdichtung aufgebracht werden. Ebenso ist die Kombination aus Polymerbitumenschweißbahnen und einer Kunststoff- oder Elastomerbahn zulässig.

Teil 3 spezifiziert die Regeln für die Abdichtung mit flüssig zu verarbeitenden Abdichtungsstoffen. Die Norm unterscheidet zwischen rissüberbrückenden und nicht rissüberbrückenden Stoffen. Letztere dürfen nur im Außenbereich ohne Angrenzung zu einem Bauwerk und bei Rissklasse R0-B verwendet werden.

Zu berücksichtigen ist bei flüssigen Abdichtungsstoffen das von der Norm vorgegebene Mindestalter des Betonuntergrundes. Dies reicht von 28 Tagen beim Einsatz von Flüssigkunststoff bis hin zu mehr als sechs Monaten bei nicht rissüberbrückenden mineralischen Dichtungsschlämmen oder bei Abdichtungsstoffen im Verbund mit Fliesen und Platten.

Unterstützung benötigt oder inhaltliche Anmerkungen? Wir helfen gern!

Die neuen Normen müssen sich in der Praxis bewähren und in Zukunft von Architekten, Planern und Ausführenden sicher interpretiert und angewandt werden. Wir unterstützen Sie daher in der Übergangsphase gerne bei inhaltlichen Fragen und sind offen für Ihre Anmerkungen oder Einschätzungen: Wir freuen uns auf den Dialog mit Ihnen.