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Eschborn Deutsche Börse Gläserner Quader

Objekt: Deutsche Börse
Standort: Mergenthaler Allee 61, Eschborn
Bauherr: Lang und Groß Projektentwicklung GmbH
Planung: KSP Jürgen Engel Architekten, Frankfurt/Main
BGF: 78.000 Quadratmeter
Dachabdichtung: Willy A. Löw AG, Bad Homburg
Fertigstellung: Juli 2010

In der Stadt Eschborn, rund zehn Kilometer westlich von Frankfurt/Main gelegen, wurde im Sommer 2010 die neue Konzernzentrale der Deutschen Börse eröffnet. Der 87 Meter hohe und über einer Grundfläche von 63 mal 63 Meter errichtete Glaskubus des vor Ort ansässigen Büros KSP Jürgen Engel Architekten bietet auf 21 Ebenen insgesamt 55.000 Quadratmeter Bürofläche für die rund 2.000 Mitarbeiter des Unternehmens.

Um die geforderten Flächen und Funktionen zu integrieren und dabei eine übersichtliche Erschließung und eine optimierte Tageslichtnutzung zu ermöglichen, setzt sich der Neubau aus zwei L-förmigen Volumen zusammen, die in ihrer Mitte ein luftiges Atrium umschließen. Die gebäudehohe Halle sorgt nicht nur für ausreichend Tageslicht in den nach innen orientierten Büros, sondern schafft mit ihren freitragenden Brücken, Stegen, Freitreppen, Aufzügen und Besprechungskuben auch einen offenen Kommunikationsraum für die Mitarbeiter. Nach außen hin wird der Neubau insbesondere durch seine streng gerasterte, im Eingangsbereich großzügig geöffnete Glasfassade geprägt, die trotz des vergleichsweise hohen geschlossenen Fassadenanteils von rund 60 Prozent einen lichtdurchfluteten Innenraum ermöglicht.

Ein besonderer Schwerpunkt bei der Planung der Deutschen Börse war die Schaffung eines nachhaltigen Konzeptes für die Gebäudetechnik. Zu den wichtigsten Bausteinen zählen dabei zwei hausinterne Biogas-Blockheizkraftwerke, eine Solarthermieanlage, eine hoch effiziente Wärmerückgewinnung, Kraft-Wärme-Kopplung sowie eine effektive Gebäudeautomation. Im Zusammenspiel der unterschiedlichen Maßnahmen konnte erreicht werden, dass der Neubau als erstes deutsches Bürogebäude das amerikanische Nachhaltigkeitszertifikat LEED in Platin erhalten hat.

Mehrschichtige Dachabdichtung

Eine wichtige Rolle bei der Errichtung des Neubaus spielte die Abdichtung der insgesamt rund 3.000 Quadratmeter großen Flachdachflächen. Mit der Ausführung der Arbeiten wurde die Willy A. Löw AG aus dem nahe gelegenen Bad Homburg beauftragt. Das Dachdeckerunternehmen besitzt große Erfahrung bei der Planung und Ausführung großer Projekte im Raum Frankfurt/Main und hat in den vergangenen Jahren unter anderem die Abdichtung der Dachflächen der Commerzbank, der Deutschen-Bank-Türme sowie beim WestendDuo realisiert.

Um das Gebäude langfristig vor Feuchtigkeitsschäden zu schützen, fiel die Wahl auf eine mehrlagige Dachabdichtung aus Bitumenbahnen. Entsprechend dem Aufbau als klassisches Warmdach wurde dabei oberhalb eines Bitumenvoranstrichs zunächst eine schweißbare Bitumen-Dampfsperrbahn auf die Stahlbetondecke des Gebäudes aufgebracht. Anschließend erfolgte die Verklebung der druckfesten Gefälledämmung mit einer Stärke von durchschnittlich 200 Millimetern. Dabei konnte das erforderliche Mindestgefälle von zwei Prozent zum Abfluss von Regenwasser sichergestellt werden.

Im nächsten Arbeitsschritt erhielt die Dachkonstruktion eine zweilagige Abdichtung aus Bitumenbahnen. Als untere Schicht kam eine alterungsbeständige Elastomerbitumenschweißbahn zum Einsatz. Direkt darüber wurde eine dauerhaft flexible Polymerbitumenschweißbahn mit Schiefersplitt als Oberlage aufgeschweißt somit entstand eine robuste und widerstandsfähige Oberfläche. ,Um eine Begehung des Daches sowie einen Zugang zu den Technikaufbauten zu ermöglichen erhielten einzelne Bereiche Betonplatten-Wege. Der Zugang zu den Technikaufbauten sowie die Begehung des Daches ist über Betonplatten-Wege gelöst. Zusätzliche Schutzmaßnahmen waren nicht nötig, da das Dach trotz der Gebäudehöhe von rund 90 Metern keinen erhöhten Windsoggefahren ausgesetzt ist.

Weil in sämtlichen Phasen intensive Absprachen mit anderen Gewerken notwendig waren, erstreckten sich die Arbeiten an der Dachabdichtung über einen Zeitraum von rund zwölf Monaten. Durch eine gute Logistik und die permanent auf der Baustelle vorhandenen Baukräne konnten sämtliche Arbeiten und Materialanlieferungen aber problemlos ausgeführt werden. Je nach Intensität der jeweiligen Maßnahmen war das Team der Willy Löw AG dabei mit sechs bis acht Mitarbeitern auf der Baustelle beschäftigt. Nach Abschluss sämtlicher Arbeiten konnte das Gebäude im Sommer 2010 fertiggestellt und bezogen werden. Seitdem schlägt das Herz der deutschen Finanzbranche nicht mehr in Frankfurt, sondern mitten in der Provinz im nahe gelegenen Eschborn.