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Abbildung 28: Abdichtung von erdberührten Bauteilen nach DIN 18533, Rückläufiger Stoß bei einlagiger Abdichtung, Wassereinwirkung: W2.1-E drückendes Wasser ≤ 3 m

Abdichtung von erdberührten Bauteilen nach DIN 18533, Rückläufiger Stoß bei einlagiger Abdichtung
Abbildung 28: Abdichtung von erdberührten Bauteilen nach DIN 18533, Rückläufiger Stoß bei einlagiger Abdichtung

Abbildung 29: Abdichtung von erdberührten Bauteilen nach DIN 18533, Rückläufiger Stoß bei zweilagiger Abdichtung, Wassereinwirkung: W2.2-E drückendes Wasser > 3 m

Abdichtung von erdberührten Bauteilen nach DIN 18533, Rückläufiger Stoß bei zweilagiger Abdichtung
Abbildung 29: Abdichtung von erdberührten Bauteilen nach DIN 18533, Rückläufiger Stoß bei zweilagiger Abdichtung

Abbildung 32: Bewegungsfuge mit Polymerbitumenbahnen – Los-Fest-Flanschkonstruktion bei Terrassen und mäßig belasteten Parkdecks

Bewegungsfuge mit Polymerbitumenbahnen – Los-Fest-Flanschkonstruktion bei Terrassen und mäßig belasteten Parkdecks
Abbildung 32: Bewegungsfuge mit Polymerbitumenbahnen – Los-Fest-Flanschkonstruktion bei Terrassen und mäßig belasteten Parkdecks

Abdichtung über Bewegungsfugen

Fugentypen und Verformungsklassen

(1) Abdichtungen über Fugen (Bewegungsfugen) müssen das Eindringen von Feuchtigkeit bzw. Wasser verhindern und die Beanspruchung aus Fugenbewegung, Temperaturveränderungen und Wasserdruck schadlos aufnehmen.

(2) Die Anforderungen, baulichen Erfordernisse und konstruktiven Ausführungen der Abdichtungen über Fugen regeln DIN 18532 bis DIN 18535.

(3) Bei der Abdichtung erdberührter Bauteile nach DIN 18533 werden zwei Fugentypen unterschieden, wobei die Fugenbreite und die Bewegungen – senkrecht und/oder parallel – zur Abdichtungsebene Einfluss nehmen:

  • Fugentyp I – Fugen für langsam ablaufende und einmalige oder selten wiederholte Bewegungen, z. B. Setzungsfugen oder Längenänderungen durch jahreszeitliche Temperaturschwankungen.
  • Fugentyp II – Fugen für schnell ablaufende oder häufig wiederholte Bewegungen, z. B. Bewegung durch wechselnde Verkehrslasten oder Längenänderung durch tageszeitliche Temperaturschwankungen. Diese Fugen befinden sich in der Regel oberhalb der Geländeoberfläche und in befahrenen Deckenbereichen.

(4) Die Fugenbewegungen (Bewegung der Fugenflanken relativ zueinander) können in unterschiedlichen Richtungen gleichzeitig oder einzeln auftreten:

  • vx Fugenbewegung senkrecht zur Abdichtungsebene (Scherung);
  • vy Fugenbewegung in Abdichtungsebene (Dehnung oder Stauchung);
  • vz Fugenbewegung in Abdichtungsebene (Verzerrung)

(5) Zur Bemessung der Fugenabdichtung ist die resultierende Verformung vr der Abdichtung über der Bewegungsfuge über die vektorielle Addition der maximal zu erwartenden Bewegungen in x-, y- und z-Richtung nach folgender Gleichung zu ermitteln.

(6) Es werden fünf Verformungsklassen (VK) unterschieden, denen resultierende Verformungen (mehrachsig) und Einzelverformungen (einachsig) zugeordnet werden.

Verformungsklassen nach DIN 18533-1
Tabelle 23: Verformungsklassen nach DIN 18533-1

(7) Bei der Planung der Fugenbewegungen ist entweder die resultierende Verformung oder die Einzelverformung anzusetzen. Wird die Verformung ausschließlich in einer Richtung planerisch angesetzt, muss sichergestellt sein, dass in anderen Richtungen keine Fugenbewegung auftritt, z. B. durch konstruktive Maßnahmen wie Querkraftanker.

(8) Art und Ausbildung der Fugenabdichtung sind von der resultierenden Verformung und der vorliegenden Wassereinwirkung abhängig.

Ausführung der Abdichtung von Bewegungsfugen

Fugentyp I bei W1-E und W3-E

Abdichtung von Bewegungsfugen nach DIN 18533-2 bei W1-E und W3-E
Tabelle 24: Abdichtung von Bewegungsfugen nach DIN 18533-2 bei W1-E und W3-E

(1) Die Abdichtungsschicht ist über den Fugen durchzuziehen und entsprechend der Verformungsklasse nach Tabelle 24 zu verstärken.

(2) Werden zwei Verstärkungsstreifen eingebaut, sind sie jeweils mit 100 mm Abstufung zu beiden Seiten auszuführen. Bei Metallbandeinlagen sind sie so anzuordnen, dass sie voneinander jeweils durch eine Abdichtungslage oder durch eine zusätzliche Lage (Zulage) getrennt sind. Werden Metallbänder an den Außenseiten der Abdichtung angeordnet, sind sie durch eine weitere Zulage zu schützen.

Fugentyp I bei W2.1-E und W2.2-E

Abdichtung von Bewegungsfugen nach DIN 18533-2 bei W2.1-E und W2.2-E
Tabelle 25: Abdichtung von Bewegungsfugen nach DIN 18533-2 bei W2.1-E und W2.2-E

(1) Die Abdichtungsschicht ist über den Fugen durchzuziehen und entsprechend der Verformungsklasse nach Tabelle 25 zu verstärken.

(2) Werden mehrere Verstärkungsstreifen eingebaut, sind sie jeweils mit 100 mm Abstufung zu beiden Seiten auszuführen. Bei Metallbandeinlagen sind sie so anzuordnen, dass sie voneinander jeweils durch eine Abdichtungslage oder durch eine zusätzliche Lage (Zulage) getrennt sind. Werden Verstärkungsstreifen aus Metallband eingebaut, müssen sie an den Außenseiten der Abdichtung angeordnet und jeweils durch eine Zulage aus Polymerbitumen- und Bitumenbahnen geschützt werden.

(3) Ab Verformungsklasse VK3-E sind Fugenkammern in waagerechten und schwach geneigten Flächen unterhalb oder oberhalb der Abdichtung, beidseitig der Fuge erforderlich. Sie müssen 80 mm bis 100 mm breit und 30 mm bis 80 mm tief sein und sind mit geeignetem Fugenverguss auszugießen.

Fugentyp II bei W1-E und W3-E

Unter Berücksichtigung der Größe und Häufigkeit der Fugenbewegung sowie der Wassereinwirkung ist die Art der Abdichtung im Einzelfall festzulegen, z. B. durch unterbrechen der Flächenabdichtung und schlaufenartige Anordnung von Polymerbitumenbahnen mit Trägereinlagen aus Polyestervlies (PV) oder Kombinationsträger (KTP) bzw. Anordnung von Fugenbändern mit Einklebeflansch, mit Hilfe vorgefertigter Fugenkonstruktionen mit integriertem Kunststoff- oder Elastomerprofilen oder mit Hilfe von Los- und Festflanschkonstruktionen und Einbau von Fugenbändern.

Fugentyp II bei W2.1-E und W2.2-E

Die Abdichtung über den Fugen ist im Einzelfall festzulegen und mit einer Sonderkonstruktion auszuführen.

Durchdringungen, Übergänge, Anschlüsse

(1) Durchdringungen, Übergänge und Anschlüsse müssen so hergestellt sein, dass das Eindringen von Feuchtigkeit bzw. Wasser verhindert wird und Beanspruchungen aus Bauteilbewegungen und Wasserdruck schadlos aufgenommen werden. Sie müssen so angeordnet werden, dass die Bauwerksabdichtung fachgerecht angeschlossen werden kann.

(2) Die weitreichenden Anforderungen an die baulichen Erfordernisse und die konstruktiven Ausführungen im Bereich von Durchdringungen, Übergängen und Anschlüssen regeln DIN 18532 bis DIN 18535.

Ausführung

Die Anordnung und Ausbildung von Anschlüssen, Übergängen und Abschlüssen erfolgt entsprechend den zu erwartenden hydrostatischen Einwirkungen.

  • Durchdringungen:Anschlüsse an Durchdringungen sind bei nicht drückendem Wasser durch Klebeflansche, Anschweißflansche, Manschetten, Manschetten mit Schellen oder durch Los- und Festflanschkonstruktionen auszuführen. Bei drückendem Wasser sind Los- und Festflanschkonstruktionen auszuführen.
  • Übergänge: Übergänge sind bei Bodenfeuchtigkeit und nicht drückendem Wasser durch Klebeflansche, Anschweißflansche, Klemmschienen oder Los- und Festflanschkonstruktionen herzustellen. Bei drückendem Wasser sind ausschließlich Los- und Festflanschkonstruktionen vorzusehen.
  • Abschlüsse: Abschlüsse sind bei allen Beanspruchungsarten an den aufgehenden Bauteilen zu sichern, z. B. in dem der Abdichtungsrand mit Klemmschienen versehen oder konstruktiv abgedeckt wird.
  • Wandsockel: Bei unverputzt bleibendem zweischaligem Mauerwerk am Gebäudesockel sind die Abdichtungsbahnen der erdberührten Außenwand unter dem Verblendmauerwerk und auf der Außenseite der Innenschale hochzuführen. Die Abdichtungsbahnen unter dem Verblendmauerwerk müssen keine Mauersperrbahnen des Anwendungstyp MSB sein.