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Abdichtung über Bewegungsfugen

(1) Abdichtungen über Fugen (Bewegungsfugen) müssen das Eindringen von Feuchtigkeit bzw. Wasser verhindern und die Beanspruchung aus Fugenbewegung, Temperaturveränderungen und Wasserdruck schadlos aufnehmen.

(2) Die weitreichenden Anforderungen, die baulichen Erfordernisse und die konstruktiven Ausführungen der Abdichtungen über Fugen regelt DIN 18195-9.

(3) Ausführungen
Es werden im Wesentlichen zwei Fugentypen unterschieden, wobei die Fugenbreite und die Bewegungen – senkrecht und/oder parallel – zur Abdichtungsebene Einfluss nehmen:

Fugentyp I
Fugen für langsam ablaufende und einmalige oder selten wiederholte Bewegungen, z. B. Setzungsfugen oder Längenänderungen durch jahreszeitliche Temperaturschwankungen.

Fugentyp II
Fugen für schnell ablaufende oder häufig wiederholte Bewegungen, z. B. Bewegung durch wechselnde Verkehrslasten oder Längenänderung durch tageszeitliche Temperaturschwankungen. Diese Fugen befinden sich in der Regel oberhalb der Geländeoberfläche und in befahrenen Deckenbereichen.

(4) Die Abdichtung über den Fugen erfolgt je nach Art und Häufigkeit der Fugenbewegungen sowie der Art der Wasserbeanspruchung.

Zu unterscheiden sind:

    Ebene Verstärkungen der Flächenabdichtungen, deren Art und erforderliche Anzahl der Verstärkung je nach der Beanspruchungsart und Beanspruchungsgrößenordnung festzulegen sind.
    Unterbrechungen der Flächenabdichtung, schlaufenartige Anordnung geeigneter Abdichtungsstoffe, die jeweils fachgerecht in die Flächenabdichtung eingebunden werden.
    Anordnung einer Los- und Festflanschkonstruktion nach DIN 18195-9, bei der auf beiden Seiten der Fuge eine Los- und Festflanschkonstruktion anzuordnen ist, an denen sowohl die Flächenabdichtung als auch das verbindende Dichtungsprofil wasserdicht anzuschließen sind.

Durchdringungen, Übergänge, Anschlüsse

(1) Durchdringungen, Übergänge und Anschlüsse müssen so hergestellt sein, dass das Eindringen von Feuchtigkeit bzw. Wasser verhindert wird und Beanspruchungen aus Bauteilbewegungen und Wasserdruck schadlos aufgenommen werden. Sie müssen so angeordnet werden, dass die Bauwerksabdichtung fachgerecht angeschlossen werden kann.

(2) Die weitreichenden Anforderungen an die baulichen Erfordernisse und die konstruktiven Ausführungen im Bereich von Durchdringungen, Übergängen und Anschlüssen regelt DIN 18195-9.

Ausführung
Die Anordnung und Ausbildung von Anschlüssen, Übergängen und Abschlüssen erfolgt entsprechend den zu erwartenden hydrostatischen Beanspruchungen.

Durchdringungen
Anschlüsse an Durchdringungen bei der Abdichtung bei nicht drückendem Wasser sind durch Klebeflansche, Anschweißflansche, Manschetten, Manschetten mit Schellen oder durch Los- und Festflanschkonstruktionen auszuführen.
Bei Abdichtung gegen drückendes Wasser sind Los- und Festflanschkonstruktionen auszuführen.

Übergänge
Übergänge sind bei Abdichtungen gegen Bodenfeuchtigkeit und nicht drückendem Wasser durch Klebeflansche, Anschweißflansche, Klemmschienen oder Los- und Festflanschkonstruktionen herzustellen.
Bei Abdichtungen gegen drückendes Wasser sind ausschließlich Los- und Festflanschkonstruktionen vorzusehen.

Abschlüsse
Abschlüsse sind bei allen Beanspruchungsarten an den aufgehenden Bauteilen zu sichern, in dem der Abdichtungsrand in Nuten eingezogen oder mit Klemmschienen versehen oder konstruktiv abgedeckt wird.