Einsatz von Bitumenbahnen bei ungenutzten Dächern Das Industriedach

Einen hohen Anspruch stellen Industriedächer an die Dachabdichtung. Sie schützen – neben Menschen und Gebäuden – auch Produktionsanlagen, Warenwerte und Maschinen.

Ein schadhaftes Dach im Industriebau kann kostspielige Folgen haben wie Produktionsausfälle, den Verlust von Lagerbeständen oder Lieferprobleme für das betroffene Unternehmen. Weitere Herausforderungen im Industriebau sind Änderungen an Produktionsanlagen oder die Umnutzung von Gebäuden und damit verbundene Änderungen am Dach (z.B. neue Durchdringungen). Hier sind flexible Dachabdichtungsmaterialien mit guten Anschlussmöglichkeiten gefragt.

Vorteil von Bitumenbahnen für die Industrie

An die vorhandene Abdichtung mit Bitumenbahnen können jederzeit neue Bahnen angeschlossen werden, wobei die Homogenität der Dachfläche erhalten bleibt. Dies ist für Industriebauten von Vorteil, bei denen beispielsweise durch Änderungen des Produktionsablaufs oder durch Nutzungsänderung nachträglich Entlüftungsrohre, Kabelschächte oder sonstige Durchdringungen durch das Dach geführt werden müssen.

Leichtdach

Dachelemente für Leichtdächer weisen ein Eigengewicht von maximal zehn Kilogramm pro Quadratmeter auf. Sie sind großformatig und werden bevorzugt im Industriebau verwendet. Als Unterkonstruktion eignen sich Stahl, Holz oder Porenbeton. In der Regel werden Leichtdächer als einschalige, wärmegedämmte Stahlprofildächer ausgeführt. Als Abdichtung und obere Lage eignen sich besonders gut Bitumenbahnen, weil sie die hohen Anforderungen an Qualität und Flexibilität erfüllen sowie ein gutes Langzeitverhalten aufweisen.

Brandschutzrichtlinien

Im Brandfall soll verhindert werden, dass sich das Feuer schnell ausbreiten kann. Die Planungsvorgaben der Industriebau-Richtlinie unterstützen Planer und Dachdecker bei der Erstellung einer rechtssicheren Planung und Ausführung:

• Ist das gesamte Dach oder sind einzelne Brandabschnitte größer als 2.500 Quadratmeter, ist die Bedachung so auszubilden, dass eine Brandausbreitung innerhalb eines Brandbekämpfungsabschnittes über das Dach behindert wird.

• Wichtig für die Einhaltung der Richtlinie ist die Ausbildung der einzelnen Brandabschnitte. Diese verfügen entweder über eine eigene Feuerlöschanlage oder sie müssen mit mindestens einer Seite an einer Außenwand liegen und von dort für die Feuerwehr zugänglich sein.

• Besondere Aufmerksamkeit erfordern Durchdringungspunkte, Dachrandanschlüsse und -abschlüsse. Um hier eine Brandweiterleitung zu behindern, verwendet man Trapezblechunterkonstruktionen aus nicht brennbarem Material.

Flachdachentwässerung von Industriebauten

Schon auf einer 1.000 Quadratmeter großen Dachfläche können bei einem Starkregen in kurzer Zeit bis zu 40.000 Liter Wasser auftreffen. Um diese gewaltige Wassermenge sicher abführen zu können, müssen Flachdächer mindestens einen Gullyablauf und einen Notüberlauf besitzen. Entsprechende Fachkenntnisse erfordert dabei der wärmebrückenfreie Anschluss der Abdichtung an die Gullys.
Im Zuge des Klimawandels ist die Zahl der Extremwetterereignisse mit Starkregenfällen in Deutschland in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Das hat auch Auswirkungen auf die Entwässerung bzw. die Statik von Flachdächern: Schon bei einem mittelgroßen Industriegebäude können bei einem Starkregenereignis schnell mehrere Tonnen an zusätzlicher Auflast zusammenkommen. Neben einer ausreichenden Statik, die sämtliche auf die Dachschichten einwirkenden Windlasten sowie sämtliche Eigen-, Wind- und Schneelasten sicher aufnimmt und in das Gebäude weiterleitet, muss deshalb auch sichergestellt sein, dass anfallendes Regenwasser auf dem kürzesten Wege von der Dachfläche abgeleitet wird. Denn auch, wenn eine professionell ausgeführte Bitumenabdichtung die Gebäudesubstanz sicher vor eindringender Feuchtigkeit schützt, könnten so manche Dächer sonst schnell an ihre statischen Grenzen kommen.
Um anfallendes Regenwasser sicher abzuführen, ist neben dem Mindestgefälle des Flachdaches von zwei Prozent der Einbau von Dachgullys an sämtlichen Tiefpunkten des Daches vorgeschrieben. Das garantiert nicht nur eine schnelle Ableitung des Regenwassers, sondern sorgt auch dafür, dass die Dachabdichtung langfristig keinen Schaden durch Pfützenbildung nimmt. Außerdem müssen die Flanschaußenkanten der Gullys einen Mindestabstand von 30 Zentimetern zu anderen Details haben. Darüber hinaus ist bei der Planung sicherzustellen, dass die Entwässerung von den Details weg erfolgt und dass die Dachgullys zu Wartungszwecken frei zugänglich sein müssen. Bei genutzten Dachflächen muss außerdem berücksichtigt werden, dass die Gullys auch die Oberfläche der Nutzschicht entwässern. Bei Begrünung ist dabei zu beachten, dass der Bereich der Dachgullys von der Vegetation freigehalten wird.