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Frankfurt am Main Campus Bockenheim Elegant abgerundet


Objekt: Campus Bockenheim, Bebauung mit 58 Passivhauswohnungen
Standort: Frankfurt/Main, Gräfstraße
Bauherr: ABG Frankfurt Holding
Planung: Stefan Forster Architekten, Frankfurt/Main
Dachabdichtung: Gernot Berner GmbH, Frankfurt/Main
Fertigstellung: 2015

Elegant abgerundet

Auf einem insgesamt rund 17 Hektar großen ehemaligen Areal der Goethe-Universität in Frankfurt-Bockenheim entsteht seit einigen Jahren ein abwechslungsreicher „Campus“, der neben verschiedenen Kultureinrichtungen auch eine großformatige Blockbebauung mit Gewerbeeinheiten sowie rund 200 Wohnungen vorsieht. Das aus 12 Einzelhäusern zusammengesetzte Gebäudeensemble greift die Blocktypologie der umgebenden Gründerzeitbebauung auf, um so eine städtebauliche Verbindung zur historischen Stadtstruktur Bockenheims herzustellen.

Zum Teil bereits bezogen ist der nach Südwesten zur Gräfstraße hin orientierte, vom Frankfurter Büro Stefan Forster Architekten geplante Abschnitt des Neubaus. Das Projekt umfasst 58 modern ausgestattete Passivhauswohnungen und stellt zusätzlich auch einen Supermarkt und eine Tiefgarage zur Verfügung. Ein zentrales Element der sechsgeschossigen Bebauung ist die markant gerundete, durch Balkone betonte Gebäudekante zum Carlo-Schmid-Platz, die städtebaulich eine attraktive Platzsituation entstehen lässt. Zusätzliche Qualität erhält der Entwurf durch die Untergliederung des Baukörpers in ablesbare Hauseinheiten, durch eine abwechslungsreiche Höhenstaffelung sowie durch eine kontrastreiche Fassadengestaltung. Die Gestaltung des verklinkerten Sockels greift dabei die historische Backsteinarchitektur des angrenzenden Eisenbahndepots auf. Die sonstigen Fassadenflächen wurden mit hellem Putz gestaltet.

Ebenso hochwertig wie die Architektur und die städtebauliche Einbindung präsentiert sich auch das Innenraumkonzept. Durch die zentrale Erschließung der Wohnungen in der Mittelzone sind offene und flexibel geschnittene Wohnungen mit jeweils zwei Balkonen zur Straße und zum Hof entstanden. Die Außenflächen im Kern der Bebauung stehen zusätzlich als begrünter Innenhof zur Verfügung.

Hochwärmegedämmtes Warmdach mit dreilagiger Bitumenabdichtung

Ein wichtiger Baustein der Planung war die Abdichtung der alles in allem rund 5.000 Quadratmeter großen Flachdachflächen, von denen etwa 1.700 Quadratmeter auf den von Stefan Forster geplanten Abschnitt entfallen. Für einen nachhaltigen Schutz gegen eindringende Feuchtigkeit wurden die Flächen als hochwärmegedämmtes Warmdach mit einer dreilagigen Bitumenabdichtung ausgebildet. Zusätzlich mussten 300 Balkone mit einer Fläche von insgesamt 3.000 Quadratmetern abgedichtet werden. Sämtliche Arbeiten wurden durch die vor Ort ansässige Gernot Berner GmbH durchgeführt.

In einem ersten Schritt wurde oberhalb der Stahlbetondecke zunächst eine Elastomerbitumen-Dampfsperrschweißbahn zum Schutz gegen Diffusion aufgeschweißt. Direkt darüber verklebten die Mitarbeiter der Gernot Berner GmbH eine 420 Millimeter dicke EPS-Dämmung: „Eine Besonderheit sind dabei die über eine Länge von insgesamt rund 700 Metern in der Wärmedämmung verlaufenden Lüftungskanäle“, erklärt Projektleiter Wolfgang Rehberger. „So etwas haben wir in dieser Größenordnung noch nicht realisiert. Anders als üblich haben wir die Dämmung außerdem ohne Gefälle ausgeführt, um durch den starken Wasserrückhalt optimale Bedingungen für die Dachbegrünung zu schaffen.“

Oberhalb der Dämmung kam zunächst eine kaltselbstklebende Elastomerbitumenbahn als untere Abdichtungslage und als Notabdichtung zum Einsatz. Direkt darüber wurden eine weitere Elastomerbitumen-Schweißbahn und abschließend eine Elastomerbitumen-Schweißbahn mit integriertem Wurzelschutz vollflächig aufgeschweißt.

„Nach Fertigstellung sämtlicher Abdichtungsmaßnahmen konnte abschließend mit dem Anlegen der Dachbegrünung begonnen werden“, berichtet Wolfgang Rehberger. Die Hauptdächer wurden als extensive Dachbegrünung mit Sedum gestaltet, oberhalb der Tiefgarage wurde alternativ eine intensive Dachbegrünung mit Sträuchern und Zierpflanzen gewählt, um hier einen attraktiven Innenhof mit hoher Aufenthaltsqualität zu schaffen. Bei den mit einer zweilagigen Bitumenabdichtung ausgebildeten Balkonen wurden alternativ Betonplatten auf einer Splitschicht verlegt. Nach rund fünfzehnmonatiger Tätigkeit, während der je nach Baufortschritt bis zu 15 Mitarbeitern auf der Baustelle beschäftigt waren, konnte das Projekt damit erfolgreich abgeschlossen werden.