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Düsseldorf Bürogebäude „Kö-Blick“ Neuer Blick auf die Königsallee

Objekt: Bürogebäude Kö-Blick
Standort: Königsallee 61, Düsseldorf
Bauherr: Warburg - Henderson Kapitalanlagegesellschaft für Immobilien mbH, vertreten durch HIH Hamburgische Immobilien Handlung GmbH
Planung: Ingenhoven Architects, Düsseldorf
Dachabdichtung: Ludwig Maassen GmbH, Düsseldorf
Fertigstellung: 2012

Objekt Tag der Architektur 2013

Die Düsseldorfer Königsallee gehört zu den führenden Luxuseinkaufsstraßen in Deutschland. Im südlichen Bereich der noblen Shopping-Meile, im Kreuzungsbereich mit der Graf-Adolf-Straße, wurde im vergangenen Jahr das nach Plänen von Ingenhoven Architects realisierte neungeschossige Büro-und Geschäftshaus „Kö-Blick“ fertiggestellt. Die exponierte städtebauliche Lage des Neubaus ermöglicht dabei eine freie Aussicht entlang der Kö und des parallel verlaufenden Kö-Grabens mit seinem alten Baumbestand bis zum Hofgarten im Norden der Innenstadt.

Als Reflex auf den attraktiven Standort realisierten die Architekten einen hochwertig gestalteten, in Richtung der Kreuzung elegant abgerundeten Baukörper mit großen bodentiefen Fensterflächen sowie mit schmalen Fassadenelementen aus weißem Werkstein. Die Traufhöhe des Baukörpers von 31 Metern sowie die Ausbildung von zwei Staffelgeschossen ermöglichen dabei eine nahtlose Einbindung in die bestehende Blockrandbebauung entlang der Kreuzung. Im Erdgeschoss des Neubaus sorgen attraktive Einzelhandelsflächen für eine städtebauliche Anbindung der Königsallee an das südlich angrenzende Friedrichstadt-Quartier. In den darüber liegenden Ebenen wurden flexibel nutzbare Büroflächen unterschiedlicher Größe integriert. In den beiden Staffelgeschossen stehen zusätzlich großzügig geschnittene Wohnungen und Dachterrassen zur Verfügung.

Der Neubau überzeugt aber nicht nur durch seine gelungene städtebauliche Einbindung und seine hochwertige architektonische Gestaltung, sondern auch durch seine energiesparende Gebäudetechnik. Das ambitionierte Konzept umfasst unter anderem eine doppelschalige Fassade, die Nutzung von Solarenergie sowie den Einbau einer geothermischen Wärmepumpe zur Beheizung und Kühlung. Als erstes Bürogebäude in Düsseldorf wurde das Projekt deshalb inzwischen mit dem begehrten Öko-Standard DGNB in Gold ausgezeichnet.

Warmdach mit zweilagiger Bitumenabdichtung

Ein wichtiger Aspekt bei der Fertigstellung des Gebäudes war die Abdichtung der insgesamt 800 Quadratmeter großen Flachdachflächen. Mit der Ausführung der Arbeiten hatte die ausführende Alpine-Bau die vor Ort ansässige Ludwig Maassen GmbH beauftragt. Um einen nachhaltigen Schutz gegen eindringende Feuchtigkeit zu ermöglichen, wurden sämtliche Flächen als klassisches Warmdach mit einer Schaumglas-Dämmung und einer zweilagigen Bitumenbahnenabdichtung ausgebildet.

Im ersten Arbeitsschritt wurde oberhalb der Stahlbetondecken des Gebäudes zunächst eine 140 Millimeter starke Schaumglas-Dämmung aufgebracht. Da das Material bereits diffusionsdicht ist, konnte in weiten Teilen auf eine zusätzliche Dampfsperre verzichtet werden. Zudem wurde gemeinsam mit dem Bauherrn entschieden, die Dämmung aus konstruktiven Gründen ohne Gefälle zu verlegen. Als Herausforderung erwies sich jedoch die Integration der Sprinklerleitung in die Schaumglas-Dämmung. Bei der Ausführung mussten unterschiedlich große Schalen aus Schaumglas zugeschnitten werden, die dann um die Sprinklerleitungen montiert werden konnten.

Nach dem Verlegen der Foamglas-Dämmung konnte im nächsten Arbeitsschritt die zweilagige Bitumenbahnenabdichtung aufgebracht werden. Als untere Lage kam eine kaltselbstklebende Elastomerbitumen-Unterlagsbahn zum Einsatz. Direkt darüber wurde eine wurzel- und rhizomfeste Elastomerbitumen-Schweißbahn vollflächig aufgeschweißt. Oberhalb des ersten Obergeschosses konnte damit ein kleiner begrünter Innenhof mit extensiver Dachbegrünung angelegt werden. Auf den sonstigen Dachflächen wurden abweichend Betonwerksteinplatten verlegt.

Insgesamt erstreckten sich die unterschiedlichen Maßnahmen über eine Dauer von etwa zwölf Monaten. Während dieser Zeit war das Team der Ludwig Maassen GmbH durchschnittlich mit fünf bis sieben Mitarbeitern vor Ort. Und die konnten bei ihren Pausen als zusätzliche Motivation für ihre schweißtreibende Arbeit immerhin die attraktive Aussicht auf die Kö und den Kö-Graben genießen.