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Definitionen der Begriffe von A - Z

Definitionen

A

Abdichtungen sind flächige wasserdichte Schichten aus bahnenförmigen Abdichtungsstoffen zum Schutz des Bauwerkes gegen Wasser.

Abdichtungslage ist eine flächige Abdichtung aus Bitumenbahnen, die an den Überdeckungen miteinander verklebt sind.

Abdichtungsrücklage ist ein festes Bauteil, auf das eine Abdichtung für senkrechte oder stark geneigte Flächen aufgebracht wird, wenn die Abdichtung zeitlich vor dem zu schützenden Bauwerksteil hergestellt wird.

Abdichtungsuntergrund (Untergrund) ist die Fläche, auf die die Abdichtung unmittelbar aufgebracht wird.

Abschluss ist die Ausbildung der Abdichtung am Dachrand.

Abschottung ist eine Sicherungsmaßnahme, um Wasserunterläufigkeit in verschiedenen Schichten des Dachaufbaues zu verhindern.

Anschluss ist die Ausbildung der Abdichtung an angrenzende oder durchdringende Bauteile oder Bauelemente. Es werden starre und bewegliche Anschlüsse unterschieden.

Anwendungskategorie ist eine Anwendungszuordnung für Dachabdichtungen, bei der hinsichtlich der Planung und der Bemessung unterschiedliche Anforderungen gestellt werden.

Anwendungsnorm ist eine Norm, die nationale anwendungsbezogene Anforderungen an die in europäischen Normen für Produkte angegebenen Eigenschaften festlegt. Sie ordnet den Produkten Bezeichnungen und Kurzzeichen zu.

APP bedeutet ataktisches Polypropylen und wird in Plastomerbitumen-Bahnen eingesetzt.

Asphaltbeton ist eine der Mischgutarten für Asphaltdeckschichten im Straßenbau und ist für die meisten Straßenarten geeignet. Asphaltbeton wird aus Edelsplitt, Edelbrechsand, Natursand, Füller und Straßenbaubitumen hohlraumarm zusammengesetzt, im heißen Zustand mit Fertiger eingebaut und anschließend mit Walzen verdichtet.

Asphaltmastix ist ein Gemisch aus Bitumen, Gesteinsmehl und Sand mit einem Massenanteil an Bitumen von 13 % bis 16 %.

Auflast ist eine schwere Schutzschicht, um die Dachschichten gegen Windsog zu sichern.

Ausgleichsschicht ist eine Schicht, die die Übertragung von schädigenden Einflüssen aus der Unterkonstruktion auf den darüber liegenden Dachaufbau ausschließt. Sie wird z. B. erreicht durch teilflächige Verklebung oder lose Verlegung der Folgelage.

B

Baufeuchte ist die Feuchtigkeit, die während der Herstellung eines Bauwerkes eingebaut wird oder eindringt.

Bauteiltemperatur ist die Temperatur der Bauteiloberfläche, mit der die Abdichtung bei ihrem Einbau direkt in Berührung kommt.

Beanspruchungsklasse ist eine Zusammenfassung mechanischer und/oder thermischer Beanspruchungsstufen zu kombinierten Beanspruchungen von Dachabdichtungen.

Beanspruchungsstufe ist eine abgestufte Beanspruchung infolge mechanischer und/oder thermischer Einwirkungen auf Dachabdichtungen.

Befestigungselement wird zur mechanischen Befestigung von Dachabdichtungen in der Unterkonstruktion eingesetzt. Es besteht aus Lastverteilteller und Schraube bzw. Spreizdübel mit Einschlagstift.

Behelfsdeckung ist ein regensicherer Schutz eines Gebäudes oder der darunter liegenden Bauteile für einen begrenzten Zeitraum.

Behelfsmäßige Abdichtung ist ein vorübergehender Schutz einer Konstruktion oder Bauteilfläche, um das Gebäude vor Feuchtigkeit zu schützen und z. B. eine Weiterarbeit im Gebäudeinneren zu ermöglichen. Behelfsmäßige Abdichtungen sind zumindest für einige Zeit der Witterung ausgesetzt.
Hinweis: Die verwendeten Werkstoffe und die Art der Ausführung müssen hierfür geeignet sein. Je nach Art und Ausführung können auch Dampfsperren oder erste Lagen von mehrlagigen Dachabdichtungen als behelfsmäßige Abdichtung verwendet werden.

Belüftetes Dach (frühere Bezeichnung „Kaltdach“) ist eine Dachkonstruktion mit einer oberen und einer unteren Schale mit einem dazwischenliegenden von außen be- und entlüfteten Dachraum.

Bemessungswasserstand ist der höchste, nach Möglichkeit aus langjähriger Beobachtung ermittelte Grundwasserstand/Hochwasserstand. Bei von innen drückendem Wasser der höchste planmäßige Wasserstand.

Bestreuung (z. B. Beschieferung) ist ein leichter Oberflächenschutz auf Bitumenbahnen, der fabrikmäßig aus vorwiegend plättchenförmigen mineralischen Stoffen hergestellt wird.

Beweglicher Anschluss ist der An- oder Abschluss an Bauteile, der gegenüber der Unterkonstruktion und dem jeweiligen Systemaufbau Bewegungen verschiedener Art unterworfen ist.

Bewegungsfuge ist ein geplanter Zwischenraum zwischen zwei Bauwerksteilen oder Bauteilen, der zwängungsfreien Ausgleich unterschiedlicher Bewegungen ermöglicht.

Bitumen ist ein viskoelastisches Erdöldestillat zur Herstellung von Bitumenbahnen und -klebemassen.

Bitumenbahnen bestehen aus Trägereinlagen mit beidseitigen Bitumendeckschichten.

Bitumendachschindeln sind kleinformatige Bauelemente auf Bitumenbasis mit Trägereinlagen, beidseitig aufgebrachten Bitumendeckschichten und oberseitiger fabrikmäßiger Bestreuung.

Bitumenklebemassen sind heiß oder kalt zu verarbeitende Stoffe zur Verklebung der Dachschichten.

Blasen sind Hohlräume zwischen Abdichtungslagen oder zwischen Abdichtung und der Unterlage.

Blockregen ist ein Modellregen mit einer konstanten Regenintensität und vorgegebener Regenhäufigkeit mit der Bezeichung BRT(n) wobei T für die Dauer des Regens und (n) für den Zeitraum des Auftretens eines derartigen Regenfalls in Jahren steht.

D

Dachabdichtung ist ein flächiges, aus Abdichtungsstoffen bestehendes Bauteil zum Schutz eines Bauwerkes gegen Niederschlagswasser, das aus einer über die ganze Dachfläche reichenden wasserundurchlässigen Schicht besteht. Zur Dachabdichtung gehören auch Anschlüsse, Abschlüsse und Bewegungsfugen.

Dachablauf (s. Gully)

Dachaufbau umfasst alle Funktionsschichten oberhalb der Tragkonstruktion, deren Art und Anordnung von der jeweiligen Konstruktionsart des Daches abhängig ist.

Dachbahn ist eine Bitumenbahn, die mit Bitumenklebemasse verlegt oder als Vordeckung eingesetzt wird. Trägereinlagen sind Glasvlies (einsetzbar als zusätzliche Lage) oder Rohfilz (nicht für Dachabdichtungen).

Dachbegrünung ist eine besondere Art der Dachflächennutzung mit Bepflanzung, die je nach Art der Begrünung in extensiv oder intensiv unterschieden wird.

Dachdeckungen sind im Gegensatz zu Dachabdichtungen nur regensicher und bestehen aus schuppenförmig angeordneten Baustoffen, z. B. Bitumenschindeln, Ziegeln.

Dachdichtungsbahn ist eine Bitumen- oder Polymerbitumenbahn mit hochwertiger Trägereinlage, die mit Bitumenklebemasse verlegt wird.

Dachkonstruktion (s. Unterkonstruktion)

Dachneigung ist die Neigung einer Dachfläche gegen die Waagerechte, ausgedrückt als Winkel in Grad (°) oder als Steigung in Prozent (%).

Dämmbahn ist ein Element, das aus Wärmedämmstoff und einer Bitumenbahn besteht. Lieferformen sind Roll- und Klappbahnen (s. auch Kaschierlage).

Dampfdruckausgleichsschicht ist eine zusammenhängende Luftschicht zum Ausgleich örtlich entstehender Dampfdruckunterschiede. Sie wird erreicht durch teilflächige Verklebung oder lose Verlegung der Folgelage.

Dampfsperre ist eine Schicht, welche die Diffusion von Wasserdampf vermindert oder verhindert. Sie kann bei geeigneter Stoffauswahl die Funktion der Luftdichtheitsschicht erfüllen. Es wird unterschieden zwischen diffusionshemmenden Schichten (0,5 m < sd < 1.500 m) und diffusionsdichten Schichten (sd >= 1.500 m).

Deckaufstrich ist eine heiß oder kalt aufzubringende Bitumenschicht.

Deckschicht (Deckmasse) ist eine beidseits der Trägereinlage angeordnete dichtende Schicht aus Oxidations-, Elastomer- oder Plastomerbitumen.

Dehnung bei Höchstzugkraft ist die Angabe der Längenänderung in % bei Erreichen der Höchstzugkraft (s. Höchstzugkraft).
Dehnungsfuge (s. Bewegungsfuge)

Destillationsbitumen ist eine weiche bis mittelharte Bitumensorte, die durch Vakuumdestillation aus Erdöl gewonnen wird. Es wird durch die Penetration gekennzeichnet.
Durchdringung ist ein Bauteil oder Bauelement, das den Dachaufbau durchdringt.

Durchwurzelungsschutz ist eine Schicht zur Vermeidung von Wurzeldurchwuchs durch die Dachabdichtung. Der Durchwurzelungsschutz kann durch die Abdichtungsoberlage selbst oder durch eine separate Durchwurzelungsschutzschicht erreicht werden.

E

Eigenschaftsklasse ist eine Abstufung thermischer und mechanischer Produkteigenschaften, der die Abdichtungsprodukte aufgrund ihrer spezifischen Stoffeigenschaften zugeordnet werden können.

Eigenüberwachung ist die werkseigene Produktionskontrolle. Sie ist Voraussetzung für die Übereinstimmungs- bzw. Konformitätserklärung des Herstellers. Prüfumfang und -häufigkeit sind in DIN V 52144 und den europäischen Normen geregelt.

Einbaumenge ist die Menge Klebemasse, Asphaltmastix, kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtung oder Deckaufstrichmittel im eingebauten Zustand.

Einbauteil ist ein Bauteil oder Element, das Dachdeckungen oder -abdichtungen nur in Teilschichten durchdringt, z. B. Sicherheitsdachhaken oder Absturzsicherungen.

Einbautemperatur ist die Temperatur der Abdichtungsstoffe beim Einbau.

Einbettung der Abdichtung ist die hohlraumfreie Lage der Abdichtung zwischen Abdichtungsuntergrund und Schutzschicht, ohne dass die Abdichtung einen nennenswerten Flächendruck erfährt.

Einlage (s. Trägereinlage)

Einlagige Verlegung von speziell entwickelten Polymerbitumenbahnen ist eine Anwendung entsprechend DIN 18531.

Einpressung der Abdichtung ist die hohlraumfreie Lage der Abdichtung zwischen zwei festen Bauteilen, wobei die Abdichtung einem ständig wirkenden Flächendruck ausgesetzt ist.

Einschaliges Dach (s. nichtbelüftetes Dach)

Eintauchtiefe ist die Höhendifferenz zwischen der tiefsten abzudichtenden Bauwerksfläche und dem Bemessungswasserstand.
Elastomerbitumenbahnen (PYE) sind Bitumenbahnen, deren Deckschichten aus mit Elastomeren modifiziertem Bitumen bestehen.

EPS bedeutet Expandiertes Polystyrol. Es wird in Form von Hartschaum als Plattenware für die Wärmedämmung eingesetzt (DIN EN 13163).

Erneuerung des Dachaufbaus ist eine Maßnahme zum kompletten Ersatz eines nicht mehr funktionstüchtigen oder eines verbesserungsbedürftigen Dachaufbaus.

Erneuerung der Dachabdichtung ist eine Maßnahme zum Ersatz einer nicht mehr funktionstüchtigen Dachabdichtung.

Erweichungspunkt ist eine Temperaturmaßzahl für das Fließverhalten von Bitumen bei hohen Temperaturen. Er wird nach Ring- und Kugelmethode (RuK) geprüft (DIN EN 1427).

exPS (s. XPS)

Extensivbegrünung ist eine Begrünungsart für eine Dachfläche mit anspruchslosem, niedrigem, pflegearmem Bewuchs, z. B. Sedumpflanzen. Charakteristisch sind geringe Aufbauhöhe und geringes Gewicht. Sie ist eine Form des Oberflächenschutzes. Die Funktion als Auflast zur Windsogsicherung muss gesondert nachgewiesen werden.

F

Festes Bauteil ist ein Bauteil, das ohne größere Formänderung Kräfte aufnehmen oder weiterleiten kann.

Filtervlies ist eine Schicht, die das Einschlämmen von Feinteilen in darunter liegende Schichten des Dachaufbaues verhindert.

Flanschkonstruktion ist eine im Regelfall aus Stahl bestehende Klemmkonstruktion zum wasserdichten Einklemmen einer Abdichtung. Sie besteht meist aus einem einbetonierten Festflansch mit angeschweißten Gewindebolzen und entsprechend gelochtem Losflansch. Durch Anpressen (Anziehen der Muttern) wird eine wasserdichte Verbindung hergestellt.

Fremdüberwachung ist die neutrale Produktkontrolle durch Institute. Bestandteil ist die Überprüfung der Eigenüberwachung.

Fügetechnik ist die Technik der materialgerechten Naht- und Stoßverbindungen von Abdichtungsbahnen zur Herstellung einer Abdichtungslage.

Füllstoff ist Gesteinsmehl (Schiefer-, Kalkstein- oder Basaltmehl). Es stabilisiert die Deckschichten bei Lagerung und Transport und erhöht die Trittfestigkeit verlegter Bahnen.

Fugenkammer ist eine Verbreiterung einer Bewegungsfuge in ausreichender Tiefe an der Abdichtungsfläche, um eine schadlose Verformung der Abdichtung im Fugenbereich zu ermöglichen.

Fugenverstärkung ist die Verstärkung einer Abdichtung durch eine oder mehrere zusätzliche Abdichtungslagen im Bereich einer Bewegungsfuge.

G

Geblasenes Bitumen (s. Oxidationsbitumen)

Gefälle (s. Dachneigung)

Gefälledächer werden in der Regel mit keilförmig geschnittenen Dämmplatten hergestellt.

Gefüllte Bitumenklebemasse ist eine aus Bitumen und Füllstoff, z. B. Gesteinsmehl, bestehende Masse.

Gelege sind grobmaschige Gitter aus Glas- und/oder Polyesterfäden, meist in Verbindung mit Glas- oder Polyester-Vliesen als Verbundträger mit hoher Höchstzugkraft und mittlerer Dehnung für Schweiß- und Kaltselbstklebebahnen.

Genutzte Dachfläche ist eine Fläche, die für den Aufenthalt von Personen (z. B. Balkone, Terrassen), für die Nutzung durch Fahrzeuge (z. B. Parkdächer, Hofkellerdecken) oder für die Intensivbegrünung vorgesehen ist.

Gießverfahren ist eine Klebetechnik, bei der Bitumenbahnen in die vor die Rolle gegossene erhitzte Bitumen-Klebemasse eingerollt werden.

Glasvlies ist eine Trägereinlage mit geringer Höchstzugkraft und geringer Dehnung (s. auch Dachbahn).

Glasgewebe ist eine Trägereinlage mit sehr hoher Höchstzugkraft und geringer Dehnung für Dachdichtungsbahnen und Schweißbahnen.

Gründach (s. Dachbegrünung)

Güteüberwachung ist die Qualitätskontrolle der Fertigware. Sie teilt sich auf in Eigenüberwachung durch Werklabors und (freiwillige) Fremdüberwachung.

Gully ist ein Einbauteil zur Entwässerung der Dachfläche, das grundsätzlich an den Tiefpunkten der Dachfläche anzuordnen ist.

Gussasphalt ist ein hohlraumfreies und dichtes Gemisch aus Füller (Steinmehl), Sand, Splitt oder Kies und Bitumen als Bindemittel.

H

Haftgrund (s. Voranstrich)

Harte Bedachung ist ein Begriff des Bauordnungsrechts und beschreibt eine Klassifizierung von Dachaufbauten nach DIN 4102-7 (Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen), die ausreichend widerstandsfähig gegen Flugfeuer und strahlende Wärme sind. Als gleichwertig wird eine Prüfung nach DIN V ENV 1187, Prüfverfahren 1, anerkannt.

Heißbitumen ist zum Zweck der Verarbeitung durch Erhitzen verflüssigtes Bitumen.

Hochwertbahnen sind Bitumenbahnen mit technischen Eigenschaften, die über die normativen Mindestanforderungen hinausgehen und deshalb ein höheres Maß an Sicherheit und Qualität bieten.

Höchstzugkraft ist die Kraft, die bei der Prüfung eines 50 mm breiten Bahnenstreifens bis zum Bruch der Einlage aufzuwenden ist.

HWL (s. WW)

I

Inspektion ist eine Maßnahme zur Feststellung des Istzustandes

Instandhaltung umfasst Inspektion, Wartung, Instandsetzung und Erneuerung der Dachabdichtung.

Intensivbegrünung ist eine Begrünungsart für eine Dachfläche mit anspruchsvollem, pflegeintensivem Bewuchs (Gräser, Stauden, Sträucher und Bäume) und entsprechendem Aufbau der Vegetationstragschicht.

K

Kälteflexibilität (s. Kaltbiegeverhalten)

Kaltbiegeverhalten ist eine Prüfung zur Ermittlung des Biegevermögens von Bitumenbahnen bei tiefen Temperaturen.

Kaltdach (s. belüftetes Dach)

Kaltklebeverfahren ist die Klebetechnik, mit der Bitumenbahnen bzw. Dämmstoffe mit Kaltklebern aufgeklebt werden.

Kaltselbstklebebahnen sind Polymerbitumenbahnen, werkseitig mit einer unterseitigen Kaltselbstklebeschicht ausgerüstet, die nach Abzug einer Trennfolie oder eines Trennpapiers unter Druck auf einen kaltselbstklebefreundlichen Untergrund verlegt werden.

Kaschierlage ist eine Bitumenbahn, die werkseitig auf einen Dämmstoff aufgeklebt ist.

Kehle ist eine Entwässerungslinie zu einem Dachablauf.

Klebeflansch ist ein flächiges Einbauteil, das mit Durchdringungen von Abdichtungen wasserdicht verbunden und zum Auf- und Einkleben der Abdichtung geeignet ist.

Klebemasse (s. Bitumenklebemasse)

Klemmprofil ist ein Einbauteil (Formteil) aus einem profilierten Metallquerschnitt, hergestellt durch Strangpressung oder mehrfache Kantung, mit dem An- und Abschlüsse von Dach- oder Bauwerksabdichtungen unmittelbar an abzudichtende Bauwerksteile angeklemmt werden.

Klemmschiene ist ein Einbauteil aus einer flanschartigen Metallschiene, mit dem An- und Abschlüsse von Dach- oder Bauwerksabdichtungen unmittelbar an abzudichtende Bauwerksteile angeklemmt werden.

Konstruktionsnorm ist eine Norm, die Prinzipien zur Planung und Ausführung von Bauteilen festlegt.

Kork besteht aus expandierten Naturkorkteilchen. Mit Bitumen gebunden wird er als imprägnierter Kork, mit eigenen Harzen gebunden als Backkork bezeichnet. Er wird als Plattenware für die Wärmedämmung eingesetzt (DIN EN 13170).

L

Lagenrückversatz ist eine Anschlusstechnik bei Einklebungen, wobei die letzte Lage die abgestuft verlegten unteren Lagen überdecken muss.

Lagenversatz ist die Anordnung der Bahnen mehrerer Abdichtungslagen, damit die Nähte nicht übereinanderliegen.

Lineare Befestigung ist eine in Reihe angeordnete punktweise, mechanische Einzelbefestigung der Dachabdichtung.

Linienbefestigung ist ein kontinuierliches Band oder Profil zur mechanischen Befestigung der Dachabdichtung.

Los- und Festflanschkonstruktion (s. Flanschkonstruktion)

Luftdichtheit ist die Beschaffenheit von Konstruktionen zur Vermeidung von Wärmeverlusten durch unkontrollierten Luftaustausch und zur Vermeidung von Tauwasserbildung infolge von Konvektion feuchter Luft. Sachgerecht verklebte Dampfsperren und Dachabdichtungen sind luftdicht.

M

Manschette ist ein an die Durchdringung einer Abdichtung angeformtes Einbauteil, das wasserdicht an die Durchdringung angeschlossen wird, z. B. mit einer Schelle, und das mit der Abdichtung wasserdicht verbunden ist. In Sonderfällen wird es auch aus der Abdichtung selbst hergestellt.

Metallband ist ein dünn (bis auf < 0,1 mm) ausgewalztes Metall als Trägereinlage für Dampfsperren, Bahnen für druckwasserhaltende Abdichtungen oder Wurzelschutzbahnen, meist in Kombination mit einem Glasvlies bzw. -gewebe.

Metall-Kunststoff-Verbund ist eine Metallfolie mit ein- oder beidseitiger Beschichtung als Trägereinlage für Dampfsperren oder Wurzelschutzbahnen, meist in Kombination mit Glasvlies bzw. -gewebe.

Mineralwolle (Mineralfaser) besteht aus Glas- oder Steinfaser. Sie wird als Plattenware oder Dämmbahn für die Wärmedämmung eingesetzt (DIN EN 13162).

N

Naht ist die Verbindung zweier Bahnen einer Abdichtungslage an ihren Längs- oder Querrändern.

Nahtverbindung ist die wasserdichte Verbindung der Überdeckungen.

Nassraum ist ein Innenraum, in dem nutzungsbedingt Wasser in solcher Menge anfällt, dass zu seiner Ableitung eine Fußbodenentwässerung erforderlich ist. Bäder im Wohnungsbau ohne Bodenablauf zählen nicht zu den Nassräumen.

Nicht belüftetes Dach (frühere Bezeichnung: Warmdach) ist eine einschalige Dachkonstruktion, bei der alle Funktionsschichten direkt übereinanderliegen.

Nicht genutzte Dachfläche ist eine nur zum Zwecke der Pflege und Wartung und allgemeinen Instandhaltung begehbare Dachfläche. Sie ist nicht für den dauernden Aufenthalt von Personen und die Nutzung durch Verkehr vorgesehen. Extensiv begrünte Dachflächen gehören zu den nicht genutzten Dachflächen.

Notabdichtung ist eine befristete Abdichtung als vorübergehender Schutz im Schadensfall. Notabdichtungen sind keine dauerhafte Lösung. Von ihr können nicht die Kriterien einer Abdichtung erwartet werden. Sie ersetzen keine Abdichtung.

Nutzungsfeuchte ist die Feuchtigkeit, die bei der Nutzung des Gebäudes in den Innenräumen entsteht.

O

Oberflächenschutz ist eine Schutzschicht auf der Oberlage der Abdichtung, welche diese vor mechanischer Beanspruchung und Witterungseinflüssen schützt. Es wird zwischen leichtem und schwerem Oberflächenschutz unterschieden.

Oberlage ist die oberste Lage der Dachabdichtung.

Oxidationsbitumen wird aus heißflüssigem Destillationsbitumen durch Einblasen von Luft bei hohen Temperaturen gewonnen. Es wird durch den Erweichungspunkt (EP) und die Penetration gekennzeichnet, z. B. Bitumen 100/25.

P

Penetration (Eindringtiefe) ist eine Prüfung zur Bestimmung des Härtegrades von Bitumen.

Plastizitätsspanne ist die Temperaturdifferenz zwischen Wärmestandfestigkeit und Kaltbiegeverhalten bei Bitumenbahnen.

Plastomerbitumenbahnen (PYP) sind Bitumenbahnen, deren Deckschichten aus mit Plastomeren modifiziertem Bitumen bestehen.

Plusdach ist eine nicht belüftete einschalige Dachkonstruktion, bei der der Dachaufbau unmittelbar auf der Unterkonstruktion aufliegt. Dabei wird ein Teil der Dämmschicht unter und ein Teil über der Abdichtung angeordnet. Die letzte Lage der Dämmschicht wird mit einer Auflast/ einem Oberflächenschutz versehen.

Polyestervlies ist eine Trägereinlage mit hoher Höchstzugkraft und hoher Dehnung für Dachdichtungsbahnen und Schweißbahnen.
Polymerbitumenbahnen ist der Oberbegriff für Elastomerbitumenbahnen (PYE) und Plastomerbitumenbahnen (PYP).

Polystyrol (s. EPS und XPS)

Polyurethan (s. PUR)

PUR bedeutet Polyurethan. Es wird in Form von Hartschaum als Plattenware für die Wärmedämmung eingesetzt (DIN EN 13165).

PIR bedeutet Polyisocyanurat. Es wird in Form von Hartschaum als Plattenware für die Wärmedämmung eingesetzt.

R

Regeldachneigung ist die Dachneigung, bis zu der sich eine Dachdeckung in der Regel als regensicher erwiesen hat. Traufwärts fließendes Wasser dringt im Normalfall nicht ein.

Regenfestigkeit ist der Zeitpunkt, zu dem flüssige oder spachtelbare Abdichtungen so weit abgebunden haben, dass sie durch darauf einwirkenden Regen nicht geschädigt werden. Bitumenbahnen für die Bauwerksabdichtung sind sofort nach Einbau regenfest.

Regensicherheit ist die Dichtheit von Dachdeckungen gegen rasch ablaufendes Niederschlagswasser. Zur Verhinderung des Einwehens von Nässe, Schnee und Staub in die Dachkonstruktion sind zusätzliche Maßnahmen zu treffen.

Reißfestigkeit (s. Höchstzugkraft)

S

SBS bedeutet Styrol-Butadien-Styrol und wird in Elastomerbitumen-Bahnen eingesetzt.

Schaumglas ist ein hochdruckfester, formbeständiger und dampfdiffusionsdichter Wärmedämmstoff und wird als Plattenware eingesetzt (DIN EN 13167).

Schelle ist eine ringförmig zu schließende Spannvorrichtung zum wasserdichten Anschluss von Abdichtungen und Manschetten an durchdringende Bauteile mit kreisförmigem Querschnitt.

Schleppstreifen sind streifenförmige Trennlagen aus geeigneten Stoffen zur Sicherung unverklebter Zonen.

Schutzlage ist eine oberhalb der Dachabdichtung angeordnete Lage zum Schutz vor Einwirkungen von außen, z. B. mechanischen Belastungen. Eine Schutzlage zählt nicht als Abdichtungslage.

Schutzmaßnahme ist eine bauliche Maßnahme zum vorübergehenden Schutz einer Abdichtung während der Bauarbeiten.

Schutzschicht ist eine Schicht aus Baustoffen zum dauernden Schutz der Abdichtung vor mechanischen und thermischen Beanspruchungen.

Schweißbahnen sind Bitumenbahnen mit dickeren Deckschichten (Bahndicke in der Regel 4 - 5 mm), die im Schweißverfahren unter Wärmezufuhr verlegt werden.

Schweißverfahren ist die Verfahrenstechnik für Schweißbahnen, bei der die Deckschichten durch Wärmeeinwirkung angeschmolzen und die Bahnen so mit dem Untergrund verbunden werden.

sd-Wert ist die wasserdampfdiffusionsäquivalente Luftschichtdicke: sd = µ · d (µ ist die Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl und d die Schichtdicke in m)

Sichtbare (blanke) Nagelung ist eine mechanische Befestigung einer Bitumenbahn mit Dachpappstiften im sichtbaren Bereich.

Sickerwasser aufstauend ist unter Einwirkung der Schwerkraft frei abfließendes Niederschlags- und/oder Brauchwasser, das auf wenig durchlässigen Bodenschichten zeitweise aufstauen kann.

Starrer Anschluss ist der Anschluss der Dachabdichtung an Bauteile, die mit der Unterkonstruktion fest verbunden sind.

Steinkohlenteerpech wird bei der zerstörenden Verkokung oder Verschwelung von Steinkohle gewonnen. Wird seit 1979 nicht mehr für Abdichtungswerkstoffe eingesetzt.

Stoß ist der Bereich einer Abdichtung, in dem Nähte oder Anschlüsse der einzelnen Abdichtungslagen übereinanderliegend oder um Überlappungsbreite versetzt in der Abdichtung angeordnet sind.

Stütz- und Nagelbohlen sind konstruktive Bauteile zum Schutz gegen Abgleiten von Wärmedämmschichten und zur mechanischen Befestigung der Abdichtungslagen.

Styropor (s. EPS und XPS)

T

Teer (s. Steinkohlenteerpech)

Teerpappe ist ein Vorläufer der heutigen Bitumenbahnen, bestehend aus teergetränkter Filz-Trägereinlage, Teer-Deckschichten und Abstreuung aus Feinsand.

Telleranker ist ein Einbauteil, in der Regel aus Stahl, zur Verankerung zweier Bauteile, die durch eine Abdichtung getrennt sind und das im allgemeinen die dauerhafte Einbettung der Abdichtung sicherstellt.

Trägereinlagen sind z. B. Vliesstoffe, Gewebe, Verbundeinlagen oder Metallbänder, die als Einlage der Bitumenbahnen verwendet werden.

Trennschicht/-lage ist eine Schicht oder Lage zur flächigen oder teilflächigen Trennung einer Dachabdichtung oder der Dampfsperre von Bauteilen und Schichten.

Tränkung ist die Imprägnierung von Trägereinlagen in der Bahnen-Produktion vor dem Aufbringen der Deckschichten, um Hohlräume auszufüllen und Eigenfeuchtigkeit zu eliminieren.

T-Stoß ist das Zusammentreffen der (Längs-) Naht einer Bahn mit der (Quer-)Naht der benachbarten Bahn.

U

Überdeckung (Überlappung) ist der Bereich, in dem zwei Bahnen einer Abdichtungslage zur Herstellung von Längs- und Quernähten übereinanderliegen.

Übergang ist die Verbindung unterschiedlicher Abdichtungssysteme.

Umkehrdach ist eine nicht belüftete einschalige Dachkonstruktion, bei der der Dachaufbau unmittelbar auf der Unterkonstruktion aufliegt. Dabei wird die Wärmedämmschicht über der Abdichtung verlegt und mit Auflast/Oberflächenschutz versehen.

Unterdach besteht aus wasserdichten Werkstoffen auf einer tragfähigen Unterlage.

Unterdeckung besteht aus ausreichend wasserundurchlässigen Bahnen auf einer tragfähigen Unterlage.

Unterdeckung, naht- und perforationsgesichert hat in den Nähten und Stößen eine regensichere Verklebung und ist in Abhängigkeit vom Werkstoff unterhalb der Konterlattung mit Maßnahmen gegen Wassereintrieb, wie z. B. Nageldichtmaterial, zusätzlich gesichert.

Untergrund der Dachabdichtung ist eine Fläche, auf die die Dachabdichtung unmittelbar aufgebracht wird.

Unterkonstruktion ist die flächige Unterlage zur Aufnahme des Dachaufbaues.

Unterspannung besteht aus ausreichend wasserundurchlässigen Bahnen ohne flächige Unterlage. Die Bahnen können gespannt oder mit planmäßigem Durchhang verlegt werden.

V

Verdeckte Nagelung ist die mechanische Befestigung einer Bitumenbahn in der Überdeckung (s. Überdeckung) mit Dachpappstiften.

Verstärkungseinlagen sind zusätzliche Lagen in Abdichtungsbereichen mit hohen Beanspruchungen.

Verwahrung ist die Sicherung des Abdichtungsendes gegen Wasserhinterläufigkeit.

Voranstrich ist eine niedrigviskose Bitumenlösung oder Bitumenemulsion, die auf der Unterkonstruktion oder im Bereich von Anschlüssen zur Staubbindung und als Haftverbesserung für zu verklebende Abdichtungen aufgetragen wird.

Vordeckung ist eine regensichere Schicht unter der Dacheindeckung, deren Funktion zum Zeitpunkt der Eindeckung endet.

W

Wärmedämmschicht ist eine Schicht im Dachaufbau, die den Wärmedurchgang zwischen innen und außen vermindert.

Wärmestandfestigkeit ist eine Prüfung des Ablaufverhaltens von Bitumenbahnen bei hohen Temperaturen.

Warmdach (s. nichtbelüftetes Dach)

Wartung ist eine Maßnahme zur Bewahrung des Sollzustandes.

Wassergefährdungsklasse ist die Einstufung von Stoffen durch das Umweltbundesamt.
1 = schwach wassergefährdend, 2 = wassergefährdend, 3 = stark wassergefährdend.

Wickelkern ist ein stabiles Rohr (d > 60 mm), das in die Bitumenbahn eingerollt wird, ein Hilfsmittel, das die vollflächige Verklebung durch gleichmäßigen Anpressdruck bei der Verlegung erleichtert (z. B. aus Metall, Kunststoff).

Widerstandsfähigkeit gegen Flugfeuer und strahlende Wärme (s. harte Bedachung)

Wurzelschutz (s. Durchwurzelungsschutz)

WW bedeutet Holzwolle-Leichtbauplatten, ein Dämmstoff aus zementgebundenen Holzfasern für Flachdächer (nach DIN EN 13168).

X

XPS bedeutet Extrudiertes Polystyrol. Es wird als Plattenware für die Wärmedämmung (DIN EN 13164) außenseitig der Abdichtung angeordnet.

Z

Zweischaliges Dach (s. belüftetes Dach)