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Berlin Appartementhaus Architektonische Skulptur in der Stadt

Objekt: JOH3, Wohn- und Geschäftsgebäude in Berlin
Standort: Johannisstraße 3, Berlin
Bauherr: Euroboden Berlin GmbH, Berlin
Planung: Jürgen Mayer H., Berlin
Dachabdichtung: Seidler Dachdeckerei, Berlin
Fertigstellung: 2012

Wohn- und Geschäftsgebäude in Berlin

Mit seinen spektakulären Gestaltungen zwischen Architektur und Skulptur gehört Jürgen Mayer H. aktuell zu den international gefragtesten Architekten aus Deutschland. In Berlin-Mitte, auf halber Strecke zwischen Friedrichstraße und Museumsinsel gelegen, hat der Planer jüngst ein außergewöhnliches Wohn- und Geschäftshaus fertiggestellt. Im respektvollen Kontrast zum westlich angrenzenden Kulturzentrum „Kalkscheune“, einem denkmalgeschützten Altbau von 1840, entstand eine gelungene Neuinterpretation des klassischen Berliner Wohnhauses mit mehreren Einheiten und begrüntem Innenhof.

Respektvoller Kontrast zwischen Alt und Neu

Markanter Blickfang des sechsgeschossigen Neubaus ist die plastisch geschwungene Fassade aus dicht aneinander gereihten vertikalen Aluminiumlamellen. Die unterschiedlich großen CNC-gefrästen Lamellen umsäumen die raumhoch verglasten Fensterflächen in wellenförmig auf- und absteigenden sowie vor- und zurückwölbenden Bewegungen und erzeugen so ein organisch fließendes Gesamtkunstwerk mit einzigartigem Ausdruck. Die ungewöhnliche Gestaltung ermöglicht nicht nur spannende architektonische Perspektiven inmitten der Stadt, sondern sie schützt die Bewohner des Neubaus auch vor neugierigen Blicken von Außen.

Im Erdgeschoss des Neubaus hat sich die Galerie Art et Architecture AEA niedergelassen. In den darüber gelegenen Ebenen wurden 21 individuell geschnittene Eigentumswohnungen geschaffen, die sich in Richtung Süd-Westen zu einem begrünten Innenhof öffnen. Neben luxuriösen Townhouses mit privatem Garten und klassischen Appartements stehen dabei auch luftige Penthouses im zurückliegenden Staffelgeschoss zur Verfügung. Die großen Dachterrassen ermöglichen hier eine spektakuläre Aussicht auf die Friedrichstadt und die nahe gelegene Museumsinsel. Komplettiert wird der hohe architektonische Anspruch durch eine ungewöhnliche Innenraumgestaltung mit differenzierter Höhenentwick-lung und spannenden Raumfolgen.

Ungewöhnlicher Dachgrundriss

Ebenso ungewöhnlich wie die Architektur präsentiert sich auch das Flachdach, dessen Grundriss weitgehend ohne rechte Winkel, dafür aber mit unterschiedlichsten Rundungen und Winkeln ausgebildet wurde. Um die 480 Quadratmeter große Fläche sicher abzudichten und langfristig Schäden an der Bausubstanz zu vermeiden, entschied sich das beauftragte Dachdeckerunternehmen Seidler aus Berlin für ein klassisches Warmdach mit einer zweilagigen Bitumenabdichtung.

Zu Beginn der Dacharbeiten wurde im Januar 2011 zunächst eine Dampfsperre auf die Stahlbetondecke aufgebracht. Erst im Sommer konnten dann aufgrund planerischer Verzögerungen die nächsten Schritte erfolgen. „Für einen sicheren Abfluss des Regenwassers haben wir dabei als erstes eine Gefälledämmung aus EPS-Hartschaum mit einer Stärke von ca. 200 Millimetern auf der Dampfsperre verklebt“, berichtet Geschäftsführer Christian Herzberg, der neben seiner unternehmerischen Tätigkeit zusätzlich auch als ö.b.u.v. Sachverständiger arbeitet. Im Anschluss daran erhielt die Konstruktion eine zweilagige Abdichtung mit Bitumenbahnen. Als untere Schicht kam eine Elastomerbitumen-Kaltselbstklebebahn mit unterseitiger Silikonfolie zum Einsatz. „Direkt darüber haben wir eine wurzelfeste Elastomerbitumenbahn als Oberlage aufgeschweißt, um eine robuste und widerstandsfähige Oberfläche für die abschließende Begrünung zu erhalten“, so Christian Herzberg.

Begrünter Innenhofgarten

Sämtliche Abdichtungsarbeiten wurden durch das vierköpfige Team der Seidler Dachdeckerei umgesetzt. Besondere Anforderungen stellten dabei vor allem die mit ungewöhnlichen Formen ausgeführten Attikabereiche sowie die beiden mit runden Beeteinfassungen gestalteten Dachterrassen. Aufgrund der langjährigen Erfahrung des Teams konnten sämtliche Arbeiten bautechnisch sicher ausgeführt werden. Zusätzlich gehörte auch die Abdichtung des oberhalb der Tiefgarage gelegenen Innenhofgartens zum Leistungsumfang. „Aufgrund der vergleichbaren Anforderungen haben wir hier den gleichen Aufbau wie beim Flachdach gewählt und lediglich auf die Dämmung verzichtet“, berichtet Christian Herzberg. „So ist sichergestellt, dass auch in die Tiefgarage kein Regenwasser eindringen kann.“ Abschießend wurde die Fläche mit einer Rasenfläche begrünt und mit Bäumen bepflanzt. Als idyllische Oase mitten in der Stadt.