HOME Bitumenbahnen Alles über Bitumenbahnen › Anforderungen an die Dachabdichtung

Anforderungen an die Dachabdichtung

Die wesentliche Funktion der Dachabdichtung ist der nachhaltige und dauerhafte Schutz des Gebäudes vor dem Eindringen von Niederschlägen. Um diese Funktion zu erfüllen, muss die Abdichtung verschiedenen Beanspruchungen gewachsen sein. Neben fotochemischen Einflüssen, Einwirkungen durch UV-Strahlung und Ozon sowie chemischen und biogenen Belastungen, unterliegen Abdichtungen vor allem mechanischen und thermischen Beanspruchungen, die jeweils unterschiedlich hoch sein können.

Hohe mechanische Beanspruchungen können sich aus dem Untergrund der Dachabdichtung oder aus der Tragkonstruktion ergeben. So unterliegen z. B. Betonfertigteile oder Betondielen mitunter Verformungen und leiten entsprechende Kräfte an die Abdichtung weiter, die von dieser schadlos aufgenommen werden muss. Oder die Abdichtung muss die Bewegung von harten, scharfkantigen Dämmstoffen, schwingenden Unterkonstruktionen oder das Quellen und Schwinden von Unterkonstruktionen aus Holz und Holzwerkstoffen absorbieren. Windsogkräfte wirken auf lose verlegte, mechanisch befestigte Dachabdichtungen ein und stellen hohe Anforderungen an die Abdichtungswerkstoffe und deren Nahtverbindungen. Darüber hinaus stellt ein häufiges Begehen der Dachfläche zu Inspektions- und Wartungsarbeiten, wie es bei Grün- oder Industriedächern häufig erforderlich ist, eine hohe mechanische Beanspruchung dar, die durch weiche Dämmstoffe noch vergrößert wird. Dazu kommt, dass die Belastungen durch extreme Wetterereignisse wie z.B. Hagelschlag größer werden, da diese häufiger auftreten und auch immer stärker ausgeprägt sind.

Abdichtungen müssen hohe thermische Beanspruchungen verkraften, wenn sie ungeschützt starken thermischen Schwankungen ausgesetzt sind. So erreichen Abdichtungen im Hochsommer leicht Temperaturen von ca. 80°C und kühlen sich z. B. durch einen Gewitterregen schlagartig ab. Ein weiteres Beispiel ist die "Schattenfuge" bei Sheddächern, die eine erhebliche Temperaturdifferenz auf engstem Raum nahezu dauerhaft festschreibt. Ähnliches gilt für die Ränder von Pfützen, die bei nicht ausreichendem Gefälle auf Dächern verbleiben.

Welche Beanspruchungsstufen die DIN 18531 unterscheidet und welche Beanspruchungsklassen für Dachabdichtungen daraus abgeleitet werden, lesen Sie hier.